Auf Veränderungen mit klarem Konzept reagieren

OB-Kandidat Christian Hümmer stellt seine Mannschaft vor

Traunstein - Wenn am 15. März Kommunalwahlen sind, wird nicht nur ein neuer Oberbürgermeister, sondern auch ein neuer Stadtrat gewählt.

Die Pressemitteilung im Wortlaut

Wenn am 15. März Kommunalwahlen sind, wird nicht nur ein neuer Oberbürgermeister, sondern auch ein neuer Stadtrat gewählt. Der gemeinsame OB-Kandidat von UW und CSU Christian Hümmer stellte seine "Mannschaft", die aus 30 Frauen und Männer aus allen Berufen, ob Handwerker, Akademiker, Landwirt, Kaufmann oder Rentner besteht, den Traunsteiner Bürgern im Angerbauerhof vor.


In seinen einleitenden Worten ging Hümmer darauf ein, wie er sich die nächsten sechs Jahre vorstellt, wenn er zum Traunsteiner Oberbürgermeister gewählt wird. Auf jeden Fall werde es deutliche Unterschiede zum Amtsinhaber geben. Traunstein sei eine wunderbare Stadt und es gehe nicht darum, radikale Veränderungen anzustoßen. Aber in einer Zeit, in der sich unsere Gesellschaft verändere - Stichworte Klimawandel, Migration, Digitalisierung -, müsse man auch in Traunstein mit diesen Veränderungen zurechtkommen. Hümmer hat dafür ein klares Konzept mit drei Schwerpunkten: Vorfahrt für Familien, eine starke Gemeinschaft in unserer Stadt sowie Traunstein wieder stark und leistungsfähig machen.

Beim Thema Familien habe es in den letzten Jahren von der Verwaltung und vom Oberbürgermeister immer wieder geheißen: Muss das so teuer sein? Können wir nicht am Personal sparen? Mit ihm als Oberbürgermeister, kündigte Hümmer an, sei ein solches Sparen nicht zu machen und es werde auch keine Prestigeobjekt mehr geben auf Kosten der Familien. Wichtig ist für Hümmer Wahlfreiheit: „Man darf keiner jungen Familie vorschreiben, wie sie die Betreuung organisiert, ob ein Elternteil zu Hause bleibt oder ob Großeltern einspringen.“ Aber klar sein müsse, dass es ein gutes Angebot gebe für eine hervorragende Betreuung mit guten Öffnungszeiten und gesundem Essen.


Um in Traunstein eine starke Gemeinschaft zu bilden, will Hümmer im politischen Umgang einen anderen Stil pflegen als der Amtsinhaber. Ihm ist das politische Miteinander über Fraktionsgrenzen hinweg wichtig. Große Entscheidungen dürften nicht mit kleinen Mehrheiten im Stadtrat getroffen werden. Zudem müsse der Oberbürgermeister das Scharnier sein zwischen der Verwaltung und den Bürgern. "Er muss das Ohr am Bürger haben und darf keine Angst vorm Bürger haben", so Hümmer. Von daher sei es verwunderlich, dass die sonst im Januar stattfindenden Bürgergespräche in diesem Jahr auf den April verschoben worden seien.

Beim Thema "starke Stadt" wies Hümmer darauf hin, dass sich der Schuldenstand bis 2022 fast verdreifachen werde – und das, obwohl wir aus einer Zeit der wirtschaftlichen Stärke kommen. Doch die fetten Jahre seien an Traunstein vorbeigegangen, die Stadt habe es versäumt, ein Polster aufzubauen. Dass man sowohl investieren könne als auch Schulden abbauen, mache der Landkreis vor. "Das kulturelle und sportliche Angebot, den ökologischen Umbau, die Barrierefreiheit - all dies muss finanziert werden, das muss sich Traunstein auch leisten können", so Hümmer. Er will verhindern, dass die Stadt bei diesen Leistungen kürzen muss, und dafür sorgen, dass der Geldbeutel wieder größer wird. Das sei der Unterschied zum Amtsinhaber, der sich gerne darauf zurückziehe, dass er nur einer von 25 Entscheidern sei. Doch dies, so Hümmer, greife zu kurz. Der Oberbürgermeister sei Chef der Verwaltung, als Hauptamtlicher müsse er selbstverständlich mehr leisten als die ehrenamtlichen Stadträte.

