Brutale Vergewaltigung in Berchtesgaden

Richter spricht Urteil: “Sie haben ein Blutbad angerichtet!”

Berchtesgaden/Traunstein - Wegen besonders schwerer Vergewaltigung muss sich am Dienstag, 16. Juni, ein 42-Jähriger aus Berchtesgaden vor dem Landgericht verantworten.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Am 30. Dezember 2019 hat ein 42-jähriger Mann eine Frau brutal vergewaltigt
  • Opfer erlitt schwere körperliche und psychische Verletzungen 
  • Opfer verlor rund einen Liter Blut
  • Angeklagter gesteht vor Gericht seine Tat
  • Polizist berichtet von dem Einsatz mit den Worten: "Ich war erschüttert."
  • Rechtsmediziner spricht von "gröbster Gewalt"
  • Richter nennt die Tat "menschenverachtend"

Update, 14.35 Uhr - Angeklagter für schuldig erklärt

Das Urteil ist gefallen: Der 42-jährige Angeklagte ist schuldig der besonders schweren Vergewaltigung und der gefährlichen Körperverletzung.

Das Gericht unter Vorsitz von Jürgen Zenkel einigt sich auf sechs Jahre Haft. Am 30. Dezember 2019 vergewaltigte der Mann seine damalige Freundin in Berchtesgaden anal mit der Hand und schlug sie.


“Der Tag hat sich für Ihre damalige Freundin zu einem Alptraum entwickelt”, findet Zenkel in der Urteilsbegründung deutliche Worte. Aus unbegründeter Eifersucht habe er die Frau schwer misshandelt. Der Richter nennt die Tat “menschenverachtend”, er habe die Frau über 30 Minuten lang gequält. “Sie haben durch Ihre Vorgehensweise ein Blutbad angerichtet”, so Jürgen Zenkel. Die 41-jährige Frau erlitt bei der Tat einen Einriss und verlor rund einen Liter Blut.

Auch die Plädoyers von Staatsanwaltschaft und Verteidigung lagen zuvor nicht weit auseinander. Beide sprachen von einer “besonders schweren Vergewaltigung”. Das Geständnis des Angeklagten sei aber positiv zu werten, so die Verteidigung.

Der Anwalt forderte fünf Jahre und sechs Monate Haft, die Staatsanwaltschaft ein Jahr mehr. In seinen letzten Worten entschuldigte sich der 42-Jährige für die Tat: “Ich hoffe, dass ich im Gefängnis psychologische Hilfe bekomme. So ein Vorfall darf sich nie mehr wiederholen.”

Update, 13.40 Uhr - Geschädigte erscheint für eine kurze Aussage

Für eine kurze Aussage erscheint nun auch die Geschädigte vor dem Traunsteiner Landgericht. Durch das Geständnis des Angeklagten muss die 41-Jährige keine Details der Tat mehr nennen. “Wie geht es Ihnen heute?”, fragt Richter Zenkel. “Es geht schon wieder”, antwortet die Frau leise und zurückhaltend.

Die körperlichen Wunden seien verheilt, aber zum Psychologen ging sie nie: “Ich will mit niemandem darüber reden”, so die in sich gekehrte Geschädigte. Auch nach der Tat wollte sie zuerst weder zur Polizei, noch ins Krankenhaus. “Das ganze hat mich so beeinflusst, dass ich für längere Zeit keinen Mann mehr haben möchte.”

Auch die Aussage des Gerichtsmediziners lässt aufhorchen: “Die Verletzungen waren so schwer, dass selbst einen abgebrühten Rechtsmediziner betroffen machen.” Er spricht von “gröbster Gewalt” bei der Vergewaltigung. Der Angeklagte drang wohl mit der Hand anal ein. Durch den Einriss am After wurden Blutgefäße verletzt, die Geschädigte verlor rund einen Liter Blut. Bereits zuvor sagte ein Polizist aus, er sei angesichts der Blut- und Fäkalspuren am Tatort “erschüttert” gewesen.

“Ich möchte mich entschuldigen. Wegen Alkohol und Drogen war ich nicht bei mir. Es tut mir sehr, sehr leid, was passiert ist”, ringt sich der Angeklagte zu einer Entschuldigung durch. Er hatte zur Tatzeit rund 2,5 Promille Alkohol im Blut. Nun werden die Plädoyers von Staatsanwaltschaft und Verteidigung erwartet, dann das Urteil.

