Kommunalwahl Bayern 2020: Bürgermeisterkandidatin für Traunstein

18 Fragen an Burgi Mörtl-Körner (Bündnis 90/Die Grünen)

Will Oberbürgermeisterin werden: Burgi Mörtl-Körner (Bündnis 90/Die Grünen).
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Will Oberbürgermeisterin werden: Burgi Mörtl-Körner (Bündnis 90/Die Grünen).

Traunstein - Am 15. März 2020 finden in Bayern die Kommunalwahlen statt. Auch in Traunstein wird der Oberbürgermeister gewählt. Wir stellen Ihnen die Kandidaten vor. Dieses Mal: Burgi Mörtl-Körner (Bündnis 90/Die Grünen).

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Die Antworten auf unseren Fragebogen:

1. Name

Burgi Mörtl-Körner


2. Partei

Bündnis90/Die Grünen

3. Alter

62 Jahre

4. Wohnort

seit 1986 in Traunstein

5. Geburtsort

Fridolfing

6. Familienstand

verheiratet

7. Kinder

eine erwachsene Tochter

8.  Wie verlief Ihre bisherige politische Karriere?

Meine politische Laufbahn startete 1990: Anfangs war ich im Kreisvorstand der Grünen und seit 1996 bin ich im Kreistag. Für unsere Fraktion bin ich für den Haushaltsausschuss und den Aufsichtsrat der Kliniken Südostbayern zuständig. Seit 2008 bin ich im Stadtrat, bin Fraktionssprecherin vertrete die Grünen im Planungsausschuss. Nach 24 Jahren konstruktiver Mitarbeit im Kreistag und 12 Jahren im Stadtrat reicht es mir jetzt nicht mehr, nur die Themen zu setzen, sondern ich möchte als Oberbürgermeisterin die Verantwortung übernehmen!

9. Wer sind Ihre politischen Vorbilder?

Ein großes politisches Vorbild ist für mich Petra Kelly (1947-1992) - eine der ersten Sprecherinnen der Grünen Partei. Besonders inspiriert mich an ihr, dass sie schon damals eine Vorkämpferin für Ökologie und Frieden war und ein Vorbild für Frauen, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Ihr Gedanke „Beginne dort, wo du bist.“ ist für ein Engagement in der Kommunalpolitik vor Ort doch sehr passend!

10. Was verbindet Sie mit Ihrer Kommune? Was ist das Besondere Ihrer Kommune?

Ich liebes es am Wochenende auf den Markt zu gehen, in ein Konzert oder in einem der Cafés einen Cappuccino zu trinken und dabei immer bekannte Gesichter zu treffen! Besonders schätze ich die vielen engagierten Traunsteiner*Innen und die sich daraus ergebenden Möglichkeiten aktiv zu werden. Davon und von kulturell vielfältigen Angeboten lebt ein Ort und es entsteht ein gemeinsames Miteinander. Auch ich war immer neben meinem politischen Ehrenamt engagiert: ob beim Bäume pflanzen im Bund Naturschutz, in der politischen Bildungsarbeit bei „Frauen für Mädchen“ oder seit 2015 in der Flüchtlingshilfe. Mitgestalten verbindet und macht einen Ort zu Deinem!

11. Warum sind Sie genau der Richtige?

Meine langjährige Erfahrung in der Politik hat mich vor allem eins gelehrt: Kommunalpolitik ist sachorientiert und nur im gemeinsamen Dialog lassen sich die besten Lösungen finden. Als kommunikativer Mensch mit sozialem Gespür liegen genau da meine Stärken! Die letzten Wahlen haben gezeigt: Vielen Menschen in Traunstein sind grüne Inhalte sehr wichtig. Auch wenn die Politik meiner Mitbewerber einen grünen Anstrich bekommen hat, konkrete und konsequente grüne Politik gibt ́s aber nur mit mir.

