Drei altgediente Stadträte treten nicht mehr an

Das sind die 30 Kandidaten der CSU für den Traunsteiner Stadtrat

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Ihrem OB-Kandidat Dr. Christian Hümmer (Mitte) als Listenführer geht die CSU Traunstein in den Kommunalwahlkampf. Unser Foto zeigt ihn mit den weiteren Spitzenkandidaten (von links) Isabelle Thaler, Dr. Christine Ahlheim, Klaus Schneider und Andrea Maier.

Traunstein - Nun hat auch die CSU ihre 30 Kandidaten für den Stadtrat nominiert. OB-Kandidat Hümmer führt die Liste an - Christa Fuchs, Ernst Harrecker und Hans Zillner werden nicht mehr kandidieren. 

Mit ihrem OB-Kandidat Dr. Christian Hümmer an der Spitze der Stadtratskandidaten geht der CSU-Ortsverband Traunstein in den kommenden Kommunalwahlkampf. Bei der Aufstellungsversammlung der Bewerber um ein Stadtratsmandat im Gasthaus Jobst in Rettenbach wurde er mit 56 von 57 (98,3 Prozent) abgegebenen Stimmen auf Platz eins der Stadtratsliste gesetzt. „Wir haben alle Chancen, die Oberbürgermeister- und Stadtratswahl für uns zu entscheiden“, sagte Dr. Hümmer, der sich für einen echten Kurs- und Politikwechsel in Traunstein nach den Kommunalwahlen am 15. März aussprach.


Das sind die CSU-Kandidaten für den Traunsteiner Stadtrat

Die Liste der Bewerber setzt sich wie folgt zusammen: Dr. Christian Hümmer, Klaus Schneider, Andrea Maier, Isabelle Thaler, Christine Ahlheim, Karl Schulz, Konrad Baur, Max Hiebl, Gerald Berger, Rolf Wassermann, Stefan Namberger, Christian Maaßen, Simon Schreiber, Gerhard Lechner, Florian Kick, Clemens Gruber, Kerstin Wolferstetter, Christian Schulz, Andreas Kaiser, Stefan Dreßler, Hans Zillner junior, Bernadette Altinger, Astrid Weißenbacher, Raphael Geisreiter, Josef Siglreithmaier, Hans-Peter Weiß, Benno Singer, Hans-Peter Weigel, Margit Warneke, Franz Gruber. Von den bisherigen Stadträten stellten sich Christa Fuchs, Ernst Harrecker und Hans Zillner nicht mehr zur Wahl.

Seine Liste mit den 30 Bewerbern für die Stadtratswahl am 15. März stellte der CSU-Ortsverband Traunstein im Gasthaus Jobst in Rettenbach auf.

Mit ihrem Wahlkampfmotto „Traunstein, aber gscheid“ richte die Traunsteiner CSU ihren Blick in die Zukunft, betonte Dr. Hümmer, der der gemeinsame OB-Kandidat von CSU und UW ist. Auch in finanziell schwierigen Zeiten dürfe die Stadt deshalb nicht bei Kinder, Jugend und Familie sparen. Kürzungen bei der Kinderbetreuung werde es daher mit ihm nicht geben. Die Stadt müsse vielmehr an den richtigen Stellen sparen. 

Hümmer zu Bildung und Wohnraum

Mit Blick auf die Chancen für die Jugend nannte er den Campus Chiemgau für berufliche Bildung auf dem Bahnhofsareal eine Jahrhundertchance. Trotz mitunter schwieriger Verhandlungen sei der Landkreis beim Grunderwerb auf der Zielgeraden. „Dass die Stadt ihr Ankaufsrecht für die Fläche der Deutschen Bahn ausgeübt hat, war richtig“, so Dr. Hümmer. Als Zukunftsmotor für die gesamte Stadt biete der Campus Chancen für junge Leute sowie auf wirtschaftlichem und kulturellem Gebiet. 

Beim bezahlbarem Wohnraum seien nicht vereinzelte Maßnahmen, sondern eine Strategie vonnöten. Er sprach sich für eine städtische Wohnungsbaugesellschaft aus, um am Markt schnell handeln zu können. Ferner setzte der Listenführer sich für schnellere Bauleitverfahren ein. Vier Jahre Anlaufzeit für ein Ansiedlungsmodell wie in Traunstorf dürfe es nicht mehr geben. Die dortigen Grundstückpreise von bis zu 450 Euro pro Quadratmeter seien völlig überzogen. Damit beteilige sich die Stadt an der Preistreiberei. Eigentumsbildung müsse zu vernünftigen Preisen möglich sein.