Update, 11.30 Uhr - Erschütterndes Geständnis 

Die Sache scheint eindeutig: Über seinen Anwalt legt der Angeklagte ein volles Geständnis ab. "Ich hatte mehrere Bier getrunken und vier oder fünf Lines Kokain nach der Arbeit genommen. Dann ist die Situation einfach eskaliert", so der 42-Jährige. Sie seien seit zwei Monaten ein Paar gewesen, doch die Geschädigte sei mit einem anderen Mann ausgegangen.

"Ich war eifersüchtig", so der Angeklagte. "Wollten Sie sie bestrafen?", fragt der vorsitzende Richter Jürgen Zenkel, "Ja, das kann sein", heißt es von der Anklagebank. Etwa eine halbe Stunde habe die Vergewaltigung gedauert, schätzt der Mann. Auch er bestätigt dem Gericht, dass die Frau viel Blut verlor. Durch das Geständnis bleibt der Geschädigten eine Aussage vor Gericht erspart.

Ein Berchtesgadener Polizist, der als erster am Tatort war, wird nun vernommen: "Schon vor der Zimmertür habe ich Blutspuren und Fäkalien gesehen, ich war erschüttert." Auch im Zimmer sei "alles voll" mit Blut und Fäkalien gewesen. Der Polizist gesteht: "Auch für uns dauert sowas lange, bis man das verarbeitet hat, wenn man so etwas sieht."

"Sehr verstört" habe die Frau in jener Nacht auf 30. Dezember 2019 auf den Beamten gewirkt. Per Sanka sei die Frau ins Krankenhaus verbracht worden. "Bei der ersten Vernehmung machte sie noch immer einen geschockten Eindruck", so ein weiterer Polizist vor Gericht. Auch sie vermutete beim Angeklagten Eifersucht. Fünf Tage musste die Frau im Krankenhaus bleiben.

Verstörend ist auch: Der 42-jährige Angeklagte machte nach der Tat mit seinem Handy ein Video von der Frau, berichtet ein Polizist. In dem 24-Sekunden-Video sei zu sehen, wie sich die Geschädigte säubert.

Update, 10.05 Uhr - Prozess ist eröffnet 

Der Prozess ist eröffnet. Auf der Anklagebank sitzt ein 42-jähriger Italiener, dessen Partnerin wohl die Hölle durchgemacht haben muss. In der Nacht auf 30. Dezember 2019 wollte er sie in Berchtesgaden besuchen, doch das sei ihr nicht recht gewesen, so die Staatsanwältin bei der Verlesung der Anklageschrift.

"Der Angeschuldigte wurde wütend, schlug ihr mehrfach mit der flachen Hand ins Gesicht, gab ihr einen Kopfstoß, packte die Geschädigte an den Haaren und schlug ihren Kopf gegen die Wand", so die Staatsanwältin. Zusätzlich habe der Angeklagte die Frau gewürgt und ihr die Klamotten vom Leib gerissen.

Als sich die Situation beruhigte sei es zum nächsten Schritt gekommen: Der Angeklagte habe Oralsex verlangt, sie verweigerte sich. Dann habe der 42-Jährige mehrere Finger oder die ganze Faust anal eingeführt und die Hand hin- und herbewegt, so die Staatsanwaltschaft. Die Frau erlitt einen Einriss im Analbereich, verlor viel Blut und blieb mit Hämatomen am ganzen Körper zurück.

Der Vorwurf lautet: besonders schwere Vergewaltigung und gefährliche Körperverletzung. Leugnet der Angeklagte die Tat und muss die Frau deshalb vor Gericht aussagen? Oder gibt es ein Geständnis?

Vorbericht: 

Die Tat soll sich in den frühen Morgenstunden des 30. Oktober 2019 ereignet haben: Obwohl sie ihn abweisen wollte soll ein 42-Jähriger eine Bekannte in Berchtesgaden besucht haben. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft habe der Angeklagte der Frau dann ins Gesicht und ihren Kopf gegen die Wand geschlagen. Zudem habe er ihr einen Kopfstoß verpasst und sie gewürgt. 

Später sei es dann zur Vergewaltigung gekommen: Der 42-Jährige wird beschuldigt, mehrere Finger oder eine Hand anal in die Frau eingeführt zu haben. Sie habe starke Schmerzen und Verletzungen erlitten und viel Blut verloren. Der Mann ist angeklagt wegen besonders schwerer Vergewaltigung und gefährlicher Körperverletzung

Der Prozess war eigentlich für den 2. April angesetzt, musste dann aber verschoben werden. Die Verhandlung am Traunsteiner Landgericht beginnt am Dienstag, 16. Juni um 9 Uhr. BGLand24.de wird aktuell berichten. 

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