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Versuchter Totschlag in Mehring vor Gericht

Angeklagter (31) stach im Suff guten Freund nieder - Opfer (43): „Ich habe ihn großgezogen“

Mehring/Traunstein - Das Beisammensein einiger Arbeitskollegen im vorigen Frühjahr lief völlig aus dem Ruder - ein 31-Jähriger stach schließlich auf einen Mann immer wieder mit dem Messer ein. Heute muss sich der Mehringer vor dem Landgericht verantworten.

Update, 16.17 Uhr - Angeklagter stach im Suff guten Freund nieder

Wen hat der 31-jährige Angeklagte da im Suff niedergestochen? Der Geschädigte muss jetzt als Zeuge aussagen. Schon bevor das erste Wort gesprochen wird, zeigt sich, dass die beiden in engem Kontakt standen. Beim Blickkontakt zwischen den beiden Männern schüttelt der Angeklagte nur den Kopf, weil er wohl selbst nicht glauben kann, was er getan hat und deutet mit den Fingern herunterrollende Tränen in seinem Gesicht an.

“Wir kennen uns seit 20 Jahren”, sagt der Geschädigte, der auch ein Arbeitskollege des Angeklagten ist. „Wir waren Freunde. Ich habe ihm damals in Rumänien das Arbeiten beigebracht.” Ob er in diesem Moment mit dem Messerangriff rechnen konnte, will Richter Volker Ziegler wissen: „Überhaupt nicht. Ich hätte nie damit gerechnet. Ich habe ihn früher als Jungen sogar großgezogen und auf ihn aufgepasst” - der Angeklagte schaut ihn dabei traurig an und nickt.

Der Geschädigte stellte aber auch klar: Ein Streit sei nicht wegen seiner Frau entbrannt, wie es die Staatsanwaltschaft in der Anklage ausführte, sondern es ging nur um Schlafmöglichkeiten und Matratzen. Und der Messerangriff kam wohl völlig überraschend für den 43-Jährigen. Als er nach dem ersten Stich in Richtung Lunge zu Boden ging, setzte es mehrere weitere Stiche in den Rücken.

Erklären kann sich der Geschädigte den Angriff nur mit persönlichen, privaten Problemen beim Angeklagten – und mit seinem Alkoholkonsum. Eine Woche war der Mann nach der Tat im Krankenhaus, ungefähr einen Monat arbeitsunfähig. Das Messer drang bis zur Lunge vor. „Ich bin froh, dass ich überlebt habe. Der liebe Gott muss mich lieben”, so der Zeuge. Der Angeklagte entschuldigt sich – nach einem persönlichen Brief – nun auch nochmal persönlich im Gerichtssaal.

Der Prozess wird am 8. November fortgesetzt. Unter anderem mit dem psychiatrischen Gutachten, das in diesem Fall interessant werden dürfte. Auch die Plädoyers sollen gehalten werden und auch mit einem Urteil darf gerechnet werden. 

Update, 12.57 Uhr - Alkohol regierte das Leben des Angeklagten

Jetzt äußert sich der Angeklagte, ein 31-jähriger Rumäne, der immer wieder zum Arbeiten im Landkreis Altötting ist, zur Tat und zu seinen Hintergründen. Schnell wird deutlich: der Alkohol spielt eine übermächtige Rolle in seinem Leben.

An jenem 11. März sei er in den frühen Morgenstunden aus Rumänien zurück nach Mehring gekommen. Ohne zu schlafen habe er im Laufe des Tages dann mit dem Trinken begonnen, sei am Nachmittag dann mit seinen Arbeitskollegen zusammengesessen. „Wir haben die ganze Zeit getrunken, haben geredet, aber es war friedlich.” Ab dem Zeitpunkt, an dem er ins Bett gehen wollte, wisse er nichts mehr. Durch einen Hubschrauber sei er wieder wachgeworden. 

Aber die Tat hält er für möglich und leugnet sie nicht. „Alles was ich weiß, gebe ich zu.” Dass ein Streit um die Frau seines Arbeitskollegen ursächlich war, glaubt er aber nicht. „Ich hatte nie etwas mit ihr. Und auch mit meinem Arbeitskollegen gab es nie Probleme.” Zu den tiefen Messerstichen selbst, die bis in die Lunge des 43-Jährigen gingen, kann er sich also nicht äußern.

