Pressemitteilung SPD Traunstein

In Kammer funktioniert die Dorfgemeinschaft

Traunstein - "Die Kammerer setzen sich für ihren Stadtteil ein", so eröffnete Fraktionsvorsitzender Peter Forster aus Kammer das Bürgergespräch der Traunsteiner SPD im Gasthof "Post" in Kammer.

Er erinnerte dabei an die Bürgerbeteiligung zum Projekt ISEK, bei dem die Bürgerinnen und Bürger jedes Mal in großer Zahl mitgearbeitet und konstruktive Vorschläge zur Entwicklung ihres Stadtteils vorgebracht haben. Daraus habe sich inzwischen der Dorfentwicklungsverein gebildet, der das Thema unbeirrt weiterverfolgt, so Forster.


"Ich komme gerne nach Kammer, weil sich hier etwas rührt und die Dorfgemeinschaft funktioniert", sagte Oberbürgermeister Christian Kegel. "Das wird gerade beim Thema Stadtentwicklung deutlich, ein langer Prozess, den auch Altoberbürgermeister Fritz Stahl vorangetrieben hat. Entscheidende Investitionen wie Wasserleitung, Kläranlage, Straßenbau müssen regelmäßig getätigt werden, damit es keinen Investitionsstau gibt, dessen Kosten schließlich unsere Kinder übernehmen müssen. Investieren müssen wir auch immer wieder in die Bildung und Kinderbetreuung. Ganz wichtig war es den Kammerer Bürgern immer, dass 'die Schule im Dorf bleibt'. Der Traunsteiner Stadtrat war immer einstimmig dafür, dass Kammer als Schulstandort erhalten bleibt. Die Traunsteiner Kinder kommen gerne her, besuchen ihre Landschule. Geklärt ist auch, wie es mit der Schule weitergeht: Die Sanierung ist nicht nur günstiger als ein Neubau, sie geht auch schneller. Außerdem bleiben so die großen Klassenzimmer erhalten, die viele Formen der Unterrichtsgestaltung ermöglichen. Eine Turnhalle soll neu gebaut werden. Der ehemalige Turnraum könnte für die Ganztagsbetreuung genutzt werden. Damit ist der Schulstandort für die nächsten zwanzig, dreißig Jahre gesichert", so der Oberbürgermeister.

"Traunstein als Oberzentrum muss auch in die Kultur investieren"; betonte Stadtrat Robert Sattler. Deshalb sei es so wichtig, dass das Kulturforum Klosterkirche für Konzert, Theater und weitere Kulturveranstaltungen zur Verfügung steht. In den letzten zehn Jahren sei die Einwohnerzahl um 3000 Einwohner gewachsen.Die Neubürger kommen auch wegen des Kulturangebots gerne nach Traunstein, wegen der Schulen, der Ärzte, des Klinikums sowie der zahlreichen Freizeitangebote. Einige Besucher bekräftigten dies und sagten, dass Traunstein auf die Klosterkirche stolz sein könne.


"Kammer nimmt sein Schicksal in die eigenen Hände", lobte der Oberbürgermeister. "Das begann seinerzeit mit der Errichtung der Fußgängerampel und setzte sich fort mit der Sportplatzsanierung, wo von den Bürgern viel in Eigenleistung erbracht wurde. Ärger macht zur Zeit der Breitbandausbau, der sich weiter verzögert, weil eine Firma einfach ihren Auftrag nicht ausgeführt hat. Jetzt müssen für das neue Verfahren erst die Förderbescheide abgewartet werden. Wichtig ist nun, dass Kammer endlich ein modernes Breitbandnetz bekommt.", erklärte Oberbürgermeister Kegel.

