Traunreuter (45) auf offener Straße niedergestochen

Messerstiche wegen zehn Euro: Urteil gefallen

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Traunstein/Traunreut - Auf offener Straße soll in Traunreut ein Mann niedergestochen und zusammengeschlagen worden sein - der Hintergrund: zehn Euro Schulden. Nun wurde ein Urteil gefällt.

Update, 16.25 Uhr: Urteil gefallen

Tränen in den Augen hat die 41-jährige Angeklagte - obwohl sie, zumindest im Vergleich zur Forderung der Staatsanwaltschaft, glimpflich davongekommen ist: sechs Monate Haft, ausgesetzt zur Bewährung. Die Traunreuterin ist schuldig wegen Beihilfe zur gefährlichen Körperverletzung. Die Bewährungszeit beträgt satte vier Jahre.

Ganz anders wird das Leben des hageren 38-jährigen Hauptangeklagten weitergehen: Er muss für vier Jahre und drei Monate ins Gefängnis. Er ist schuldig der gefährlichen Körperverletzung. Zusätzlich muss er dem Opfer 1000 Euro zahlen. Er nimmt das Urteil dagegen wesentlich gefasster hin.

Trotz vieler widersprüchlicher Aussagen im Prozessverlauf sieht es Richter Erich Fuchs als erwiesen an, dass der 38-Jährige einen Traunreuter auf offener Straße das Messer in die Brust gerammt und ihn mit einer Duschstange geschlagen hat. 

"Es war ein lebensgefährlich Stich mit schwerwiegenden Folgen", so Fuchs. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, binnen einer Woche können Staatsanwaltschaft oder Verteidigung in Revision gehen.

Update 15.45 Uhr: Die Plädoyers

Die Plädoyers sind inzwischen gehalten - mit einer weitgehenden Forderung der Staatsanwaltschaft: Sechseinhalb Jahre Haft wird für den 38-jährigen Traunreuter wegen gefährlicher Körperverletzung gefordert. Für seine Komplizin will die Staatsanwaltschaft drei Jahre und neun Monate Haft wegen Mittäterschaft zur gefährlichen Körperverletzung.

Die Verteidigung forderte hinsichtlich des Haupttäters keinen konkreten Strafrahmen, die 41-Jährige solle dagegen maximal eine zweijährige Haftstrafe ausgesetzt zur Bewährung bekommen. In den nächsten Minuten soll das Gericht unter Vorsitz von Erich Fuchs das Urteil fällen.

Unser Vorbericht vom Montagvormittag:

Der Prozess gegen ein Traunreuter Pärchen, er 38 Jahre alt, sie 41, begann am vergangenen Montag vor dem Traunsteiner Landgericht: Im Februar 2017 soll der Mann einen heute 45-Jährigen auf offener Straße mit Messerstichen schwer verletzt haben, dazu soll es Schläge mit einer Duschstange gesetzt haben. Zehn Euro Schulden aus einem Drogengeschäft waren der Hintergrund.

Traunreuter Pärchen geständig 

In den Kernpunkten bestätigte sich am ersten Prozesstag die Anklage. Das Traunreuter Pärchen war geständig - offen blieben nur Details am Rande: Ging es vielleicht um einen höheren Geldbetrag? Und war das Opfer mit einem Hammer bewaffnet? Doch auf Nachfrage von Richter Erich Fuchs verneinte der Angeklagte eine Notwehrlage.

"Sie sind mit Messern dagestanden. Dann weiß ich nur noch von dem Krankenwagen", so das 45-Jährige Opfer beim Prozessauftakt vor Gericht.  laut Zeitung am Montag vor Gericht. Er hat den Angriff vom 25. Februar 2017 relativ gut überstanden, hat nur manchmal Probleme beim Atmen und braucht jetzt eine Lesebrille.

Rippe mit Messer durchtrennt 

Das Treffen im Traunreuter Norden begann wohl gleich mit einem Schlag mit der Duschstange gegen den Kopf des Opfers - dann fielen auch schon Drohungen. In der anschließenden Rauferei stach der Angeklagte dann mit einem Messer mit einer Klingenlänge von 20 Zentimeter zu: Zwei Schnitte am Hinterkopf und vor allem einen Stich in den Brustkorb erlitt das Opfer dabei - eine durchtrennte Rippe und eine Lungenöffnung waren die Folge

Weitere gezielte Messerstiche konnte der 45-Jährige nur mit den Händen abwehren. Obwohl der Mann längst am Kopf blutete, habe es danach noch weitere Schläge gesetzt. Für den 45-Jährigen habe in diesem Moment zumindest eine "abstrakte Lebensgefahr" bestanden, so die Staatsanwaltschaft Ein Bekannter des Opfers sei derweil von der angeklagten Frau mit einem Messer in Schach gehalten worden.

Das Urteil wird für den frühen Montagnachmittag erwartet. chiemgau24.de berichtet gleich im Anschluss aus dem Gerichtssaal. Der 38-jährige Traunreuter ist angeklagt wegen gefährlicher Körperverletzung, die 41-Jährige wegen Hilfeleistung zu einer gefährlichen Körperverletzung und versuchter gefährlicher Körperverletzung.

xe

Rubriklistenbild: © Fotomontage dpa

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