Aber was braucht es, um Traunstein wieder leistungsfähig zu machen? Als Stichpunkte nennt Hümmer eine attraktive Innenstadt, eine Heimat für Handwerk und Betriebe, den Bildungscampus und eine gute Erreichbarkeit. Denn auch wenn es eines Tages keinen Verbrennungsmotor mehr gebe, werde es weiterhin Autos geben, die Parkplätze benötigten. Auch hier setzt Hümmer auf einen anderen Kurs als der Amtsinhaber. Dieser habe für den Karl-Theodor-Platz im September ein Parkhaus und im Oktober eine Tiefgarage favorisiert, danach einen Parkplatz mit Shuttleservice am Festplatz. "Man muss aufpassen, dass aus dem Karl-Theodor-Platz keine zweite Klosterkirche wird", warnt Hümmer. Er plädiert dafür, zunächst das Parkhaus Klosterkirche umzusetzen, das derzeit von der Stadtverwaltung ein Stück weit blockiert werde. Beim Karl-Theodor-Platz müsse zuerst einmal geklärt werden, was oben auf die Tiefgarage kommen solle, zudem müsse man bei den Kosten von Anfang an realistisch bleiben.

Bei der anschließenden Diskussion wollte Gerhard Lechner wissen, wie Hümmer das Thema "bezahlbarer Wohnraum" anpacken möchte. "Anders, als es derzeit geschieht", versprach Hümmer. Traunstein brauche eine städtische Wohnungsbaugesellschaft. Es sei falsch, dass es dann keine staatlichen Fördermittel mehr gebe, wie der amtierende Oberbürgermeister in der Podiumsdiskussion im Vereinshaus behauptet habe. Man müsse nur die angebotenen Mittel richtig anwenden, dann gebe es durchaus Förderung. 12 neue Wohnungen und 26 Parzellen im Einheimischenmodell seien eine magere Bilanz der letzten 6 Jahre. "Ich werde das zur Chefsache machen", kündigte Hümmer an. Als Fachanwalt für Verwaltungsrecht wisse er, wie man Verfahren schneller machen könne.

Clemens Gruber bemängelte, dass man bei der Ludwig-Thoma-Schule angesichts von 100 neuen Schülern in den kommenden Jahren schon wieder an die räumlichen Grenzen stoße. Hümmer kündigte dazu an, dass er als Oberbürgermeister hier rasch für Abhilfe sorgen werde. Der Ausbau der Schulen müsse langfristig erfolgen, nicht von der Hand in den Mund. "Es ist falsch, hinter der Welle zu schwimmen, man muss vor der Welle sein", so Hümmer.

Was unterscheidet einen Oberbürgermeister Christian Hümmer grundsätzlich vom Amtsinhaber, wollte Benno Singer wissen. Hümmer nannte daraufhin vor allem drei Punkte: "Ich habe langjährige politische Erfahrung, ich verstehe etwas von der Sache und ich bin bestens vernetzt - nicht nur im Landkreis und nach München, sondern bis nach Berlin und bis nach Brüssel."

Doch Politik ist ein Mannschaftssport, und 30 Kandidaten wollen Hümmer im Stadtrat unterstützen - mit durchaus unterschiedlichen Meinungen und Vorstellungen. So ist es Karl Schulz wichtig, dass in Traunstein auch Menschen mit Behinderung ein gutes Leben führen können. Simon Schreiber möchte die Ortsteile stärken, z.B. gebe es in Einham keine Haltestelle für den Rufbus. Christine Ahlheim liegt die Innenstadt besonders am Herzen: Man müsse sich klar machen, dass man selbst zur Verödung beitrage, je mehr man bei Amazon, DocMorris etc. bestelle. Gerald Berger will sich besonders für die untere Stadt einsetzen, wo es beim Parken Riesenprobleme gebe, seit der OB über Nacht das Parkhaus geschlossen habe. Christian Schulz ist es ein wichtiges Anliegen, dass die Betriebe die Leute für die Feuerwehr freistellen. Margit Warneke liegt besonders der Gewässerschutz am Herzen, es sei wichtig, dass die Bürger gutes und preiswertes Wasser bekommen. Franz Gruber wünscht sich als Vater von zwei Töchtern, dass junge Menschen die Möglichkeit haben, in Traunstein arbeiten können. Und Astrid Weißenbach hört immer wieder von ihren Patienten, dass Traunstein vor sich hin schlafe: "Das muss sich ändern!"

Pressemitteilung CSU Traunstein

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa

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