Fest steht aber: In den letzten Jahren waren es täglich rund zehn Bier, die der Angeklagte trank. Auch die Tabletten wegen Problemen mit seinen Beinen spülte er oft mit Bier hinunter. War ihm in der Früh übel, brachte er sich mit Bier wieder ins Lot. „Ich war abhängig”, sagt der 31-Jährige offen. Auch seine Frau verließ ihn deshalb schon. Und wenn er nicht in Deutschland, sondern in Rumänien war, sei er meistens nur „an der Bar” herumgehangen. 

Auch jetzt, in der U-Haft, denke er täglich an Alkohol: „Wenn hier jetzt etwas stehen würde, ich würde es sofort trinken“, so der Angeklagte. Der nächste Zeuge ist jener Arbeitskollege, den er mit sieben Messerstichen schwer verletzte - es wird sich herausstellen, ob die beiden eine enge Bindung haben. 

Update, 11.25 Uhr - Prozess um Mehringer (31) hat begonnen

Eine brutale Tat, passiert am 11. März in Mehring, wird jetzt vor dem Landgericht verhandelt. Auf der Anklagebank Platz genommen hat ein 31-jähriger Rumäne. Schon am Nachmittag sei er an jenem 11. März mit fünf Arbeitskollegen zusammengesessen. Dann entbrannte laut Staatsanwalt Langwieder ein Streit: Der Angeklagte habe angedeutet, Sex mit der Lebensgefährtin eines Arbeitskollegen gehabt zu haben – der gab dem Angeklagten dann wohl zwei leichte Ohrfeigen, der Streit konnte geschlichtet werden. 

Gegen 21.45 Uhr sei der Angeklagte dann plötzlich aufgestanden und habe ein Küchenmesser (Klingenlänge 19 Zentimeter) geholt. Wortlos sei der 31-Jährige zum Tisch zurückgegangen und seinem Kontrahenten gegenübergestanden. “Unvermittelt und ohne etwas zu sagen stach der Angeschuldigte mit dem Messer von vorne im Bereich der Schulter nach unten in die Brust des Geschädigten”, so der Staatsanwalt. Der “wuchtige Stich” sei zehn bis 15 Zentimeter tief eingedrungen und habe die Lunge verletzt. 

Der Geschädigte, damals 43 Jahre alt, fiel um, doch der Angeklagte habe sechs Mal in den Rücken nachgestochen. Wieder wurde die Lunge verletzt. Ein weiterer Arbeitskollege am Tisch konnte die Auseinandersetzung beenden und den Angeklagten überwältigen. Der 31-Jährige sei danach geflüchtet. Im Krankenhaus konnte ein Zusammenfallen der Lunge des Geschädigten noch verhindert werden. “Nur durch Zufall und aufgrund der schnellen medizinischen Hilfe überlebte der Geschädigte”, führt Staatsanwalt Langwieder aus. 

Jetzt ist der Angeklagte mit seiner Aussage zu den Vorwürfen am Zug. 

Vorbericht:

Die Staatsanwaltschaft spricht davon, dass der Geschädigte nur durch Zufall und wegen der schnellen medizinischen Hilfe überlebt habe - angeblich verantwortlich: Ein 31-Jähriger aus Mehring (Landkreis Altötting). Am Nachmittag des 11. März sei er mit einigen Arbeitskollegen zusammengesessen, Alkohol sei geflossen. Doch im Laufe des Abends sei der Streit derart eskaliert, dass der Angeklagte ein Messer holte und damit dann dem Geschädigten (43) gegenüberstand.

Zuerst setzte es einen tiefen Stich in den Oberkörper, dann weitere sechs Messerstiche in den Rücken des Geschädigten, so die Staatsanwaltschaft. Dann sei der Angeklagte überwältigt worden. Noch am selben Tag wanderte der Mann in Untersuchungshaft. Am heutigen Montag (31. Oktober) muss er sich vor dem Traunsteiner Landgericht verantworten. Versuchter Totaschlag und gefährliche Körperverletzung werden ihm vorgeworfen. Die Verhandlung beginnt um 8.30 Uhr, innsalzach24.de berichtet aktuell aus dem Gerichtssaal.

xe

Rubriklistenbild: © Uwe Lein / dpa

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