Nach Urteil gegen 61-Jährigen

Mord an Manuela K. aus Bergen: Revision eingelegt - Urteil nicht rechtskräftig

Mord an Manuela K. aus Bergen: Urteil gefallen
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Mord-Prozess um Tod von Manuela K. aus Bergen am Landgericht Traunstein. Rechts der Angeklagte mit seinem Anwalt Harald Baumgärtl.

Das Urteil am Traunsteiner Landgericht lautete: lebenslang wegen des Mordes an Manuela K. Doch der Verteidiger des Angeklagten geht nun in Revision.

Update, 30. März:

Das Urteil des Landgerichts Traunstein gegen den 61-jährigen Angeklagten ist noch nicht rechtskräftig, denn: die Verteidigung hat Revision dagegen beantragt. Das berichtet das Trostberger Tagblatt in seiner Ausgabe vom Dienstag, 30. März. Anwalt Harald Baumgärtl forderte in den Plädoyers eine Strafe wegen Totschlags für seinen Mandanten. Zwölf Jahre Haft seien für die Tötung von Manuela K. genug.

Update, 26. März, 13.25 Uhr: Das Urteil im Mord-Prozess um Manuela K. aus Bergen

Das Urteil im Prozess um die Tötung von Manuela K. aus Bergen lautet: Mord aus Habgier. Das Landgericht Traunstein verhängt gegen den 61-jährigen Angeklagten eine lebenslange Freiheitsstrafe. „Das heißt mindestens 15 Jahre Haft”, so der Vorsitzende Richter Erich Fuchs. Außerdem ist der Mann wegen Raubes mit Todesfolge verurteilt worden.

Die gestohlenen Diamanten, die Goldplättchen und den Rest des erbeuteten Geldes, 13.400 Euro, muss der Angeklagte zurückgeben. Außerdem wird Wertersatz angeordnet: Die weiteren 46.000 Euro, die er Manuela K. geraubt und nach dem Mord ausgegeben hat, müsse er möglichst zurückzahlen. Den Urteilsspruch nahm der Angeklagte äußerlich regungslos hin, auch während der Urteilsbegründung blickte er einfach nur ruhig auf die Anklagebank.

“Der Angeklagte hatte beschlossen, Manuela K. zu töten, um an ihr Geld im Tresor zu kommen”, ist sich Richter Fuchs sicher. “Er tötete mit direktem Vorsatz um an das Geld zu kommen.” Schließlich habe der Angeklagte nach der Tat gleich die Rechnung einer Autowerkstatt beglichen, sich ein neues IPhone gekauft, Mietschulden beglichen und später auch einen BMW gekauft, eine Laser-Behandlung an den Augen machen lassen und sich in Kur begeben.

Manuela K. und der Angeklagte seien sich recht schnell sympathisch gewesen, so das Gericht. Es geht davon aus, dass der Angeklagte nach einem Streit mit Fäusten und einer Buddha-Statue ins Gesicht von Manuela K. schlug - „mindestens zehn Mal mit großer Wucht”, so Erich Fuchs. Die massiven Schläge und das Würgen am Hals hätten dann zu ihrem Tod geführt. Später habe er die Leiche mit einem Cutter-Messer und einer Astschere zerstückelt und die Teile in Säcke gepackt. Außerdem reinigte der 61-Jährige dann die Wohnung und übermalte Blutspritzer.

“Es ist lebensfremd, dass man nach einigen Tagen Harmonie nur wegen eines Streits so aufeinander einschlägt”, so der Vorsitzende Richter Fuchs. Das sei weder für den Angeklagten noch für Manuela K. typisch gewesen. Es könne nur als Zeichen dafür gedeutet werden, dass der gebürtige Traunsteiner an das Geld von Manuela K. wollte. “Unmittelbar nach dem Tod hat er sich Geld aus dem Tresor verschafft. Das ist für uns unmittelbarer Beweis dafür, dass er Manuela K. deshalb tötete.” Eine besondere Schwere der Schuld kann das Gericht aber nicht feststellen.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Innerhalb einer Woche können Verteidigung oder Staatsanwaltschaft Einspruch dagegen einlegen.

Update, 11.05 Uhr - Urteil gefallen

Das Urteil am Traunsteiner Landgericht ist gefallen. Der Angeklagte, ein 61-jähriger gebürtiger Traunsteiner, wird wegen Mordes verurteilt. Außerdem ist er wegen Raub mit Todesfolge schuldig. Er erhält eine lebenslange Freiheitsstrafe. Ein ausführlicher Bericht zum Urteil folgt.

Vorbericht

Bergen/Traunstein - War es Mord oder „nur“ Totschlag? Und wie lange wird der Angeklagte hinter Gitter gehen? Am Landgericht Traunstein fällt am heutigen Freitag, 26. März, das Urteil im Mord-Prozess um die Tötung von Manuela K. aus Bergen. Ein 61-jähriger gebürtiger Traunsteiner hat die Tat bereits am ersten Prozesstag gestanden. Er hat die damals 59-Jährige in ihrer Wohnung mit Schlägen und Würgegriffen umgebracht und ihre Leiche später zerstückelt. Die Plädoyers wurden bereits gehalten.

Mord an Manuela K. aus Bergen? Urteil am Landgericht Traunstein

Staatsanwalt Markus Andrä forderte im Plädoyer eine lebenslange Freiheitsstrafe wegen Mordes. Außerdem sei die besondere Schwere der Schuld festzustellen, heißt: Frühestens nach 15 Haftjähren könnte die Strafe zur Bewährung ausgesetzt werden. Verteidiger Harald Baumgärtl plädierte dagegen auf Totschlag. Maximal zwölf Jahre Haft solle das Gericht verhängen. Der Angeklagte war bei der Tat voll schuldfähig, meinten zwei Gutachter. Das Traunsteiner Landgericht unter Vorsitz von Erich Fuchs wird um 11 Uhr das Urteil sprechen.

Laut Gerichtsmediziner schlug der 61-Jährige die Frau zuerst mit einer hölzernen Buddha-Statue bis zur Bewusstlosigkeit und würgte sie anschließend. Was todesursächlich war, bleibt unklar. Einige Tage nach der Tat zerstückelte der Mann die Leiche mit einer Astschere. Der Angeklagte verpackte die sterblichen Überreste in Säcke und Sporttaschen und versteckte diese in einem Waldstück bei Knappenfeld (Gemeinde Siegsdorf). Am 7. März 2020 konnte die Polizei den Mann festnehmen. Zuerst leugnete er die Tat, zeigte den Beamten kurz darauf dann aber doch die Stelle im Wald.

Mit dieser Buddha-Statue hat der Angeklagte auf Manuela K. eingeschlagen. Sie ist etwa 30 Zentimeter groß.

Der 61-jährige Angeklagte, der zuletzt in Oberösterreich wohnte, wurde von Gerichten bereits 17 Mal schuldig gesprochen, vor allem wegen Diebstählen und Fahren ohne Führerschein. Insgesamt 20 Jahre lang sei er nach eigenen Angaben bereits im Gefängnis gesessen. Er lernte Manuela K. kurz vor der Tat auf einer Dating-Plattform im Internet kennen. Staatsanwalt Andrä geht davon aus, dass der Angeklagte Manuela K. tötete, um an ihr Geld zu kommen - denn der 61-Jährige hatte Mietschulden, einen Totalschaden am Auto und war arbeitslos.

chiemgau24.de wird aktuell vom Urteil am Landgericht Traunstein berichten.

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