Urteil gegen Eigentümer jetzt rechtskräftig

Ruine an B304 bei Traunstein mit Gewinn verkauft! So geht es weiter

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Das eingefallene Haus an der B304 östlich von Traunstein - berühmt-berüchtigt und seit vielen Jahren Stadtgespräch - hat den Besitzer gewechselt. Für 48.000 Euro haben es die bisherigen Eigentümer an eine Immobilienfirma verkauft. Sie muss nun für die Entsorgung aufkommen. Das Urteil gegen die früheren Eigentümer wegen unerlaubten Umgangs mit gefährlichen Abfällen ist jetzt rechtskräftig.

Traunstein - Das Kapitel um die unrühmliche Ruine an der B304 könnte bald ein Ende haben: Vor Gericht wurde jetzt bekannt, dass die Eigentümer das eingefallene Haus verkauft haben - und das sogar gewinnbringend.

Die eingefallene Hausruine an der B304 östlich von Traunstein hat den Besitzer gewechselt. Das wurde am Donnerstag, 23. Juli vor dem Traunsteiner Landgericht bekannt. Die beiden Eigentümer, zwei Brüder aus Penzberg, verkauften Haus und Grund vorige Woche für 48.000 Euro an eine Immobilienfirma aus der Region. Formal haben die Brüder damit einen Gewinn erzielt, denn vor 13 Jahren zahlten die beiden noch 30.000 Euro für das Haus und das Grundstück. 


Ruine bei Traunstein: Entsorgung soll im August beginnen

"Im Kaufvertrag verpflichtet sich der neue Eigentümer zur ordnungsgemäßen Beseitigung", so der Anwalt der beiden Männer. Noch im August soll mit den Arbeiten begonnen werden. Bereits im Januar wurden die Brüder vor dem Amtsgericht verurteilt wegen unerlaubten Umgangs mit gefährlichen Abfällen. Konkret geht es darum, dass Asbestplatten im Februar 2019 mutwillig mit einem Hammer von der Westwand gerissen wurden. Sie wurden zertrümmert und in undichte Plastiksäcke gesteckt. 

Nach dem Dacheinsturz im Februar 2019 (links) wurden auch die restlichen Mauern noch niedergerissen.

Der Berufungsprozess am Donnerstag vor dem Landgericht war schnell vorbei: Man einigte sich darauf, dass das Urteil vom Januar nun rechtskräftig ist - mit einer Ausnahme: Binnen sechs Monaten sollten sie die Gebäudereste eigentlich beseitigen, andernfalls müssten sie das Grundstück an die Stadt Traunstein oder den Freistaat verschenken bzw. verkaufen. Durch den Verkauf an die Immobilienfirma wurde diese Auflage nun hinfällig und vom Gericht aufgehoben. 

Staatliches Bauamt bot vor Einsturz sogar 96.000 Euro

"Wir hätten immer wieder versucht, das Haus ans Staatliche Bauamt zu verkaufen", so der Anwalt nun vor Gericht. Die Behörde sei an dem Grund interessiert um einen Radweg zu bauen. Bevor das Dach unter der Schneelast im Februar 2019 einstürzte und daraufhin von der Feuerwehr teils eingerissen wurde, habe das Staatliche Bauamt noch satte 96.000 Euro geboten. "Dann sagte das Staatliche Bauamt, das Haus sei kaputt, das Baurecht erloschen, nun würden sie nichts mehr dafür zahlen - das war die Krönung", so der Verteidiger. 

