Nach großer Aufregung im vorigen Jahr

Theater um die Schulspeisung: Jetzt zieht Stadt Konsequenzen

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Traunstein - Es war einer der Aufreger 2016: Die Kohlbrenner-Mittelschule bekam das Schüleressen nicht mehr frisch gekocht direkt aus der Stadt, sondern von weit her angeliefert. Nun will die Stadt das "Problem" ganz anders lösen.

Zur Erinnerung: Groß war der Aufschrei bei manchen, als die Malteser die Ausschreibung zur Schulspeisung der Franz-von-Kohlbrenner-Mittelschule gewannen. Deren Angebot war minimal günstiger als das der Traunsteiner Köchin Betty Diane - doch das Essen der Malteser wird gefroren aus etwa 400 Kilometer Entfernung in Baden-Württemberg geliefert und in Traunstein dann "nur" gegart. Viele übersahen dabei, dass längst auch Kliniken und Schulen der Region auf diesem Weg von den Maltesern versorgt werden. Im Lkw aus Baden-Württemberg lagen fortan einfach 40 Portionen mehr.

Kegel will nicht wieder den Kopf hinhalten

"Damit wir Diskussionen wie im letzten Jahr vermeiden können, machen wir es dieses Mal anders", so Oberbürgermeister Kegel in der Hauptausschusssitzung am Donnerstag - vor allem nach einem TV-Interview musste er viel Kritik einstecken. Im September 2018 muss die Mittagsverpflegung wieder neu ausgeschrieben werden.

Zwar gibt es in der Ludwig-Thoma-Schule nun eine neue Schulküche, aber deren Kapazität reicht nur für 250 bis 350 Portionen - je nachdem ob ausschließlich frisch gekocht, oder auch auf vorgefertigte Produkte zurückgegriffen wird. Gebraucht werden für alle Einrichtungen aber wohl zwischen 300 und 400 Portionen. Die Stadt wird also zusätzlich auf einen externen Anbieter zurückgreifen müssen.

Beratungsfirma soll alles regeln

Aber, und das ist nun neu: Die Stadt will ein "fachlich versiertes und spezialisiertes Beratungsunternehmen" beauftragen - es soll zum einen die Qualitätsstandards des in Traunstein gekochten Essens festlegen und zum anderen die Ausschreibung des externen Anbieters regeln. Auch Eltern, Schulleitungen und die interessierte Öffentlichkeit sollen mit eingebunden werden, wenn es um die Qualität des Essens geht. Das letzte Wort hat der Stadtrat. Man rechnet mit Kosten von 4000 bis 10.000 Euro, die die Beratungsfirma bekommen soll. 

Die Stadtverwaltung erinnert in diesem Zusammenhang daran, dass es nichts neues ist, dass Vergabeverfahren von Privatunternehmen durchgeführt werden: Auch bei der Anschaffung von Feuerwehrautos werde dies bereits so gehandhabt. 

xe

Rubriklistenbild: © Fotomontage xe/pa

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