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Einmal wöchentlich entschleunigen sie die Stadt

Mit zwei PS und im Schritttempo: Unterwegs mit den Traunsteiner Bierkutschern

Franz Ramstötter, Bierkutscher vom Hofbräuhaus Traunstein
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Franz Ramstötter und Lebensgefährtin Marion Neumann mit den Rössern Nando und Vitus. Sie liefern einmal wöchentlich für das Hofbräuhaus Traunstein Getränke aus.
  • Xaver Eichstädter
    VonXaver Eichstädter
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Sie klappern in aller Seelenruhe jeden Dienstag durch Traunsteins Straßenverkehr und liefern Bier aus - „und die allermeisten Leute freuen sich“, lacht Franz Ramstötter: Wir haben uns die Arbeit der Rosserer des Hofbräuhauses genauer angeschaut.

Traunstein - Jeden Dienstagvormittag schaltet die Stadt Traunstein einen Gang runter: Ein Pferdefuhrwerk klappert durch die Innenstadt und über vielbefahrene Straßen. Nach althergebrachter Art wird Bier ausgeliefert. „Die Leute freuen sich und auch die Autofahrer sind fast immer rücksichtsvoll. Nur hie und da muss man mal schimpfen“, sagt Franz Ramstötter beim Besuch von chiemgau24.de und lacht. Seit zehn Jahren manövriert er die Bierkutsche des Hofbräuhauses jetzt schon durch Traunstein.

Bierkutscher aus Traunstein: Mit zehn Hektolitern durch die Stadt

Zehn Hektoliter an Getränken, fast zwei Tonnen Gesamtgewicht, waren es am vergangenen Dienstag (7. September), die von Vitus und Nando durch die Stadt gezogen wurden. Die beiden Rösser, Süddeutsches Kaltblut, verrichten unverhohlen ihren Dienst, egal wie laut die Autos um sie herumbrausen: „Die scheuen den Verkehr gar nicht und denken sich überhaupt nichts“, erzählt Ramstötter. Mal liefert der Surberger mit seiner Lebensgefährtin Marion Neumann aus, mal mit Björn Gangkofer.

Für Ramstötter und Neumann sind die Getränkelieferungen eine entspannende Abwechslung - „nur wenn‘s regnet, dann ist‘s nicht so lustig“.

Los geht‘s immer dienstags in aller Früh‘: Zuerst mit dem Lastwagen und den Pferden aus Surberg ins Gewerbegebiet im Traunsteiner Norden, wo die Kutsche steht. Dann, mitten im Berufsverkehr, in aller Ruhe über die Hauptverkehrsadern in der Großen Kreisstadt. Aber dort ist man das Gespann gewohnt, die Bierkutscher gehören zum Stadtbild. Ziel ist das Hofbräuhaus in der Innenstadt, wo aufgeladen wird. In erster Linie Bier, aber auch Wein, Cola oder Säfte lagern dann auf dem Hänger.

Vom Hofbräuhaus über den Maxplatz bis zum Kaufland und retour

Zuerst werden Imbisse, Supermärkte und Metzger rund um den Maxplatz angesteuert, dann geht es hinaus zum Getränkemarkt der Kaufland-Filiale. Man merkt bei jeden Halt: Vitus und Nando sind Publikumsmagneten. Familien mit Kindern bleiben stehen, Urlauber machen Fotos. Auch wenn es sich auf den Straßen hinter den Kaltblütern natürlich staut, „immer wieder mal wird ein Daumen nach oben aus den Autofenstern gestreckt“, freut sich Marion Neumann. Und wenn die Pferde ihr „Geschäft“ auf der Straße verrichten, liegen Schaufel und Eimer im Anhänger auch parat. Gegen Mittag ist die Tour dann meist beendet.

Franz Ramstötter hat eigens einen Kutscherführerschein für seine Dienstags-Touren. Den braucht er auch, um Rösser und Gerstensaft durch die Straßen lenken zu dürfen. Auch eine rot-weiße Kelle hat der Surberger dabei, fürs Abbiegen an den Kreuzungen. Gefährlich findet er seine Ausritte nicht. Ramstötter: „Nur am Stadtplatz muss man aufpassen und wegen dem Kopfsteinpflaster langsam fahren, das Leergut kann sonst schnell ins Kippen kommen.“ Aber pressieren tut es allem Anschein nach sowieso nicht: „Und irgendwen zum Ratschen trifft man ja auch immer.“

xe

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