Bilder vom Einsatzort: Haus bricht vermutlich unter Schneelast ein

Ein Gebäude ist an der Salzburger Straße bei Traunstein eingestürzt. © FDL/Lamminger
Ein Gebäude ist an der Salzburger Straße bei Traunstein eingestürzt. © FDL/Lamminger
Ein Gebäude ist an der Salzburger Straße bei Traunstein eingestürzt. © FDL/Lamminger
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Ein Gebäude ist an der Salzburger Straße bei Traunstein eingestürzt. © FDL/Lamminger
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Ein Gebäude ist an der Salzburger Straße bei Traunstein eingestürzt. © FDL/Lamminger
Ein Gebäude ist an der Salzburger Straße bei Traunstein eingestürzt. © FDL/Lamminger
Ein Gebäude ist an der Salzburger Straße bei Traunstein eingestürzt. © FDL/Lamminger
Ein Gebäude ist an der Salzburger Straße bei Traunstein eingestürzt. © FDL/Lamminger
Ein Gebäude ist an der Salzburger Straße bei Traunstein eingestürzt. © FDL/Lamminger
Ein Gebäude ist an der Salzburger Straße bei Traunstein eingestürzt. © FDL/Lamminger
Ein Gebäude ist an der Salzburger Straße bei Traunstein eingestürzt. © FDL/Lamminger
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Ein Gebäude ist an der Salzburger Straße bei Traunstein eingestürzt. © FDL/Lamminger
Ein Gebäude ist an der Salzburger Straße bei Traunstein eingestürzt. © FDL/Lamminger
Ein Gebäude ist an der Salzburger Straße bei Traunstein eingestürzt. © FDL/Lamminger
Ein Gebäude ist an der Salzburger Straße bei Traunstein eingestürzt. © FDL/Lamminger
Ein Gebäude ist an der Salzburger Straße bei Traunstein eingestürzt. © FDL/Lamminger
Ein Gebäude ist an der Salzburger Straße bei Traunstein eingestürzt. © FDL/Lamminger
Ein Gebäude ist an der Salzburger Straße bei Traunstein eingestürzt. © FDL/Lamminger
Ein Gebäude ist an der Salzburger Straße bei Traunstein eingestürzt. © FDL/Lamminger
Ein Gebäude ist an der Salzburger Straße bei Traunstein eingestürzt. © FDL/Lamminger
Ein Gebäude ist an der Salzburger Straße bei Traunstein eingestürzt. © FDL/Lamminger
Ein Gebäude ist an der Salzburger Straße bei Traunstein eingestürzt. © FDL/Lamminger
Ein Gebäude ist an der Salzburger Straße bei Traunstein eingestürzt. © FDL/Lamminger
Ein Gebäude ist an der Salzburger Straße bei Traunstein eingestürzt. © FDL/Lamminger
Ein Gebäude ist an der Salzburger Straße bei Traunstein eingestürzt. © FDL/Lamminger
Ein Gebäude ist an der Salzburger Straße bei Traunstein eingestürzt. © FDL/Lamminger
Ein Gebäude ist an der Salzburger Straße bei Traunstein eingestürzt. © FDL/Lamminger
Ein Gebäude ist an der Salzburger Straße bei Traunstein eingestürzt. © FDL/Lamminger

Doch von den 48.000 Euro, die die Brüder für die berühmt-berüchtigte Ruine östlich von Traunstein bekommen haben, ist einiges schon wieder weg: 5000 Euro Zwangsgeld habe die Stadt Traunstein schon gepfändet, außerdem seien auch noch tausende Euro für den damaligen Feuerwehreinsatz zu bezahlen. Durch das nun rechtskräftige Urteil haben die beiden Männer, 54 und 50 Jahre alt, nun Bewährungsstrafen in Höhe von sechs bzw. acht Monaten zu verbüßen. 

Boden und Trümmer mit Asbestfasern kontaminiert

Die Ruine an der Salzburger Straße wurde bereits als "Altes Rathaus" verspottet, auch jetzt prangt wieder ein süffisantes Plakat am Bauzaun: "Luxussanierung in traumhafter Stadtrandlage". Nach dem Kauf 2007 hätte den Brüdern das Geld für eine Renovierung gefehlt. In den Jahren vor der Schneekatastrophe gab es ein reges Hin-und-Her zwischen der Stadt und den damaligen Eigentümern: Sie wurden dazu aufgefordert, das Haus gegen Einsturz und unbefugtes Betreten zu sichern. Nach dem Dacheinsturz im Februar 2019 wurde das Haus dann von der Feuerwehr kontrolliert teils eingerissen - wegen der Bundesstraße vor der Haustür und weil die Statik nicht mehr sicher war.

Ob der Schandfleck mit dem Verkauf nun bald der Vergangenheit angehört? Die Entsorgung wird aufwendig und teuer. Durch das wilde herunterreißen der Asbestplatten sei nicht nur die Ruine, sondern auch der Boden kontaminiert worden, vermutete ein Gutachter. Allein die Kosten für die Asbest-Entsorgung schätzte er im ersten Prozess auf 6000 Euro. Der Boden rund um das Haus müsse bis zu 15 Zentimeter tief abgetragen werden. Asbest ist im Abfallverzeichnis als "gefährlicher Stoff" vermerkt. Seit 1993 darf es nicht mehr verbaut werden. Beim Einatmen können die unsichtbaren Asbestfasern Lungenkrebs verursachen. 

xe

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