Zweifache Vergewaltigung in Altötting?

Angeklagte leugnen Tat nicht - Prozess wird am 10. Juli fortgesetzt

Traunstein/Neuötting/Altötting - Sie war zuerst auf der Dult, danach in einer Shisha-Bar - auf dem Heimweg wurde eine 52-Jährige schließlich zwei Mal vergewaltigt. Zwei Männer stehen deswegen heute vor dem Traunsteiner Landgericht.

Das Wichtigste in Kürze

  • Frau soll in Altötting von Männern zweimal vergewaltigt worden sein
  • Verdächtige gestehen die Tat weitestgehend
  • Opfer muss wegen Widersprüchen bei Angeklagten selbst aussagen
  • Angeklagte leugnen Tat nicht
  • Prozess wird am 10. Juli fortgesetzt

Update, 15.35 Uhr - Prozess wird am 10. Juli fortgesetzt

Ein Urteil wird es am heutigen Montag nicht mehr geben. Manfred Kösterke, Verteidiger des 26-jährigen Angeklagten, will einen weiteren Zeugen vom Gericht laden lassen. Es handelt sich um einen dritten Mann, der davor in der Shisha-Bar dabei gewesen und die Tat teils beobachtet haben soll. Strittig ist, ob die Geschädigte auf dem Heimweg von einem der Angeklagten begleitet wurde und welcher der beiden Männer den ersten Schritt zur Vergewaltigung gemacht haben soll.

Dass sie die Frau schließlich vergewaltigten leugnete aber keiner der Angeklagten. Der Prozess wird deshalb am 10. Juli um 9 Uhr fortgesetzt. Dann wird auch mit einem Urteil gerechnet.


Update, 13.45 Uhr - Opfer muss als Zeugin aussagen

Schwere Minuten für die Geschädigte: Wegen mancher Widersprüche in den Aussagen der Angeklagten muss die 52-Jährige als Zeugin aussagen und mit einem Blick in Richtung Anklagebank die beiden Männer identifizieren. "Wie geht es ihnen heute", fragt der Vorsitzende Richter Erich Fuchs. "Ganz schlimm." Sie könne weder schlafen, noch alleine hinausgehen. Die Frau berichtet von depressiven Phasen und könne außerdem auch keine Partnerschaft mehr eingehen.

Dass man sich bereits in der Shisha-Bar kennengelernt habe, stimme nicht. Sie habe die beiden dort nicht bemerkt. Auf dem Heimweg seien sie hinter ihr her, dann sei sie in die Wiese gestoßen worden. Die Frau spricht leise, aber bestimmt von jener Nacht im August 2019.

Zuerst habe sie der jüngere Angeklagte vergewaltigt, dann der ältere. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gingen bisher immer noch von einer anderen Reihenfolge aus. Schläge ins Gesicht habe es nicht nur von einem, sondern von beiden gegeben. Ob sie einer der beiden festhielt, während der andere sie vergewaltigte, könnte sie heute nicht mehr sagen. "Danach sind sie davongelaufen", so die Frau. Ein zufällig vorbeikommender Autofahrer habe sie dann heimgebracht. Dass die Frau von den beiden Angeklagten vergewaltigt wurde, scheint sicher. Die Männer haben die Taten im Wesentlichen eingeräumt. Außerdem hinterließen die Männer DNA-Spuren an der Geschädigten und ihren Klamotten, die laut einer Sachverständigen zu über 99 Prozent übereinstimmen. 

Zwei weitere Gutachter werden am Nachmittag noch vernommen, auch ein Urteil könnte heute noch fallen.

Update, 12.08 Uhr - Verdächtige gestehen Tat weitestgehend

"Ich will es nicht leugnen", betont der 29-jährige Angeklagte mehrmals. Die Vorwürfe, er habe die 52-Jährige auf dem Heimweg nach Altötting vergewaltigt und geschlagen, bestätigt der Mann im Wesentlichen. Auch der jüngere, 26-jährige Angeklagte räumt in der Vernehmung die Vergewaltigung ein.

