Prozess am Landgericht Traunstein

Mutmaßlicher Vergewaltiger aus Bad Aibling vor Gericht - Urteil soll am Freitag fallen

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Bad Aibling/Traunstein - Seit Dienstag, 12. März, muss sich ein 21-Jähriger aus Bad Aibling wegen Vergewaltigung vor dem Traunsteiner Landgericht verantworten. Am Freitag soll das Urteil fallen.

Am 12. März begann der Prozess gegen einen 21-Jährigen Afghanen aus Bad Aibling, der seine Ex-Freundin mehrmals zum Geschlechtsverkehr gezwungen haben soll. Es soll dabei auch ein Messer verwendet haben, mit dem er die Geschädigte bedroht und verletzt haben soll.

Die Staatsanwaltschaft hat gegen den Mann Anklage wegen Vergewaltigung und gefährlicher Körperverletzung erhoben. Das Gericht hat zwei Prozesstage angesetzt. Am Freitag, 22. März, ab 9 Uhr sollen nun die Plädoyers gesprochen werden und das Urteil fallen.

Mit Messer zum Sex gezwungen?

Es geht konkret um zwei Vorfälle, einmal in Nürnberg und einmal in Bad Aibling, die sich im Mai und Juni 2018 abspielten. Die Ex-Freundin zeigte diese bei der Polizei an. Sie und der Angeklagte führten seit Februar 2018 eine Beziehung, die die Geschädigte im Mai beendete. Daraufhin soll der Angeklagte die Frau laut Anklageschrift mehrfach zum Sex gezwungen und sie dafür auch mit einem Messer bedroht haben. Der Angeschuldigte habe die Frau so vehement gestalkt, bis sie eine Woche nach der mutmaßlichen Vergewaltigung im Juni in Bad Aibling zur Polizei ging.

"Leg das Messer weg, sonst geht gar nichts"

Der Verteidiger des Angeklagten, Rechtsanwalt Harald Baumgärtl, sehe im Gegensatz zur Staatsanwaltschaft hier einen minder schweren Fall gegeben, da sein Mandant das Messer vor dem zweiten Übergriff weggelegt habe. "Leg das Messer weg, sonst geht gar nichts", habe die Geschädigte am Dienstag vor Gericht ausgesagt, wie uns Baumgärtl im Gespräch mitteilte. "Außerdem hat sie zugegeben, Dinge über sich ergehen zu lassen. Zwischen den Vorfällen in Nürnberg und Bad Aibling ist es auch zu einvernehmlichem Geschlechtsverkehr gekommen." 

Am ersten Fall in Nürnberg, bei dem kein Messer im Spiel war, sehe der Anwalt gar nichts dran. "Sie hat auch den Ärzten, bei denen sie danach war, nur von dem Vorfall in Bad Aibling erzählt", so Baumgärtl. Der Anwalt regte daher im Laufe der Verhandlung ein Rechtsgespräch an, das aber ohne Ausgang blieb.

Zwei Verfahren gegen den Angeklagten wurden eingestellt

Laut psychiatrischem Gutachten liege beim Angeklagten keine verminderte Schuldfähigkeit vor. Auch waren weder Alkohol noch Drogen im Spiel. Der Angeschuldigte ist nicht vorbestraft, jedoch gab es gegen ihn zwei Verfahren, die aber eingestellt wurden. Er soll aus einem Missverständnis heraus in einer Arztpraxis randaliert haben. Das andere Verfahren stand im Zusammenhang mit dem Prozess am Dienstag. Die Geschädigte zeigte ihn zweimal wegen Hausfriedensbruch an.

Rubriklistenbild: © picture alliance/David-Wolfgang Ebener/dpa

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