Mordprozess gegen Altenmarkter fortgesetzt 

Er rief noch seelenruhig die Polizei und meldete Mutter als vermisst

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Ein Foto des Hauptangeklagten (21) aus Altenmarkt im Gerichtssaal. Daneben ein Foto seiner Mutter.
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Traunstein/Altenmarkt - Der Prozess gegen einen 21-Jährigen Altenmarkter wird fortgesetzt: Er soll seine Mutter ermordet und im Wald vergraben haben. Nun sagte eine Polizistin aus, die seine Vermisstenanzeige entgegennahm.

Er soll brutal mit einem Zimmererhammer seine Mutter erschlagen und sie dann im Wohnzimmer sterben lassen haben. Die Leiche soll er dann mithilfe eines Freundes verpackt und in einem Waldstück bei Schnaitsee vergraben haben - umso abgebrühter hat der 21-Jährige aus Altenmarkt dann wohl rund 24 Stunden nach der Tat, am 16. September 2017, bei der Polizei in Trostberg angerufen.

Angeklagter verhielt sich völlig unauffällig am Telefon

Eine 31-jährige Polizistin sagte jüngst als Zeugin vor dem Landgericht in Traunstein aus. Sie nahm den Anruf des Angeklagten entgegen: Er sei gerade heimgekommen und die Mutter sei weg. Autoschlüssel, Geldbeutel und Handy habe sie zuhause gelassen, nur der Hausschlüssel fehle. Das Fehlen der Mutter komme ihm "komisch" vor, so der Altenmarkter am Telefon mit der Trostberger Polizei.

Diese Vermisstenanzeige habe der Sohn „absolut ruhig und ganz normal“ aufgegeben, er sei unaufgeregt gewesen, schilderte die Beamtin vor Gericht: "Ich dachte, er weiß wenig über seine Mutter." Sie habe erwidert, die Mutter sei vielleicht abgeholt worden oder spazieren gegangen - und der Sohn wurde am Telefon darauf hingewiesen, dass seine Mutter schließlich eine erwachsene Person sei, die sich frei bewegen könne. Die Nachfrage nach Problemen in der Familie verneinte der Angeklagte. 

Staatsanwaltschaft legt Revision gegen Freispruch des Mitangeklagten ein

Im Mordprozess gegen den Altenmarkter gab es Anfang Dezember bereits einen Freispruch gegen den Mitangeklagten, seinen 20-jährigen Freund aus Trostberg. Ihm wurde unterlassene Hilfeleistung vorgeworfen, weil er keinen Notarzt rief, als er vom Altenmarkter zu sich gerufen wurde, um ihm beim Verpacken der Leiche zu helfen. Rechtskräftig ist das Urteil aber nicht, denn die Staatsanwaltschaft hat angekündigt, in Revision gegen den Freispruch zu gehen. 

Vor Gericht hat sich der 21-jährige Altenmarkter nach wie vor nicht zur Tat geäußert. Gegenüber Ermittlungsrichter und Polizei zeigte er sich nach seiner Festnahme aber sehr offen: Mehrmals gestand er die Tat, er habe "frei von der Leber weg erzählt, wie alles passiert ist", so der Ermittlungsrichter als Zeuge vor dem Traunsteiner Landgericht. Außerdem sagte der Angeklagte zum Ermittlungsrichter, er sei auch heute noch überzeugt, dass es das Beste war, seine Mutter zu töten

Für den Prozess, der unter dem Ausschluss der Öffentlichkeit geführt wird, sind noch sieben weitere Verhandlungstage angesetzt, bis das Urteil dann am 26. Februar fallen soll. 

Bilder: Polizeieinsatz bei Schnaitsee

xe

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