Pressemitteilung SPD Traunstein

Wohnen ist existentiell - mehr Wohnraum in Traunstein gefragt

Traunstein - "Traunstein als Zentrum des Chiemgaus ist eine attraktive Stadt", so eröffnete Oberbürgermeister Christian Kegel das Bürgergespräch zum Thema "Wohnen" in der Gaststätte Haidforst.

Fraktionsvorsitzender und Stadtratskandidat Peter Forster hatte zuvor eine sehr große Anzahl von Besuchern begrüßen können. Zunächst hatten die Stadtratskandidatinnen und –kandidaten Gelegenheit, sich der Versammlung vorzustellen.


"Wohnen ist existentiell - wo lege ich abends meinen Kopf hin?", sagte Christian Kegel.Traunstein sei in den letzten zehn Jahren um beinahe 3000 Einwohner gewachsen, da entstehe natürlich ein großer Bedarf an Wohnraum. Diese Herausforderung habe es früher auch schon gegeben, zunächst nach dem Krieg, später in den sechziger Jahren, dann Anfang der Neunziger. Jetzt habe es sich wieder verstärkt. Unsere Neubürger heute seien meist junge Familien, sie schätzten an Traunstein die Vielfalt der Schulen, die gute Kinderbetreuung, das Klinikum, die Kultur und den Freizeitwert insgesamt.

Nach bezahlbarem Wohnungsbau gefragt, erklärte Kegel, dass es in Traunstein an die 350 städtische Wohnungen gibt mit Mieten von vier bis sieben Euro/qm, außerdem einige hundert Wohnungen der Wohnbaugenossenschaft Haidforst, die ihren Altbestand auch immer wieder erneuert und auch neue Häuser baut. Uwe Wietek, der frühere Vorsitzende der Genossenschaft Haidforst, berichtete von 46 geplanten neuen Wohnungen, bei 17 davon wurde mit dem Bau schon angefangen.


Die SPD-Fraktion habe sich im Stadtrat gegen einigen Widerstand für den Bau von zwölf Wohnungen im sozialen Wohnungsbau in Haidforst eingesetzt, die im Oktober bezogen wurden, ergänzte Fraktionsvorsitzender Peter Forster. Aber das Thema müsse weiterhin eine hohe Priorität haben, betonte er.

Eine Besucherin fragte, wie ökologisch im geplanten Wohngebiet in Seiboldsdorf gebaut werden könne und ob es dort eine Anbindung an den ÖPNV gebe. Oberbürgermeister Kegel erklärte, dass die Stadt dort eigenen Grund hat und den Bebauungsplan aufstellt. Seiboldsdorf solle in jeder Hinsicht ein Vorzeigeprojekt werden, auch im ökologischen Bereich, und dazu gehöre auch eine Anbindung an den ÖPNV. Auf etwa vier Hektar Grund solle eine moderne und zeitgemäße Bebauung entstehen mit neuen Wohnformen, wie es sie z.B. in Brannenburg oder Weyarn schon gibt, etwa Mehrgenerationenhäuser. Der Planungsausschuss hat beschlossen, sich vor Ort zu informieren.

Von den Besuchern kamen dann einige Ideen, was außer Bauen noch möglich wäre, um jedem eine für ihn passende Wohnung anbieten zu können.Stadtratskandidat Heinz Hammer schlug einen organisierten Wohnungstausch vor, wenn jemand eine zu große Wohnung hat und in eine kleinere ziehen möchte - damit wäre beiden Parteien geholfen. Das unterstützte auch Stadtratskandidat Samuel Weinen. Er regte an, ob die Stadt hier nicht vermitteln könnte. Oberbürgermeister Kegel konnte sich durchaus vorstellen, dass das Liegenschaftsamt diese Rolle übernehmen könnte. Auch Helmut Vordermayer fand, dass solche Aktionen auch ein Mittel gegen ständig steigende Mietpreise auf dem freien Markt sein könnten. Vermögende Hausbesitzer könnte man dazu anregen, in ihren Immobilien auch neue Wohnmodelle zu entwickeln, etwa Mehrgenerationenhäuser. Stadtratskandidatin Silvia Nett-Kleyboldt erinnerte daran, dass der Landkreis vor etwa zehn Jahren ein Projekt für alternatives Seniorenwohnen, etwa in Mehrgenerationenhäusern, gestartet hatte. Leider sei das Projekt gescheitert, die Zeit sei wohl noch nicht reif gewesen.

Günter Salzmann schlug vor, dass die Stadt Baugrund auch auf Erbpacht vergeben könnte. Das sei grundsätzlich möglich, meinte Oberbürgermeister Kegel, werde aber von den meisten Bauwerbern nicht gerne angenommen. Hans-Peter Weiß stimmte dem zu und ergänzte, dass Erbpacht bei Nullzinsen mehr oder weniger sinnlos sei.

In der Diskussion ging es dann um das Thema Innenstadt und besonders: Wie geht es mit der Marienstraße weiter? Der Oberbürgermeister berichtete von unterschiedlichen Standpunkten von Bauwerber und Stadt bei der Realisierung, aber da sei man weiter in Verhandlungen. Die häufig geforderte Leerstandsabgabe helfe nicht wirklich weiter, weil sie nach derzeitiger Rechtslage viel zu niedrig sei. Die Stadt würde die fraglichen Häuser auch kaufen, wenn es möglich sei. Auf jeden Fall solle die Marienstraße als Einkaufsstraße wieder belebt werden.

Susanne Deckert wollte wissen, was auf der Salzmanninsel entstehen soll. Oberbürgermeister Kegel berichtete, dass sie im Besitz der Stadt Traunstein ist und es dort mehrere Möglichkeiten gibt, natürlich auch Wohnen. Da sei aber noch nichts entschieden, die Untersuchungen laufen noch. Abschließend stellte der OB fest, dass "Wohnraum schaffen" weiterhin ganz oben auf der Agenda bleiben müsse, aber da sei Traunstein mit den aktuell ausgewiesenen Baugebieten im Ansiedlungsmodell in Traunstorf, Schmidham und Seiboldsdorf gut aufgestellt, zumal private Investoren an der Wolkersdorfer Straße und an der Chiemseestraße auch neuen Wohnraum schaffen. Dort, wo aufgrund der Verdichtung ein sogenanntes überschießendes Baurecht erteilt wurde, verlangt die Stadt, einen Teil dieses zusätzlichen Baurechts in bezahlbarem Wohnraum zur Verfügung zu stellen.

Pressemitteilung SPD Traunstein

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