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Trio ging mit Pistole und Baseballschläger vor

Überfall auf Asylbewerber: Gericht verhängt lange Haftstrafen

Mit einer Gaspistole und einem Baseballschläger bewaffnet sollen drei Männer in Traunreut Asylbewerber überfallen haben: Urteil vor dem Landgericht Traunstein.
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Zwei der drei Angeklagten, links der 18-jährige Afghane, rechts der 18-jährige Traunreuter.

Traunstein/Traunreut - Mit einer Gaspistole und einem Baseballschläger bewaffnet sollen drei Männer Asylbewerber überfallen haben - es ging um Schulden. Nun fiel das Urteil vor dem Landgericht.

Erneute Verhandlung im August 2020

Ab Montag, den 3. August 2020, wird der Fall erneut vor dem Traunsteiner Landgericht verhandelt, da das Urteil aufgehoben wurde. Für die erneute Verhandlung sind insgesamt zwei Prozesstage angesetzt, Prozessbeginn ist am Montag, den 3. August um 8.30 Uhr, das Urteil soll am 10. August fallen.

Update 9.45 Uhr: Das Urteil

Das Landgericht Traunstein hat das Urteil gesprochen. Die drei Männer müssen jeweils jahrelang ins Gefängnis. Der 18-jährige Traunreuter erhält eine Strafe von fünf Jahren und sechs Monaten, der 29-jährige Russlanddeutsche aus Traunreut muss für drei Jahre ins Gefängnis. Beide müssen laut Gerichtsbeschluss außerdem eine Therapie bewältigen. Der dritte Täter, ein 18-jähriger Asylbewerber, muss für zwei Jahre und acht Monate hinter Gitter. 

Das Gericht sieht es als erwiesen an, dass das Trio im April 2018 Asylbewerber in Traunreut überfiel. Der Hintergrund waren Geldschulden. Verurteilt wurden die Drei wegen Wohnungseinbruchsdiebstahl, Sachbeschädigung und gefährlicher Körperverletzung. Die beiden Traunreuter haben sich darüber hinaus der versuchten, schweren räuberischen Erpressung und dem Führen einer Schusswaffe strafbar gemacht. Der Asylbewerber ist zusätzlich "nur" wegen Anstiftung zur versuchten schweren räuberischen Erpressung schuldig. 

"Sie sagten 'In Traunreut ist das ganz normal'", so der Vorsitzende Richter Klaus Weidmann in Anspielung auf Sätze, die die Opfer wohl zu hören bekamen: "Nein, das ist nicht normal und es darf auch nicht normal werden. Das ist unser Auftrag. Wir dulden keine Selbstjustiz, sonst haben wir nur noch ein Hauen und Stechen."

Vorbericht zum Prozess

"Ich brauche mehr als 200 Euro, Du hast eine Stunde Zeit, dann will ich das Geld haben. Sonst komme ich in Deine Wohnung und schlage Dich", soll es im April 2018 auf dem Traunreuter Rathausplatz geheißen haben. Auch eine Gaspistole soll einem der Bedrohten dabei an den Hals gehalten worden sein Kurze Zeit später wurde die Drohung wohl wahrgemacht: Die Wohnung von einem der Asylbewerber wurde aufgesucht, dann wurde wohl zugeschlagen, Inventar zertrümmert und Handy geklaut.

Schüsse in Traunreuter Innenstadt?

 © FDL/BeMi
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Angeklagt sind ein arbeitsloser Traunreuter, ein afghanischer Asylbewerber (beide damals 17 Jahre alt) und ein 29-jähriger Russlanddeutscher. Die drei Männer sind angeklagt wegen Nötigung, Schusswaffenbesitz, Diebstahl mit Waffen, Wohnungseinbruchsdiebstahl, Sachbeschädigung, besonders schweren Raubs, gefährlicher Körperverletzung.

Zuletzt wurden vor dem Landgericht in Traunstein die Plädoyers gehalten: Die Staatsanwaltschaft forderte Gefängnisstrafen, nach Jugend- bzw. Erwachsenenstrafrecht, zwischen vier und acht Jahren. Zwei der Männer sollen darüber hinaus eine Drogentherapie machen. Die Verteidiger beantragten deutliche niedrigere Strafen, jeweils mit Bewährung. Die Anwälte argumentierten unter anderem, dass man dem Hauptangeklagten nur helfen wollte, oder dass man sich wegen der Geldschulden nur etwas rächen wollte.

Das Urteil wird gegen 9 Uhr gesprochen. chiemgau24.de wird aktuell aus dem Traunsteiner Landgericht berichten.

xe

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