Altenmarkter wegen Mordes an seiner Mutter angeklagt

Polizist: "Es kam rüber, als wollte er der Mutter damit etwas Gutes tun"

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Ein Foto des Hauptangeklagten (21) aus Altenmarkt im Gerichtssaal. Daneben ein Foto seiner Mutter.
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Traunstein/Altenmarkt - Der Prozess gegen einen 21-Jährigen Altenmarkter wird fortgesetzt: Er soll seine Mutter ermordet und im Wald vergraben haben. 

Kein Geständnis aber auch kein Leugnen gab es bisher vom Angeklagten, ob er seine Mutter getötet hat. Umso wichtiger sind für das Gericht also die Zeugenaussagen – so wie am Freitag von einem Kripo-Beamten. Er stellte den Altenmarkter am Tag nach dem Auffinden der Leiche und fuhr mit ihm zum Wohnhaus: “Er sagte mir gleich, er wäre bereit, uns am Wohnhaus alles zu zeigen und die Sache zu schildern.” 

Der Angeklagte habe die Polizisten durchs Haus geführt: “Er zeigte uns, wo der Streit mit der Mutter losging, wo sie gekämpft hatten, wo die Bisse stattfanden”, so der Polizist – überhaupt sei der Beamte “erstaunt” gewesen, weil der Angeklagte von der Tötung “völlig ohne Gefühlsregung erzählte”. Im Gegensatz zum Gerichtssaal gab es vor Ort also so etwas wie ein volles Geständnis. Der Angeklagte habe einen intelligenten Eindruck gemacht und habe sich auch erkundigt, ob es in Haft Internet und Bücher gäbe. 

Polizist: "Es kam rüber, als wollte er der Mutter damit etwas Gutes tun"

“Er erzählte uns gleich alles wie am fließenden Band, ohne Absätze und Komme. Der Angeklagte sagte auch bewusst 'Ich wollte sie töten', um der Mutter die angebliche Krankheit und die Entstellung durch die abgebissene Lippe zu ersparen”, so der Kripo-Beamte zum Geständnis des Angeklagten am Tag nach dem Auffinden der Leiche: “Es kam so rüber, als wollte er ihr was Gutes damit tun.” In der ersten Vernehmung durch die Kripo habe der Altenmarkter sogar auch ganz bewusst ohne Verteidiger aussagen wollen, “um das Verfahren zu verkürzen”, wie der Polizist aussagt. 

Der Prozess, der unter dem Ausschluss der Öffentlichkeit geführt wird, wird am 11. Januar fortgesetzt. Das Urteil wird voraussichtlich am 26. Februar fallen. Der 21-Jährige ist angeklagt wegen Mordes an seiner Mutter. Während eines Streits im Elternhaus biss er seiner Mutter laut Anklage die Unterlippe ab, danach soll er sie getötet haben. Der Versuch, ihr das Genick zu brechen, scheiterte - dann soll der junge Mann zu einem Zimmererhammer gegriffen und ihr mit der Spitze den Schädel eingeschlagen haben

Der engste Freund des Angeklagten, ein 20-jähriger Trostberger, half ihm später beim Verpacken und Vergraben der Leiche. Ihm wurde unterlassene Hilfeleistung vorgeworfen, weil er keinen Notarzt rief, doch das Landgericht sprach ihn frei. Rechtskräftig ist das Urteil aber noch nicht. 

Bilder: Polizeieinsatz bei Schnaitsee

xe

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