In der Diskussion meinte Albert Drechsler, dass die Sparkasse am Traunsteiner Stadtplatz bleiben sollte. "Wenn der Umbau fertig ist, geht die Sparkasse dort weg", kritisierte er. Stadtratskandidat Peter Forster antwortete, dass der neue Campus Chiemgau plane, die Räume für die Studenten zu nutzen, es werde keinen Leerstand geben. Das Sparkassengebäude am Sparkassenplatz bleibe ja weiter für die Kunden offen, nur das Verwaltungsgebäude beim Landratsamt brauche aus Platzmangel ein neues Gebäude, das am Kreisverkehr in Haslach geplant sei.

Herbert Baumgartner bedankte sich als Vorsitzender des DJK Kammer bei der Stadtverwaltung und Christian Kegel für die Unterstützung bei der Sanierung des Sportplatzes, insbesondere für die sanitären Räume. Sorgen mache er sich allerdings um den Nachwuchs für die Kammerer Vereine und fragte nach Möglichkeiten für neue Wohnbebauung am Ort. Der Oberbürgermeister berichtete, dass schon einige Zeit Verhandlungen mit Grundbesitzern wegen Baugrund geführt werden. Er würde eine Vergabe nach dem Ansiedlungsmodell befürworten. Ein solches Baugebiet würde sich auch positiv auf die Schülerzahlen für die Kammerer Schule auswirken, erklärte er.

Stadtratskandidat Robert Sattler hielt es für wichtig, auch den sozialen Wohnungsbau fortzuführen. Vor Jahren seien auch in Traunstein hundert Sozialwohnungen weggefallen, als der Freistaat die GBW-Wohnungen an einen privaten Eigentümer verkauft hat. In Haidforst werde weiterhin gebaut, gerade erst habe die Stadt dort ein Mehrfamilienhaus errichtet mit einem Mietpreis von sieben Euro pro Quadratmeter. Die Wohnbaugenossenschaft Haidforst besitze einige Hundert Wohnungen. Außerdem gebe es in Traunstein etwa 350 städtische Wohnungen mit einem Mietpreis von vier bis sieben Euro pro Quadratmeter. Auch der Landkreis biete den Bürgerinnen und Bürgern etwa 150 bezahlbare Wohnungen. Aber das Thema müsse auch weiterhin eine hohe Priorität haben, betonte er. Der Oberbürgermeister ergänzte, dass kritisch zu prüfen sei, ob eine städtische Wohnbaugesellschaft überhaupt mehr bezahlbaren Wohnungsbau ermöglichen könne, da eine solche keine Förderung durch den Freistaat Bayern erhalten könne.

Über den immer mehr zunehmenden Verkehr schwerer Lastkraftwagen von Aiging nach Kammer über Kaltenbach am Berg nach Kammer beklagte sich Traudl Einsiedl. Sie fragte ob es denn sein müsse, dass nach einer Sanierung der Straße diese wieder für schwere LKWs freigegeben werden oder ob eine Beschränkung der Tonnage möglich sei.

Auch das Parken in der Stadt war wieder ein Thema. Auf jeden Fall sei der Karl-Theodor-Platz bei der Verkehrs- und Parkraumuntersuchung von ISEK als zentraler Platz am besten dargestellt worden, erklärte Hans Schweiger. Cilly Reischl legte Wert darauf, dass auch Gehbehinderte Parkplätze in der Innenstadt benötigen. Stadtratskandidatin Dr. Christine Frese meinte, dass gerade der Karl-Theodor-Platz und die Rathaustiefgarage günstig gelegen seien, weil man von dort aus mit Lift oder Rolltreppe gut in die Innenstadt gelangen könne.

Wenn der RZV eine neue Bleibe in Traunstein gefunden habe, könne dort ein größeres Parkhaus mit direkter Anbindung an die Bundesstraße gebaut werden, von wo aus mit einem regelmäßig verkehrenden Shuttle-Bus die Verkaufsstraßen der Innenstadt erreicht werden können, sagte Peter Forster. Auf jeden Fall müsse erst für neue Parkplätze gesorgt werden, ehe in der Innenstadt welche wegfallen.

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