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Rechtsnachfolger von Benedikt

Initiative fordert: Papst Franziskus soll Stelle in Missbrauchsprozess in Traunstein einnehmen

Papst Franziskus
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Papst Franziskus steht am Sarg seines verstorbenen Vorgängers.

Die Initiative Sauerteig, die sich für die Aufarbeitung des Missbrauchsskandals im oberbayerischen Garching an der Alz einsetzt, fordert Papst Franziskus auf, in das Klageverfahren vor dem Landgericht Traunstein einzutreten. Und zwar als „Rechtsnachfolger von Benedikt XVI.“, wie es in einem offenen Brief der Initiative heißt, der am Samstag veröffentlicht wurde

Traunstein - „Ihre vorbehaltlose Mitwirkung bei einer gerichtlichen Klärung wäre ein bedeutender Schritt, der die verheerende Tabuisierung und Verharmlosung des Missbrauchsausmaßes an der Wurzel packt und pädokriminellen Strukturen innerhalb des Klerus die Deckung entzieht“, schrieben die Verantwortlichen der Initiative an Franziskus.

Ziel der Klage ist unter anderem, festzustellen, ob Verantwortliche des Erzbistums München-Freising Taten vertuscht und so weitere Taten möglich gemacht haben.

Kurz nach dem Tod des emeritierten Papstes Benedikt XVI. hatte das Landgericht erklärt, dass das Klageverfahren gegen Benedikt zumindest vorerst weiterläuft. Der Grund: Es gibt einen Prozessbevollmächtigten; Joseph Ratzinger, wie er mit bürgerlichem Namen hieß, hatte eine große Anwaltskanzlei beauftragt, ihn zu vertreten. Allerdings können seine Anwälte eine Unterbrechung beantragen, bis klar ist, wer die Erben sind. Die Klage würde sich dann künftig gegen sie richten.

Im Sommer vergangenen Jahres hatte ein Mann, der nach eigenen Angaben vom verurteilten Wiederholungstäter Priester H. in Garching an der Alz missbraucht wurde, am Landgericht Traunstein eine Zivilklage, eine sogenannte Feststellungsklage, erhoben. Sie richtet sich gegen den verurteilten Priester selbst, gegen das Erzbistum München-Freising, gegen den früheren dortigen Erzbischof Kardinal Friedrich Wetter - und richtete sich eben auch gegen den an Silvester verstorbenen emeritierten Papst Benedikt XVI. Er war zu der Zeit Erzbischof in München, als der Missbrauchstäter in die Diözese versetzt worden war.

dpa

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