Tat im Juni 2019

Nach blutiger Auseinandersetzung in Neumarkt-St. Veit: Urteil

Archiv-Bild: Polizeieinsatz nach blutiger Auseinandersetzung in Neumarkt-Sankt Veit im Juni 2019
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Im Bereich der Landshuter Straße in Neumarkt-St. Veit kam es im Juni 2019 zu einer tätlichen Auseinandersetzung zwischen zwei Männern. Nun fiel in der Sache ein Urteil am Landgericht Traunstein.

Neumarkt-St. Veit/Traunstein - Nach einer blutigen Auseinandersetzung im Juni 2019 ist nun am Landgericht Traunstein ein Urteil gefallen. Ein heute 27-jähriger Sudanese hatte einen 30-jährigen Kasachen mit einer Schere schwer verletzt.

"Der Angeklagte wurde wegen gefährlicher Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren verurteilt", berichtet Christian Sattelberger, Vorsitzender Richter und Pressesprecher am Landgericht gegenüber chiemgau24.de. "Der Haftbefehl bleibt aufrechterhalten."


Am 26. Juni 2019 gegen 20 Uhr war es in Neumarkt-St. Veit zu einer tätlichen Auseinandersetzung zwischen zwei Männern gekommen, wie die Polizei damals berichtete. Ein 30-jähriger Kasache erlitt dabei Stichverletzungen. Er wurde mit erheblichen, aber nicht lebensbedrohlichen, Verletzungen in ein Krankenhaus verbracht. Es kam zu einem Großeinsatz der Polizei. Das Geschehen sorgte für große Aufregung in Neumarkt.

Großeinsatz der Polizei in Neumarkt-St. Veit am Mittwochabend

 © fib/DG
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Der Tatverdächtige, ein damals 26-jähriger Sudanese, konnte in unmittelbarer Nähe vorläufig festgenommen werden. Die Staatsanwaltschaft Traunstein erhob Anklage gegen den mittlerweile 27-jährigen mutmaßlichen Täter wegen versuchtem Totschlags in Tateinheit mit schwerer Körperverletzung.

Geschädigter mit Gedächtnislücken am ersten Verhandlungstag

Am ersten Verhandlungstag vor dem Landgericht Traunstein Mitte Februar hatte die Staatsanwaltschaft zunächst den Hintergrund des Geschehens beleuchtet. Demnach habe der Angeklagte dem Geschädigten Geld aus einem Drogenkauf geschuldet. Es sei zu einem Streit gekommen, bei dem der Angeklagte den Geschädigten mit der Faust ins Gesicht geschlagen habe. Der Geschädigte habe den Schlag noch abwehren können, woraufhin der Angeklagte mit einer Schere auf Hals, Nacken und Oberkörper des Geschädigten mindestens fünf Mal eingestochen haben soll.

Aus dem Archiv:

Der Geschädigte berichtete am ersten Verhandlungstag von Erinnerungslücken hinsichtlich der Drohungen und Betäubungsmitteldelikte des Angeklagten. "Es ist zwar schlimm, was Ihnen passiert ist, aber ich habe das Gefühl, sie nehmen uns nicht ernst", erklärte daraufhin der Vorsitzende Richter. 

hs

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