Verunglückte Entführungen werden vor dem Landgericht verhandelt

Kurioser Kidnapping-Fall jetzt vor Gericht

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Traunstein/Altötting - Drei Angeklagte sollen gemeinschaftlich einen Millionär entführt und dabei mit einigen Pannen und Problemen gekämpft haben. Aber war die Entführung am Ende nur inszeniert?

Seit Dienstag stehen drei gebürtige Kasachen im Alter zwischen 37 und 39 Jahren vor dem Landgericht in Traunstein. In zwei getrennten Vorgängen sollen die Angeklagten, zwei wohnhaft in Baden-Württemberg und einer im Landkreis Altötting, versucht haben, Geld von Angehörigen und Bekannten zweier Geschäftsleute zu erpressen. Dabei soll in beiden Fällen so Einiges schief gegangen sein.

Entführung mit Hindernissen

Mitte Februar 2014 sollen die drei Angeklagten, Sergej K., Viktor D. und Vjaceslav L. den Entschluss gefasst haben, einen wohlhabenden Geschäftsmann aus München zu entführen, um dadurch Lösegeld zu erpressen. Mit von der Partie soll dabei auch ein weiblicher Lockvogel gewesen sein. Die Frau soll das vermeintliche Opfer zum Treffunkt in Altötting dirigiert haben.

Bei der Durchführung soll es aber zu einigen Problemen gekommen sein, wie die Bild berichtet. Nicht nur dass dem Trio bei der Anfahrt zum Treffpunkt das Benzin ausgegangen sein soll, nachdem die Drei den Geschäftsmann unter ihre Kontrolle gebracht hatten, sei der Fahrer über einen Bordstein gerast. Die Folge: Ein Reifenplatzer.

Auf der Fahrt von Altötting Richtung Osten hätten die Angeklagten den Münchner Geschäftsmann dann angewiesen, einen Bekannten zu kontaktieren, um ihre Lösegeldforderung bekanntzugeben. Dabei sollen Sergej K., Viktor D. und Vjaceslav L. insgesamt 2 Millionen Euro gefordert haben. 

Kurz vor Prag war die Reise der drei Entführer dann aber beendet. Laut Bild konnte die Polizei das Mobiltelefon des Entführten verfolgen. Bei der Festnahme der Angeklagten soll dann auch das Opfer mit in Gewahrsam genommen worden sein, da der Verdacht aufkam, dass die Entführung nur inszeniert sei.

Erstes Opfer konnte fliehen

Bereits Anfang November 2013 soll einer der Angeklagten, der arbeitslose Sergej K., zusammen mit zwei weiteren Personen versucht haben, Geld mittels einer Entführung zu erpressen. Die erste Tat soll sich dabei in Kiew abgespielt haben. Ein deutscher Staatsbürger soll auch hier unter einem Vorwand entführt worden sein. Auch der Lockvogel aus dem Altöttinger Fall soll in Kiew eine Rolle gespielt haben. Dem Opfer soll dort die Flucht gelungen sein.

Vier Verhandlungstage

Für die Verhandlung wegen erpresserischen Menschenraubs in beiden Fällen sind vor der 6. Strafkammer am Landgericht in Traunstein insgesamt vier Verhandlungstage angesetzt. Der Prozess gegen die drei mutmaßlichen Entführer wird am Donnerstag ab 9 Uhr fortgesetzt. Wir sind vor Ort und berichten aktuell aus dem Gerichtssaal.  

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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