Verhandlungsbeginn am Donnerstag

Mutmaßlicher Doppelmörder vor Gericht

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Traunstein - Ein halbes Jahr nach dem schrecklichen Angriff auf das Rentnerehepaar in Aschau, steht ihr mutmaßlicher Mörder nun vor Gericht. Was dem Angeklagten zur Last gelegt wird: 

Ein Vermögen von rund 3,5 Millionen Euro, Immobilien und schnelle Autos, so soll das Leben des ehemaligen Justizvollzugsbeamten noch vor einigen Jahren ausgesehen haben. Wie der Mann, der ab Donnerstag vor der 5. Strafkammer des Landgerichts in Traunstein steht, zu einem mutmaßlichen Doppelmörder wurde:

Archivvideo: Leichenfund am Samerberg

Als sogenannter Schließer arbeitete der heute 58-jährige Angeklagte seinerzeit in der Justizvollzugsanstalt in Bernau. Nach einer umfangreichen Erbschaft soll der Mann dann seinen Dienst beim Staat beendet und zu seiner Frau ins Inntal gezogen sein.

Dr. Hans und Renate Rauch: Ihr mutmaßlicher Mörder steht ab Donnerstag vor Gericht

Wie der 58-Jährige sein Vermögen dann binnen kürzester Zeit durchgebracht hatte, ist unklar. Fakt ist, dass die Staatsanwaltschaft in Traunstein nach ihren Ermittlungen, zusätzlich zum vermeintlichen Mord am Rentnerehepaar, eine weitere Tat mit dem Angeklagten in Verbindung bringen konnte.

Bereits im November 2013 soll der Ex-Beamte versucht haben, auf illegale Weise an Geld zu kommen. Aufgrund von DNA-Spuren an einem Tatort in Brannenburg, konnte die Kriminalpolizei dem heute 58-Jährigen eine Verwicklung in einen Raubüberfall auf zwei Frauen nachweisen. Mit einem Küchenmesser bewaffnet soll der Täter damals eine 58-jährige Frau und ihre 87-jährige Mutter zur Herausgabe der EC-Karte samt PIN gezwungen haben. Insgesamt soll der vermummte Täter so 1.200 Euro erbeutet haben.

Rosenheimer Ehepaar getötet

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Ungefähr ein halbes Jahr später soll dann der Angeklagte erneut zugeschlagen haben. Im Haus des Rentnerpaars in Aschau soll der Mann Wertgegenstände und Bargeld vermutet haben. Nachdem er sich selbst mit Hilfe eines Dachgepäckträgers Einlass in das Gebäude verschafft hatte, sei die Suche im Haus jedoch nicht erfolgreich gewesen. Kurze Zeit später sollen dann die beiden Bewohner, Hans und Renate Rauch, nach Hause gekommen sein. Unter Androhung von Gewalt mit einem mitgebrachten Messer, habe der Angreifer das Ehepaar dann schließlich zur Herausgabe von Geld zwingen wollen.

Bei der Übergabe von EC-Karte und PIN wehrte sich der 90-jährige Arzt aber. Nach kurzem Handgemenge soll der Rentner dann zu Boden gegangen sein. Im weiteren Verlauf habe der Täter dann mit dem zuvor zum Öffnen des Hauses verwendeten Dachgepäckträger auf den Kopf der Frau eingeschlagen, der Mann verstarb an den Stichverletzungen mit dem Messer.

Bei der Geldübergabe geschnappt

Einen Tag nach der Tat soll es zum ersten Mal zu einer Abhebung vom Konto des ermordeten Ehepaars gekommen sein. Mit Hilfe eines am Tatgeschehen des Vortags unbeteiligten Mittelsmannes wollte der Angeklagte Geld vom Konto des Rentnerpaars abheben. Beim zweiten Versuch, wiederum einen Tag später, konnte die Polizei dann den Boten festnehmen. Dieser soll die Beamten zur Geldübergabe mit dem 58-Jährigen geführt haben.

Bei den Vernehmungen des Tatverdächtigen am Nachmittag des 13.Juli gestand dieser, das Ehepaar in Aschau getötet zu haben und führte die Kriminalbeamten der SOKO "Amsel" zum Ablageort der Leichen auf dem Samerberg.

Der Prozess gegen den ehemaligen Justizvollzugsbeamten vor der 5. Strafkammer beginnt am Donnerstag ab 9 Uhr am Landgericht in Traunstein. chiemgau24.de ist beim Prozess im Gerichtssaal und berichtet live vom Fortgang der Verhandlung.

Bilder aus dem Archiv

Der Fundort der Leichen

Leichenfund am Samerberg

Der mutmaßliche Tatort

Rentner-Ehepaar umgebracht 

Die Fahndungsfotos der Polizei

Doppelmord: Wer hat diese Fahrzeuge gesehen?

Rubriklistenbild: © pa/red

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