Grafik zeigt Entwicklung der Kriminalität im Landkreis

Mehr Gewalt und Drogen, dafür weniger Einbrüche und Diebstähle

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"Das niedrige Kriminalitätsniveau im Landkreis haben wir auch den stabilen Familienstrukturen zu verdanken, die verhindern, dass Menschen in Kriminalität abrutschen", so Landrat Walch (rechts) beim Sicherheitsgespräch am Mittwoch mit Robert Kopp, dem Präsidenten des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd. 
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Traunstein - Im Vergleich mit den vergangenen Jahren liegt die Zahl der Straftaten auf niedrigem Niveau, auch Diebstähle und Einbrüche werden weniger - dafür steigt die Zahl von Gewalttaten und Rauschgiftdelikten.

Eins steht für Polizeipräsident Robert Kopp fest: "Die Sicherheitslage im Landkreis Traunstein ist sehr sehr gut." Trotz steigender Bevölkerung wurden 2017 die zweitwenigsten Straftaten im Laufe der vergangenen zehn Jahre gezählt. 6497 waren es insgesamt - "aber es gibt einen Wermutstropfen", so Kopp beim Sicherheitsgespräch im Landratsamt am Mittwoch.

Mehr Gewalt, Rauschgift und Sexualdelikte

Die Zahl der Gewaltverbrechen und Rauschgiftdelikten ist im Vergleich zu 2016 deutlich gestiegen: Plus 26 Prozent mehr Gewaltkriminalität (insgesamt 270 Fälle inklusive der Versuche), plus 29 Prozent mehr Rauschgiftdelikte (insgesamt 612 Fälle), plus zehn Prozent mehr Rohheitsdelikte (insgesamt 1360 Fälle). Unter Rohheitsdelikten versteht die Polizei Körperverletzungen, Raub und erpresserischen Menschenraub. "Ich werde mich aber nicht damit abfinden, hier Jahr für Jahr steigende Zahlen zu präsentieren", so der Polizeipräsident.

Entwicklung der Straftaten im Landkreis im Laufe der vergangenen Jahre. 

Einen Anstieg im Vergleich zu 2016 musste die Polizei auch bei Vermögens- und Fälschungsdelikten (insgesamt 1188, plus zehn Prozent), sowie bei Sexualstraftaten (insgesamt 82, plus 14 Prozent) verzeichnen. Die höhere Zahl bei den Sexualdelikten könne auch durch Gesetzesänderungen erklärt werden: Was früher eine Beleidigung war, kann heute als sexuelle Belästigung gewertet werden. Auch der Straftatbestand der Vergewaltigung wird heute weiter gefasst. 

Deutliche Rückgänge bei Einbrüchen und Diebstählen

Im Gegenzug gibt es auch gute Nachrichten: Die Diebstahlsdelikte (insgesamt 1495) gingen um 20 Prozent und die Wohnungsdiebstähle (insgesamt 58) um acht Prozent zurück, außerdem wurden deutlich weniger Einbrüche in Gewerbebetriebe gezählt (insgesamt 53). Auch die Autodiebstähle oder aufgebrochene Automaten, sogenannte Straßenkriminalität, sind 2017 im Vergleich zu 2016 weniger geworden. 

Anteil der Straftaten im Landkreis Traunstein 2017

Aufklärungsquote und Zahlen zur Herkunft der Täter

Zur Herkunft der Tatverdächtigen liefert die Polizei ebenfalls Zahlen: 70 Prozent der Tatverdächtigen waren Deutsche,  knapp zehn Prozent Zuwanderer. 11,5 Prozent aller Tatverdächtigen waren Kinder und Jugendliche

Zwei von drei Straftaten konnte die Polizei 2017 im Landkreis aufklären - die Quote konnte um drei Prozent auf 66,9 Prozent angehoben werden. Am seltensten kann die Polizei bei Einbrüchen, Taschendiebstählen, beschädigten Autos oder sonstigem Vandalismus den Täter ausfindig machen. Vier von fünf Einbrüche bleiben unaufgeklärt, bei Taschendiebstählen kommen sogar über 90 Prozent der Täter ungeschoren davon. 

"Sicherheit wird inzwischen zur Vertrauenssache, die Lage wird in der Bevölkerung leider unterschiedlich wahrgenommen. Aber wir bekommen von den Menschen sehr viele positive Rückmeldungen", so Robert Kopp. Unterm Strich ist der Landkreis Traunstein nicht nur sicherer als der bayerische Durchschnitt, sondern schneidet auch im Vergleich zu den anderen Landkreisen im südlichen Oberbayern besser ab.

xe

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