Pressemitteilung Initiative Traunstein e.V.

Aktuelle Stadtthemen "auf den Punkt gebracht"

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Susanne Deckert sprach bei der Versammlung des Vereins Initiative Traunstein über Konzepte für eine familienfreundliche Stadt.

Traunstein - In einer öffentlichen Veranstaltung unter dem Motto "auf den Punkt gebracht" diskutierte der neue Verein Initiative Traunstein mit Bürgern im Gasthaus Jobst in Rettenbach über kommunalpolitische Themen.

Vorsitzender Georg Osenstätter legte eingangs kurz die Ziele der neuen Gruppierung dar, die auch bei den kommenden Stadtratswahlen im März antreten will: "Wir wollen eine andere Politik - weg von Reaktion und Verwaltung hin zu agieren und die Zukunft planen."


Mit dem Thema Wohnungsbau beschäftigte sich Tobias Huber. Traunstein sei eine Zuzugsregion. Dem großen Wohnungsmangel in der Stadt werde deutlich zu wenig entgegenwirkt. Nur ein großes Ansiedlungsmodell in zehn Jahren sei zu wenig. Und mehr als fünf Jahre Planungszeit in Traunstorf - und bis heute noch keine Möglichkeit zur Bewerbung - "das ist absolut nicht akzeptabel,"sagte Huber. Er habe allein in der Kindergartengruppe seiner Tochter in Traunstein drei Familien, die keine Wohnung in der Stadt finden und deshalb in Nachbargemeinden ziehen müssen. Die Initiative Traunstein wolle ein zukunftsfähiges Konzept zur Eindämmung der Wohnungsnot. Man müsse umgehend mit Grundstückseigentümern und Immobilienbesitzern über die sinnvolle Nutzung von Leerständen sprechen und das deutlich schneller und effizienter umsetzen.

In der Diskussion dazu ging es unter anderem um Standard-Kniestockhäuser, Zweifamilienhäuser und Mehrgenerationenhäuser sowie um neue Konzepte. Tobias Huber brachte alternative Modelle wie kommunale Erbpacht in die Diskussion ein. Das begrüßte auch Stadtrat Thomas Stadler. Es sei "ein guter Ansatz." Dann blieben die Grundstücke in kommunaler Hand und könnten an spätere Generationen wieder neu vergeben werden.“


Susanne Deckert hielt einen kurzen Vortrag über innovative Wohnraummodelle für Familien und machte generationsübergreifende Lösungsvorschläge. Sie beklagte die mangelnde Verkehrssicherheit, besonders für Radfahrer und Schulkinder in Traunstein. Dabei brachte sie auch eine deutliche Verkehrsberuhigung der Innenstadt ins Gespräch. Ein weiteres Thema war "das sehr dünne Freizeitangebot für Familien aber auch für Jugendliche." Es sei eine Schande für Traunstein, dass es kein vernünftiges Jugendzentrum gebe. Susanne Deckert forderte von der Stadt einen Plan, wo man Traunstein in zehn Jahren sehe und wo man hinwolle. Alle diese Themen sollen mit deutlich mehr Bürgerbeteiligung angegangen werden.

Über den geplanten Chiemgau Campus informierte Alexander Kallsperger. Auch wenn die Trägerschaft des Campus natürlich beim Landkreis liege, müsse die Stadt das Drumherum, also die notwendige Infrastruktur schaffen. Ziel müsse es sein, möglichst viele junge dann gut ausgebildete Fachkräfte in Traunstein zu halten. Deshalb müsse die Stadt auf Firmen zugehen und versuchen, diese anzusiedeln. "Dabei könnten es doch neben dem Mittelstand auch größere Unternehmen und vielleicht sogar ein Global Player sein", so Kallsperger. In diesem Zug kann man auch gleich die Innenstadt wieder zu beleben - Leerstand gibt es hier ja genug. Von den finanziellen Mehreinnahmen profitieren später dann alle in Traunstein. Man stehe für ein aktives Zusammenspiel mit dem Landkreis, um gemeinsam die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft zu stellen. Vorsitzender Georg Osenstätter kündigte an, dass die Initiative Traunstein am 21. November im Bräustüberl des Hofbräuhauses einen Themenabend zum Chiemgau Campus veranstalten werde. Erfreulich sei, dass man Landrat Siegfried Walch für diesen Abend gewinnen konnte.

In einem weiteren Vortrag ging es um die Themen Breitband und Digitalisierung. Florian Fraunhofer sagte, ein flächendeckender Breitbandausbau sei eine Grundvoraussetzung dieses digitalen Wandels. Das sei nicht nur für das Gewerbe wichtig, sondern sei auch für die privaten Haushalte Bestandteil der Grundversorgung. Ein weiterer Aspekt, der Wirtschaft und Privates verbindet, sei das Arbeiten im Home-Office. Das sei heute vor allem auch für junge berufstätige Eltern wichtig. Die Initiative Traunstein fordere außerdem den Ausbau des Onlineangebots der Stadt Traunstein, damit man künftig nicht einen halben Tag Urlaub nehmen muss, um seine Behördengänge zu erledigen. Das würde die Bürgerfreundlichkeit in der Stadt deutlich steigern.

Georg Osenstätter ging auf die Fridays-for-future-Demonstration in Traunstein ein. Die Forderungen an den Bund als auch an die Stadt Traunstein seien weder radikal noch utopisch. Einige Themen wie Anstreben von CO2-Neutralität für Traunstein, mehr Regionalität und Abfallvermeidung finden sich auch im Programm der Initiative Traunstein. Über die Entscheidung, 15000 Quadratmeter Bauland an den Rinderzuchtverband zu verkaufen, sei man nicht erfreut. Man höre immer wieder, die Stadt habe kein Bauland; auf einmal stehe hier jedoch eine riesige Fläche zur Verfügung. Man hätte sich eine Lösung gewünscht, die für viele Bereiche genutzt werden kann, wie die Kombination als Mehrzweckhalle, die für eine Vielzahl von Veranstaltungen genutzt werden kann und daneben den Festplatz als Parkplatz. So hätte man nur einmal wertvolles Bauland versiegeln müssen.

Pressemitteilung Initiative Traunstein e.V.

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