12. Was wurde in der vergangenen Amtszeit verpasst? Was wollen Sie besser machen?

Es ist kein Jugendzentrum entstanden, wertvollste Flächen wurden zubetoniert und es fehlt immer noch bezahlbarer Wohnraum. Die Ausweisung neuer Gewerbegebiete hat bisher nicht zu deutlich höheren Gewerbesteuereinnahmen geführt, trotzdem hat kein Umdenken im Stadtrat stattgefunden. Wir geben zu Recht viel Geld aus für Kinderbetreuung und für unsere Schulen. Eine Stadt, mit der sich Jugendliche identifizieren sollen, braucht endlich ein Jugendzentrum für Jugendliche allen Alters und die Jugendarbeit muss weiterentwickelt werden. In Traunstein wird viel gebaut. Für uns Grüne ist es besonders wichtig, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen! Wir müssen uns anstrengen, für Menschen mit geringem Einkommen und für große Familien und Alleinerziehende bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Ökologische Bauleitplanung ist absolut notwendig. Alternative Wohnformen sind Zukunft!

13. Was ist für Sie die größte Herausforderung Ihrer Kommune? Wie stehen Sie dazu und was gedenken Sie zu tun?

Der Verkehr. Ich stehe als grüne Oberbürgermeisterin für eine Mobilitätswende. Schon heute schleppt sich der Verkehr zu Stoßzeiten durch die Stadt, Fahrrad fahren ist gefährlich und macht keinen Spaß. Fußgänger*Innen sind keine gleichberechtigten Verkehrsteilnehmer*Innen. Mit dem geplanten Bildungscampus ergeben sich viele Chancen, aber es werden noch mehr Autos in die Innenstadt kommen. Es muss Kindern möglich gemacht werden, sicher mit dem Fahrrad in die Schule zu kommen. Stärken wir die Innenstadt mit Hilfe eines kostenlosen Shuttlebusses vom Festplatz ins Zentrum. Gehen wir eine Mobilitätswende an, die den Menschen in der Stadt mehr Lebensqualität bringt und ein stärkeres Miteinander der unterschiedlichen Verkehrsteilnehmer*innen bringt. Das stärkt den Innenraum. Das stärkt unsere Geschäfte. Das stärkt unsere Gastronomie!

14. Was sind – neben den größten Herausforderungen – Ihre drei wichtigsten Ziele in den kommenden sechs Jahre? Was wollen Sie für die Menschen in ihrer Kommune erreichen?

Ich möchte, dass die Traunsteiner*Innen eine lebendige, lebenswerte und liebenswerte Innenstadt umgeben von schöner Natur haben. Ein gemeinsames Miteinander und der gegenseitige Respekt in der Diskussion sind für mich unerlässlich. Die drei wichtigsten und großen Ziele sind: 

  1. Mittel- und langfristigen Klimaschutz umsetzen. 
  2. Familienfreundliche und soziale Stadt weiterentwickeln. 
  3. Wirtschaftsreferat einführen und Digitale Kommune gestalten.

15. Bezahlbarer Wohnraum ist bei uns Mangelware. Wie sehen Sie die aktuelle Situation in Ihrer Kommune und was gedenken Sie hier zu tun?

Glücklicherweise haben wir städtische Wohnungen und die Wohnbau Haidforst. Der soziale Wohnungsbau ist über viele Jahre vernachlässigt worden. Hier müssen wir unbedingt investieren, denn es gibt auch sehr viele Zuschüsse. Menschen mit niedrigem Einkommen brauchen bezahlbaren Wohnraum. Dies trägt zum sozialen Frieden unserer Stadt bei! Auch alternative Wohnformen wie gemeinschaftliches Wohnen von Jung und Alt, Singles und Familien oder Senioren-WGs finde ich eine tolle Sache und werde ich gerne unterstützen. Neuste, ökologische Standards sind dabei für mich ein Muss.

