Verhandlung am Landgericht Traunstein

Mutmaßlicher Mörder von Manuela K. hat ellenlange Liste an Vorstrafen

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Mord-Prozess um Tod von Manuela K. aus Bergen am Landgericht Traunstein: Links der Angeklagte mit seinem Verteidiger Harald Baumgärtl.

Bergen/Traunstein - Hat ein 61-jähriger gebürtiger Traunsteiner Manuela K. aus Bergen ermordet und zerstückelt? Er hat die Tat bereits gestanden. Am heutigen dritten Prozesstag (22. März) am Landgericht werden Gutachter mehr über die Psyche des mutmaßlichen Mörders verraten. Wir berichten im Ticker.

Update, 18.13 Uhr - Mutmaßlicher Mörder von Manuela K. hat ellenlange Liste an Vorstrafen

Die Liste der Urteile, die in der Vergangenheit gegen den Angeklagten gesprochen wurden, ist lang – ganze 17 Verurteilungen sind es, die der Vorsitzende Richter Erich Fuchs nun verliest. Schon in den 1970er-Jahren ging es los. In erster Linie wurde der 61-Jährige wegen Diebstählen und Fahren ohne Fahrerlaubnis verurteilt, aber auch schwerer Raub, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, schwerer Betrug oder versuchte Gefangenenmeuterei finden sich in der Liste.

Die meisten der Urteile gegen den Angeklagten wurden in Oberbayern verhängt, aber auch in Baden-Württemberg, Franken und Österreich machte sich der Mann strafbar. In Baden-Württemberg legte er mit Komplizen eine regelrechte Einbruchserie hin.

Auch ein Blutspurengutachten wurde dem Landgericht nun präsentiert. Nach der Tötung hat der Angeklagte nach eigenen Angaben versucht, die Wohnung gründlich zu reinigen. Zum Teil strich der 61-Jährige auch die Wände neu. So schlecht ist ihm die Vertuschung anscheinend auch nicht gelungen, denn als Spurenhunde das erste Mal die Wohnung von Manuela K. in Bergen betraten, fiel ihnen nichts auf.

Deshalb arbeiteten die Ermittler in der Wohnung dann mit Luminol. Mit diesem Mittel lassen sich auch geringste Mengen von Blut an Oberflächen nachweisen – auch in Bergen ist das gelungen. Der Blutspurengutachter zeigt viele Fotos aus der Wohnung nach dem Auftragen von Luminol: In der Dusche, im Schlafzimmer, im Gang, in der Küche, auch im Auto oder an der Buddha-Figur sind überall Blutspuren zu sehen. „Sieht man mit Luminol auch Blutspritzer, die überweißelt wurden?”, will der Richter wissen. Bei wasserdichten Farben sei dies unwahrscheinlich.

Am morgigen Dienstag werden ab 9 Uhr am Landgericht die Plädoyers gehalten. Das Urteil wird am Freitag, vermutlich ab 9 Uhr erwartet. 

Update, 13.17 Uhr - Sogar für den Gerichtsmediziner ist die Tat ein „absolutes Novum“

Ein Rechtsmediziner berichtet als Zeuge vor dem Traunsteiner Landgericht nun von den grausigen Details der zerstückelten Leiche Manuela K.s, die er untersuchen musste. Wir werden seine Aussage nur in groben Zügen wiedergeben und Einzelheiten aussparen.

Der Gutachter spricht von einer „massiven Gewalteinwirkung gegen das Gesicht“ der getöteten Frau. Der 61-Jährige hat nach eigenen Aussagen mit einer hölzernen Buddha-Statue auf die Frau eingeschlagen. Ziemlich sicher ist sich der Gerichtsmediziner, dass Manuela K. durch die Schläge bewusstlos wurde. Ob die Schläge auch für ihren Tod verantwortlich waren oder durch späteres Würgen – wie es der Angeklagte sagte – könne nicht sicher festgestellt werden.

Dass eine Leiche mit einer Astschere zerteilt wird, wie es der Angeklagte nach eigenen Angaben gemacht hat, ist auch für den Gerichtsmediziner „ein absolutes Novum“. Es sei mit großer Krafteinwirkung aber durchaus möglich, damit auch Knochen zu zerteilen. Gefunden wurde die Astschere nicht. Ein Beamter des Landeskriminalamtes sagt aus, dass es 25 Teilstücke waren, in die der Angeklagte die Frau zerteilte. Verpackt waren sie in Säcke und Taschen, die in einem Waldstück bei Knappenfeld (Gemeinde Siegsdorf) abgelegt wurden. Etwa zwei Monate nach der Tat wurde der Angeklagte festgenommen und zeigte später der Polizei später die Stelle im Wald.