Der Angeklagte bestätigt auch, dass man sich zuvor in einer Neuöttinger Shisha-Bar kennengelernt habe: "Sie ist dort auf uns zugekommen, wir haben uns unterhalten." Der zweite Angeklagte, 26 Jahre alt, sei dann mit ihr weggegangen - wegen seines "sexuellen Verlangens" sei er hinterher.

Konkret gesteht der 29-Jährige, die Frau zu Boden gebracht und sie ausgezogen zu haben. Er bestätigt, dass sich die 52-Jährige auch gewehrt und um Hilfe gerufen habe. Deshalb habe er der Frau auch ins Gesicht geschlagen. "Danach haben wir sie liegengelassen. Wir waren selbst erschrocken", so der 29-Jährige. Rund 40 bis 50 Minuten habe es gedauert.

Bei den Details unterscheiden sich die Aussagen der beiden Männer. Die Frau habe ihn in der Shisha-Bar gefragt, ob er sie ein Stück auf dem Heimweg begleiten könne, so der 26-Jährige. Mit einer Umarmung habe man sich verabschiedet. Etwas später habe er Hilfe-Rufe gehört und gesehen, dass der 29-jährige Angeklagte Sex mit der Frau hatte.

"Komm, komm", habe ihm sein Bekannter zugerufen. Dann habe auch er sich beteiligt. Sie habe während der Vergewaltigung nichts gesagt und auch nicht mehr um Hilfe gerufen. Auch festgehalten habe der 26-Jährige die Frau nicht - "es tut mir aber sehr leid", gesteht der Angeklagte.

Update, 9.27 Uhr - Prozess eröffnet: Zwei Männer vor Gericht

Der Prozess gegen die beiden Männer ist eröffnet. Glaubt man der Anklageschrift, die nun von der Staatsanwältin verlesen wird, durchlebte die 52-Jährige in den frühen Morgenstunden des 11. August 2019 einen wahren Alptraum. Sie war zuvor auf der Neuöttinger Dult und ging später, zwischen 4 und 5 Uhr, von einer Shisha-Bar heim. Von dort sollen ihr die beiden Angeklagten gefolgt sein.

Die beiden Männer sollen die Frau festgehalten und sie dann auf eine Wiese am Ende der Konventstraße in Altötting geführt haben. Dann sollen die beiden Männer die 52-Jährige nacheinander vergewaltigt haben. Bei der ersten Tat soll der 26-Jährige die Frau an den Händen festgehalten haben, während der 29-Jährige sie vergewaltigte. Während der Tat sollen die beiden die Frau auch dreimal ins Gesicht geschlagen haben.

Laut Anklage habe die Frau auch um Hilfe geschrien. Doch an jener Stelle ist im Umkreis weit und breit kein Wohnhaus, auch etwaige Passanten hörten sie nicht. Den Männern wird Vergewaltigung und Körperverletzung vorgeworfen. Sind sie geständig? Werden sie sich selbst zur Tat äußern? Oder gibt es Zweifel an den Vorwürfen?

Vorbericht:

Zwei Männer im Alter von 26 und 29 Jahren stehen am Montag, 22. Juni, vor dem Landgericht in Traunstein. Die beiden sollen am 11. August vorigen Jahres nacheinander eine 52-Jährige in Altötting vergewaltigt haben. Laut Staatsanwaltschaft besuchte die Frau zuvor die Neuöttinger Dult und war später noch in einer Shisha-Bar. Dort sollen sich auch die beiden Angeklagten aufgehalten haben. 

Als die Frau auf dem Heimweg war haben die beiden Männer sie zwischen 4 und 5 Uhr in der Früh auf einer Wiese nacheinander vergewaltigt, so die Staatsanwaltschaft. Auch Schläge soll es gesetzt haben. Angeklagt sind die beiden wegen Vergewaltigung und Körperverletzung. Die Polizei konnte die beiden Männer vier Tage nach der Tat festnehmen. Entscheidend für die Festnahme war auch ein Hinweis aus der Bevölkerung. Die Polizei wandte sich mit einer detaillierten Täterbeschreibung an die Öffentlichkeit. 

Der Prozess beginnt um 8.30 Uhr. innsalzach24.de wird aktuell von der Verhandlung am Traunsteiner Landgericht berichten

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Rubriklistenbild: © Fotomontage dpa

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