16. Der Klimaschutz ist im Moment in aller Munde. Wie wichtig ist Ihnen dieses Thema und was gedenken Sie hier zu tun?

Der Klimawandel war mit der Antrieb meines politischen Engagements bei den Grünen 1990.Naturschutz und Umweltpolitik begleiten mich schon mein ganzes Leben. Dabei ist es zentral, das Thema ganzheitlich zu betrachten und konsequent in der Kommune umzusetzen. Unser Antrag zum Klimanotstand, den wir im Oktober 2019 in den Stadtrat einbrachten, enthielt viele konkrete Maßnahmen und eine Strategie (https://gruenlink.de/1pho). Dieser wurde jedoch abgelehnt und durch Symbolpolitik ersetzt. Obwohl der Stadtrat „Klimaschutz als höchste Priorität“ erklärt hat, ist die Bilanz nach 100 Tagen ernüchternd. Ich werde als Oberbürgermeisterin gemeinsam mit unserem Klimamanager eine mittel- und langfristige Strategie erarbeiten, sodass Traunstein der Klimakrise angemessen begegnet. Wir brauchen eine Mobilitätsmanagement, klimaneutrale Energieversorgung bei Neubauten und ökologische Bauleitplanung, einen Zielkatalog für die Stadtwerke, eine CO2-Bilanz. Intakte Wälder müssen erhalten werden. Klimaschutz muss ganzheitlich angegangen werden und ich möchte nicht bei Symbolpolitik bleiben!

17. Volksbegehren „Rettet die Bienen“ und neue Düngeverordnung: Wie stehen Sie zu den Protesten der heimischen Landwirte und gedenken Sie in diesem Punkt zu handeln? Falls ja, wie?

Die Proteste sind insofern berechtigt, da immer mehr kleinbäuerliche Betriebe aufhören. Das ist aber keine Folge des Volksbegehrens oder der Düngeverordnung, sondern die logische Konsequenz der Ausrichtung der Agrarpolitik auf Höchsterträge, immer größere, spezialisierte und rationalisierte Betriebe.“ Wachsen oder weichen“ ist schon lange die Ausrichtung der Agrarpolitik der CDU/CSU und des Bauernverbands bei der EU, um immer billiger produzieren zu können, auch für den Weltmarkt. Das ist industrielle Landwirtschaft und somit ein strukturelles Problem! Die Weichen werden auf europäischer Ebene gestellt! Hier versuchen die Grünen die Förderpolitik zu verändern. Dass die größten Betriebe die höchste Förderung bekommen ist eine falsche Strukturpolitik. Unsere bäuerlichen Betriebe haben mit dem Milchvieh den höchsten Arbeitsaufwand, nach Fläche zu fördern ist einfach falsch. Als Oberbürgerbürgermeisterin setze ich mich für Regionalität und für die Förderung von Direktvermarktung ein. Ich werde dafür werben, dass Verbraucher*innen möglichst regionale Produkte kaufen.

18. Gibt es noch ein wichtiges Anliegen, das Sie Ihren Wählern gerne mit auf den Weg geben würden? Falls ja, welches?

Ich möchte eine lebendige, lebenswerte und liebenswerte Innenstadt umgeben von schöner Natur mit Platz für Alle. Eine Stadt, die sich den Herausforderungen wie Klimakrise und Digitalisierung stellt und dabei nie ihre Offenheit verliert, eine Stadt, deren Bürger*innen zusammenhalten und sich beteiligen. Wir GRÜNE haben viele Ideen und konkrete Vorschläge, deshalb lohnt es sich, einen genaueren Blick in unser Wahlprogramm zu werfen.

Anmerkung der Redaktion: Die Antworten der Kandidatin/des Kandidaten wurden 1:1 von der Redaktion übernommen, inhaltlich nicht überarbeitet und müssen deswegen nicht die Meinung der Redaktion widerspiegeln.

Quelle: rosenheim24.de

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