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Prozess um Brandstiftung in Happing

Gerichtsvollzieher bat Polizei um Hilfe bei Räumung

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Traunstein/Rosenheim - Die Beweislage scheint erdrückend, trotzdem wird der Prozess fortgesetzt: Mutter und Tochter aus Happing sollen im Sommer 2016 ihr Haus angezündet haben. Heute soll die Feuerwehr Klartext sprechen.

UPDATE, 14.15 Uhr: Aussage des Gerichtsvollziehers

Der letzte Zeuge des Verhandlungstags ist der Gerichtsvollzieher, der am Tag des Brandes eigentlich die Wohnung räumen sollte. Von vornherein bat er um polizeiliche Unterstützung: "Ein Kollege hat mich informiert, was da zuvor schon vorgefallen ist, andere Räumungen und Klagen vor Gericht." Doch die Polizei war wegen des Brandes ohnehin schon an Ort und Stelle.

Wie wäre es im Falle der Räumung mit den beiden Damen weitergegangen? "In einer Sozialeinrichtung wollten sie nicht, wir hätten uns dann an die Stadt gewandt", so der Gerichtsvollzieher.

In der kommenden Woche wird der Prozess gegen die beiden Frauen fortgesetzt.

UPDATE, 13 Uhr: Brandgutachter sagt aus

Nun klärt ein Brandgutachter über die Details des Brandes in Happing auf. Er stellte "Spuren einer Explosion" am Haus fest, die Dachfenster wurden durch den Druck der Verpuffung herausgedrückt, Dachziegel heruntergeschleudert.

Im Wohnzimmer des Hauses wurde benzingetränktes Zeitungspapier gefunden. Unter anderem wurde auch in der Garage Feuer gelegt - auch dort fand man mehrere Flaschen Brandbeschleuniger. "Die verschiedenen Brandstellen können nur durch eine willentliche Entzündung erklärt werden", kommt der Gutachter zum Schluss.

UPDATE, 10.45 Uhr: Vernehmung mehrerer Zeugen

Ein Feuerwehrler, der als erstes am brennenden Haus in Happing war, ist der erste Zeuge vor Richter Zenkel. "Das Haus war versperrt und wir hatten die Meldung, dass noch Personen im Haus sind.", sagt er aus. Die Tür sei eingetreten worden, innen sei alles dicht verraucht gewesen.

Als man in den ersten Stock kam entdeckte die Feuerwehr die beiden Frauen an der Türschwelle zum Balkon. Ganz in der Nähe der beiden Frauen: ein Fünf-Liter-Benzinkanister. "Viel war nicht mehr drin", so der Zeuge. Insgesamt vier Brandherde über das ganze Haus verteilt entdeckte man. Ein weiterer Zeuge, der ebenfalls als Feuerwehrler im Haus war, berichtet gar von einem "ganzen Arsenal an Spiritusflaschen", die er im Haus gefunden habe. Teils halbvoll, teils leer.

Die Angeklagten wurden schließlich mit der Drehleiter aus dem Haus gerettet, mussten dazu aber von den Einsatzkräften überredet werden - die Frauen wollten wohl trotz des Brandes im Haus bleiben, standen möglicherweise unter Schock. 

"Im Schlafzimmer und der Garderobe hätte sich der Brand wahrscheinlich rasant ausgebreitet", so der Feuerwehrler auf Nachfrage des vorsitzenden Richters, was gewesen wäre, wenn man nur zehn Minuten später eingetroffen wäre: "Die Brandlast im Haus war enorm", bestätigen alle Zeugen der Feuerwehr übereinstimmend.

Vorbericht:

Vor dem Landgericht Traunstein wird am Donnerstag der Prozess gegen eine Mutter und ihre Tochter fortgesetzt. Sie sind wegen vorsätzlicher Brandstiftung angeklagt. Der Vorwurf lautet, dass sie unmittelbar vor der Zwangsräumung einer gemieteten Doppelhaushälfte im Rosenheimer Stadtteil Happing versucht haben, das Gebäude im Juli 2016 in Brand zu stecken.

Am Dienstag berichteten die direkten Nachbarn, die gleichzeitig die Vermieter waren, von den Verpuffungen während des Brandes: Die Dachziegel seien dadurch bis auf die Straße geflogen, dichter Rauch sei aus dem Haus aufgestiegen. Zuvor gab es schon einen jahrelangen Rechtsstreit zwischen beiden Parteien. Mutter und Tochter zahlten seit Längerem ihre Miete nicht mehr zuverlässig, der Termin zur Zwangsräumung im Juli 2016 war nicht der erste. 

Außerdem wurde bekannt, dass Mutter und Tochter wegen ausstehender Mieten wohl auch schon aus ihren früheren Wohnungen in Rosenheim und Oberaudorf zwangsgeräumt wurden. Bereits am zweiten Prozesstag scheiterte die Tochter vor dem Landgericht mit dem Versuch, eine Einstellung des Verfahrens zu erreichen. Außerdem beantragte sie vergeblich neue Pflichtverteidiger. Eine Polizistin sagte bereits aus, dass zumindest die Mutter die Brandstiftung gestanden habe. 

Am heutigen Donnerstag werden Einsatzkräfte der Feuerwehr und ein Brandinspektor als Zeugen geladen. 

Wir werden ab 9 Uhr wie gewohnt aktuell aus dem Traunsteiner Landgericht berichten. 

Fotos aus dem Archiv

Bilder: Großeinsatz nach Explosion in Mehrfamilienhaus in Kaltwiesstraße

 © Josef Reisner
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