Der 61-Jährige habe die Leiche eher nicht aus sexueller Motivation zerteilt, glaubt der Gerichtsmediziner. Auch das gäbe es durchaus. Eher habe er die Tat damit besser vertuschen wollen. Bei all den unappetitlichen Details, die nun vor Gericht genannt werden, sitzt der Angeklagte abermals völlig ruhig und regungslos da. Er schaut die allermeiste Zeit einfach auf die Tischplatte vor ihm, sein Blick wandert kaum in Richtung der Sachverständigen.

Am Nachmittag wird ein weiterer Gutachter zum mutmaßlichen Mord an Manuela K. aussagen.

Update, 11.18 Uhr - Zusätzlich zum Mord: Schwerer Raub

Dritter Prozesstag gegen einen 61 Jahre alten Mann am Landgericht Traunstein: Er soll Anfang Januar 2020 Manuela K. aus Bergen ermordet und ihr einen hohen Geldbetrag geraubt haben. Vor Gericht sagt nun ein Beamter der Kriminalpolizei aus. Nach seinen Angaben waren es fast 42.800 Euro, die der Angeklagte in den Tagen nach der Tat ausgab.

Er leistete sich unter anderem einen BMW für 16.000 Euro, ein neues I-Phone, beglich Rechnungen der Autowerkstatt, vom Zahnarzt, einer Augenklinik und eine Rechnung der Krankenkasse für eine Kur. Außerdem soll sich der gebürtige Traunsteiner vom erbeuteten Geld neue Möbel gekauft haben. Und: Sein früherer Vermieter berichtete, dass er kurz nach der Tat auch Mietschulden beglich. Deshalb ist der Mann nicht nur wegen Mordes, sondern auch wegen besonders schweren Raubes mit Todesfolge angeklagt.

Nun wird ein Gerichtsmediziner aussagen, der die Leiche der damals 59 Jahre alten Monika K. untersuchte. 

Erstmeldung, 5.45 Uhr - Der dritte Prozesstag um den Mord an Manuela K.

Welche Persönlichkeit steckt hinter dem 61-Jährigen, dem der Mord an Manuela K. aus Bergen vorgeworfen wird? Am heutigen dritten Prozesstag werden die Gutachten im Mittelpunkt stehen. Unter anderem werden ein Psychiater und ein Gerichtsmediziner am Landgericht Traunstein aussagen. Bereits zu Prozessbeginn hat der gebürtige Traunsteiner gestanden, die damals 59 Jahre alte Frau am 9. Januar 2020 erschlagen, erwürgt und später zerstückelt zu haben. Sie galt wochenlang als vermisst.

Prozess um den mutmaßlichen Mord an Manuela K. aus Bergen

Am Montag, 22. März, wird der Prozess ab 9 Uhr vor dem Landgericht in Traunstein fortgesetzt. Der Angeklagte, der in Oberösterreich wohnte und zuletzt als Schreiner arbeitete, muss sich wegen Mordes und besonders schwerem Raub mit Todesfolge verantworten. Er lernte Manuela K. kurz zuvor auf einer Dating-Plattform im Internet kennen. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass er sie aus Habgier ermordete - denn der 61-Jährige hatte Mietschulden, einen Totalschaden am Auto und war arbeitslos. Etwa 86.000 Euro, Goldplättchen und Edelsteine soll er nach der Tötung von Manuela K. erbeutet haben.

Mit dieser Buddha-Statue soll der Angeklagte Manuela K. erschlagen haben. Sie ist etwa 30 Zentimeter hoch.

Am zweiten Prozesstag sagte unter anderem eine Freundin von Manuela K. aus. Seit dem Tod ihres Mannes habe sie viele, wechselnde Männerbekanntschaften gehabt, die sie sich vor allem im Internet suchte. Sie habe „nach Liebe gelechzt“ und sei in den 61-Jährigen schwer verliebt gewesen. Der Angeklagte kam schon oft mit dem Gesetz in Konflikt. Er selbst sagte, schon über 20 Jahre lang im Gefängnis gesessen zu sein. Weitere Prozesstermine sind aktuell für den 23., 25. und 26. März, jeweils ab 9 Uhr, vorgesehen. Vermutlich wird der letzte Verhandlungstag aber nicht mehr benötigt, so dass das Urteil schon am Donnerstag, 25. März, fallen könnte.

chiemgau24.de wird aktuell aus dem Traunsteiner Landgericht berichten.

xe

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