"Wollen keine andere Stadt, sondern andere Politik"

Dr. Hümmer sprach sich für einen neuen Führungsstil in der Stadtverwaltung und im Stadtrat aus. „Wir wollen keine andere Stadt, sondern eine andere Politik“, unterstrich er. Man könne es sich nicht länger leisten, die Stadt unter Wert zu verwalten, setzte er sich für eine klare Führung und klare Verwaltung ein, die Stadtratsbeschlüsse auch umsetzt. Als Beispiel nannte er den Stadtratsbeschluss zur Aufstellung des Bebauungsplans für das Parkhaus Klosterberg. Die Verwaltung habe dafür eine Stellungnahme abgegeben, warum es nicht gehe. Ihre Aufgabe wäre es aber gewesen zu sagen, wie es gehe. 

Der Anspruch der CSU Traunstein sei es jedoch, nach vorne zu schauen. Zum einen müsse die Stadt finanziell gesunden. Es gehe nicht an, dass sie Einnahmen wie ein Mittelzentrum, aber Ausgaben wie ein Oberzentrum habe. „Die Steuerkraft pro Einwohner entwickelt sich wie in Engelsberg. Das kann nicht unser Anspruch sein“, erklärte Dr. Hümmer. Andererseits müsse sie die Ortsteile entwickeln und stärken. In Kammer habe die CSU den Schulhausbau maßgeblich mit angestoßen

ZurEntwicklung in Wolkersdorf, wo der Rinderzuchtverband Traunstein eine neue Versteigerungshalle bauen möchte, meinte er, es sei ein Wahnsinn und aus der Zeit gefallen, ein Wohnbaugebiet in ein Sondergebiet umzuwandeln. Man könne es dem Bürger nicht erklären, dass man andererseits für das Handwerk keine Gewerbeflächen habe und es ziehen lasse. „So können und wollen wir mit dem Handwerk und Mittelstand nicht umgehen“, umriss er die Position der CSU. 

Der Orts- und Fraktionsvorsitzende der Unabhängigen Wähler (UW) Traunstein, Ernst Haider, sagte, die UW habe eingesehen, dass Dr. Hümmer der richtige OB-Kandidat sei, auch wenn es ihr nicht leicht gefallen sei, einen gemeinsamen Kandidaten zu nominieren. Rudolf Wamsler, der später in die CSU eingetreten sei, sei 1972 der letzte Oberbürgermeister gewesen, den die UW gestellt habe. Die Herausforderung, sich zusammenzuraufen, sei deshalb ein wichtiger Schritt gewesen. Letztlich habe er ein sehr großes Votum für diesen Schritt in dem Wissen erhalten, dass ein Wechsel in der Stadtführung und der Stadtpolitik notwendig sei. 

Ein weiteres Argument seien die derzeitigen Veränderungen im politischen Umfeld gewesen. Man müsse die bürgerliche Mitte gegen Abwanderungen zu anderen Parteien und Gruppierungen stärken. „Natürlich gibt es gewisse Differenzen zur CSU, aber es gibt sehr viele Schnittmengen mit ihr“, betonte Haider, der sich für einen fairen Wettbewerb um die Stadtratsmandate aussprach. Letztlich gehe es um eine stabile Mehrheit der bürgerlichen Mitte im Traunsteiner Stadtrat.

Kommunalwahl 2020 in Traunstein: Welche Kandidaten schon feststehen

Neben der CSU haben bisher nur die Grünen ihre 30 Kandidaten für den Stadtrat nominiert. Etwas mehr ist über die Oberbürgermeisterkandidaten der Traunsteiner Stadtratsfraktionen bekannt: Der amtierende Rathauschef Christian Kegel will wieder für die SPD antreten, für die Grünen geht Burgi Mörtl-Körner ins Rennen und CSU und UW haben Christian Hümmer als gemeinsamen Kandidaten nominiert. Die Wahl findet am 15. März 2020 statt.

Bjr/xe

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