Tat in Waldkraiburg aus Oktober 2019

Türsteher: „Überall ist Blut rausgekommen“ - Angeklagter bereits mehrfach vorbestraft

Am Samstag, den 19. Oktober 2019 verletzte ein Mann auf dem Parkplatz eines Kinos in Waldkraiburg einen 41-Jährigen mit einem Messer lebensgefährlich. Drei Tage später, am Dienstag, den 22. Oktober 2019 wurde der mutmaßliche Täter in Aschau am Inn verhaftet.
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Am Samstag, den 19. Oktober 2019 verletzte ein Mann auf dem Parkplatz eines Kinos in Waldkraiburg einen 41-Jährigen mit einem Messer lebensgefährlich. Drei Tage später, am Dienstag, den 22. Oktober 2019 wurde der mutmaßliche Täter in Aschau am Inn verhaftet.

Waldkraiburg/Traunstein - Am Freitag, den 11. September, steht der zweite Verhandlungstag im Fall einer Messerstecherei auf einem Kino-Parkplatz im Oktober 2019 an.

Update, 11.57 Uhr -Angeklagter bereits mehrfach vorbestraft


Die Aussage des Sachverständigen wird auf den nächsten Prozesstag am Dienstag, den 15. September verschoben. Stattdessen werden die Einträge des Angeklagten im Bundeszentralregister verlesen. Er ist kein unbeschriebenes Blatt. Gegen ihn liegen bereits zahlreiche Verurteilungen sowohl in den Landkreisen Rosenheim und Mühldorf sowie weiteren Landkreisen vor.

Unter anderem wegen Körperverletzung, Raub mit Körperverletzung ,Widerstand gegen Polizeibeamte, Handel mit und Besitz von Betäubungsmitteln, Unerlaubtem Waffenbesitz und dem Zeigen verfassungsfeindlicher Symbole musste er sich bereits vor Gericht verantworten. Der Angeklagte blickt während der Verlesung der Einträge seiner Vorstrafen zu Boden.


Der Prozesstag am Freitag ist damit beendet. Der Prozess wird am Dienstag, den 15. September ab 9 Uhr vor dem Landgericht Traunstein fortgesetzt. Dann sollen auch bereits die Plädoyers gehört werden. Ob es auch bereits zu einem Urteil kommt, ist noch nicht absehbar.

Update, 10.53 Uhr - Weitere Zeugenaussagen: „Überall ist das Blut rausgekommen“

Der zweite Prozesstag beginnt mit weiteren Zeugenaussagen. „Ich war auf dem Weg zu meinem Auto. Da habe ich zwei Männer gesehen, die gerade in einem Handgemenge waren“, berichtet zunächst eine Zeugin. Sie habe gesehen, wie einer der beiden Männer beim Versuch nach seinem Kontrahenten zu treten, umgefallen und der andere geflüchtet sei. „Der andere ist dann dem Flüchtenden hinterher.“

Mehr habe sie nicht gesehen. „Ich bin dann nach Hause gefahren.“ Eindeutig identifizieren könne sie die Männer als den Angeklagten und den Geschädigten aber nicht. „Haben Sie gesehen, dass einer davon ein Messer hatte?“, will der Vorsitzende Richter wissen. „Nein, dann wäre ich ja sofort in mein Auto und geflüchtet.“

„Ich habe gesehen, dass er hingefallen war und habe nachgesehen, was los ist“, berichtet einer der Türsteher, welche dem Geschädigten zur Hilfe eilten. Das vorangegangene Geschehen habe er nicht mitbekommen. „Der Geschädigte hat noch versucht aufzustehen und irgendwo hin zu laufen“, räumt er auf Nachfrage des Richters ein. „Davon musste ich ihn angesichts seiner Verletzungen abhalten.“ Warum er das getan habe, könne er aber nicht sagen.

Überall ist das Blut rausgekommen, sowas habe ich noch nicht gesehen“, schildert ein anderer Türsteher. Auch er bestätigt, dass der Geschädigte davon abgehalten werden musste, wegzulaufen. Auf Nachfrage des Richters bestätigt er seine Aussage gegenüber der Polizei. Demnach habe der Geschädigte ihm gesagt, derjenige, der ihn verletzt habe sei geflüchtet und er wolle ihm hinterher.

„Als der Geschädigte am Boden lag, hat er noch mit irgendwem auf russisch telefoniert“, berichtet ein weiterer Zeuge. „Mit wem oder was gesagt wurde, kann ich aber nicht sagen.“ Am ersten Prozesstag hatte der Geschädigte behauptet, nur bis zum Angriff durch den Angeklagten mit seinem Schwager telefoniert zu haben. Danach habe er sein Handy fallen gelassen.

Nach einer Pause sollen Sachverständige gehört werden.

Erstmeldung:

Zwei Männer gerieten auf dem Parkplatz eines Kino-Komplexes in Waldkraiburg Ende Oktober 2019 in Streit. Es ging um Schulden in Höhe von 700 Euro. Am Ende liegt einer der Beiden schwer verletzt am Boden, der andere flüchtet. Drei Tage später wird der Flüchtige in Aschau am Inn verhaftet. Soviel scheint festzustehen. Doch was genau geschah und was die Hintergründe waren, darüber gingen am Ersten Verhandlungstag vor dem Landgericht Traunstein die Aussagen von Angeklagtem und Geschädigtem auseinander.

Messerstecherei auf Kinoparkplatz in Waldkraiburg: Aussagen von Geschädigtem und Angeklagtem gehen auseinander

Der Angeklagte ist ein heute 40-Jähriger mit einer Vorgeschichte von Alkohol- und Drogenabhängigkeit. Er behauptet, er habe dem Geschädigten das Geld geschuldet, da er Heroin diesen Werts zum Verkauf erhalten habe. Dieses habe er dann stattdessen aber konsumiert. Bei der Auseinandersetzung sei er der Attackierte gewesen, er habe zur Selbstverteidigung ein Messer gezogen. Der andere Mann habe sich dann bei seinen trotzdem fortgeführten Attacken mit Fäusten und Füßen selbst an der Klinge verletzt.

Der Geschädigte, der auch als Nebenkläger auftritt, liefert eine andere Sicht der Dinge. Zum Thema Betäubungsmittel verweigerte er die Aussage. Er habe dem Angeklagten das Geld schlicht geliehen. Wer die Schlägerei angefangen habe, wisse er nicht mehr. Er habe vom Angeklagten abgelassen und den Streit für beendet erklärt. Als er dann per Telefon einen Schwager anrief, der ihn abholen sollte, sei er hinterrücks mit einem Messer attackiert worden.

Geschädigter polizeibekannt - Keine eindeutige Tatwaffe

Ein Polizeibeamter sagte aus, der Geschädigte sei durchaus polizeibekannt. "Daher wundert es mich, dass er ausgesagt hat, wer ihn attackiert haben soll." Ein eindeutig als Tatwaffe identifizierbares Messer konnte allerdings nicht gefunden werden. Auch ließen sich beispielsweise die Verletzungen des Geschädigten durch einen Gutachter nicht eindeutig einer der beiden Versionen des Geschehens zuordnen. Nun sollen am zweiten Prozesstag am Freitag, den 11. September weitere Zeugen gehört werden.

Ein weiterer Prozesstag ist für Dienstag, den 15. September angesetzt. chiemgau24.de berichtet aktuell aus dem Prozess

hs

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