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Pinweis: Das fordern die Leser für Traunstein

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    Marcel Görmann
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Traunstein - Die Leser haben uns auf der neuen Pinweis-Seite bereits fleißig ihre Anliegen mitgeteilt. Vier erste Hinweise gingen um die Verkehrssituation in Traunstein.

Auf unserer neuen Seite chiemgau24.pinweis.de können uns Bürger und Gemeinden jetzt ihre Meldungen über Vorkommnisse in ihrer Umgebung schnell und einfach mitteilen. Diese werden von unserer Redaktion dann erfasst und direkt an die entsprechende Behörde weitergeleitet, um so unbürokratisch bei der Verbesserung der Gemeinde zu helfen. Zum Thema "Straßenverkehr" in Traunstein haben uns bereits vier Anfragen erreicht, die auch prompt von der Stadt beantwortet wurden:

1. "Rechts vor Links" in der Sonntagshornstraße

Die Anfrage: Durch die Straßenführung kommt es hier immer wieder zu Missverständnissen mit Folgen. Ein Schild bzw. eine Markierung sollte hier auf Rechts vor Links hinweisen.

Die Antwort der Stadt Traunstein: Grundsätzlich gibt es zwei Alternativen zur Vorfahrtsregelung an Kreuzungen und Einmündungen. Entweder wählt man die Variante mit dem Verkehrszeichen „Vorfahrt gewähren“ und dem Verkehrszeichen „Vorfahrt“ oder man verzichtet eben auf die Verkehrszeichen. Folglich gilt dann rechts vor links.

Rechts vor links soll grundsätzlich gelten, wenn die kreuzenden Straßen einen annähernd gleichen Querschnitt und annähernd gleiche, geringe Verkehrsbedeutung haben und wenn die Sichtweite aus allen Kreuzungszufahrten in etwa gleich groß ist. Die Kreuzung Sonntagshornstraße / Falkensteinstraße erfüllt diese Voraussetzungen in jeder Hinsicht.

Auch das Verkehrssicherheitsprogramm der Bayerischen Staatsregierung mit dem Teilsektor "Kampf dem Schilderwald" und "Stärkung der Eigenverantwortung der Autofahrer" zielt genau hierauf ab. Eine übermäßige Beschilderung führt demnach zu einer allgemeinen Überforderung der Verkehrsteilnehmer und zu Akzeptanzproblemen bei der Beachtung von Verkehrsvorschriften. Zugleich werden die grundlegenden Verkehrsregeln abgewertet und die Bereitschaft zu einer eigenverantwortlichen Beurteilung der Verkehrssituation herabgesetzt. Ein weniger an „Schilderwald“ leistet, so die Schlussfolgerung, damit einen erheblichen Beitrag zur Erhöhung der Verkehrssicherheit.

Eine Beschilderung oder Markierung wird daher von Seiten des Ordnungsamtes der Stadt Traunstein als nicht notwendig und auch als nicht zielführend erachtet.

2. Parkverbot/Halteverbot in der Traunerstraße

Die Anfrage: Die Fahrt durch die Traunerstr. ist meistens mit einem Slalomlauf durch die parkenden Autos auf einer Seite zu vergleichen. Zudem kommt es im Bereich vom Computer Zagler immer wieder zu beinahe Unfällen und ramponierten Felgen am Randstein. Ich wäre für ein komplettes Parkverbot in der Traunertsraße.

Die Antwort der Stadt Traunstein: Im Bereich zwischen der Firma Zagler und dem Anwesen Traunerstraße 2 ist das Parken mittels Verkehrszeichen geregelt, es handelt sich um einen Bereich mit eingeschränktem Halteverbot (Parkverbot). Hier ist die Straße sehr eng – dies ist der Tatsache geschuldet, dass sich die Häuser sehr nah an der Straße befinden (so wie das häufig in der Altstadt der Fall ist).

Bis zum Seehuberweg gibt es auf der Traunerstraße schließlich zwei Bereiche, in denen Autos auf der Straße parken dürfen und die entsprechend gekennzeichnet sind. Hier gilt: Nach den Vorschriften über das Vorbeifahren muss derjenige Verkehrsteilnehmer warten, auf dessen Seite sich ein Hindernis (also die parkenden Fahrzeuge) befindet. Die Bereiche, in denen Fahrzeuge abgestellt werden dürfen, sind dabei so gewählt, dass man – mit der notwendigen Rücksichtnahme – bei gegebener Sicht auf den Gegenverkehr in der Traunerstraße in alle Richtungen gefahrlos fahren kann.

Eine Alternativroute gibt es übrigens für alle, die nicht direkt in die Traunerstraße oder eine ihrer Seitenstraßen müssen: über die Umfahrung entlang der Traun (B 306) steht eine Route ohne „Hindernisse“ zur Verfügung.

So funktioniert Pinweis:

Schritt-für-Schritt: So funktioniert Pinweis

3. Parkverbot/Halteverbot in der Waldstraße

Die Anfrage: Die Parkerei in der Straße ist nervig für alle Anwohner. Am besten Parkverbot in der ganzen Straße auf dem Gehweg damit keine Einfahrten mehr blockiert werden.

Die Antwort der Stadt Traunstein:  Der zuständige Mitarbeiter des Ordnungsamtes der Stadt Traunstein hat sich vor Ort ein Bild von der Situation in der Waldstraße gemacht. Die Besichtigung hat ergeben, dass die Restfahrbahnbreite in der Waldstraße bei vereinzelter Beparkung entlang des Gehweges circa 3,5 Meter beträgt. Außerdem sind die einzelnen Grundstücksausfahrten gut erkennbar und hinsichtlich ihrer Breite so angelegt, dass man auch bei an der gegenüberliegenden Seite abgestellten Fahrzeugen das Privatgrundstück in der Regel ohne nennenswerte Rangiervorgänge verlassen kann.

Auf den öffentlichen Verkehrsflächen sind Verkehrsbeschränkungen nicht ohne erkennbare besondere Umstände, die über das übliche Maß hinausgehen, anzuordnen. Entsprechend wird die Anordnung eines durchgängigen Parkverbotes in der Waldstraße als nicht notwendig beurteilt.

Eine Beparkung des Gehweges stellt eine Verkehrsordnungswidrigkeit dar, die mit bis zu 35 Euro geahndet werden kann. Im Rahmen der Außendienstkontrollen werden derartige Parkverstöße auch geahndet. Das Ordnungsamt der Stadt Traunstein wurde entsprechend informiert.

4. "Rechts vor Links" in der Hochfellnstraße

Die Anfrage: In der Hochfellnstraße gilt aufgrund der fehlenden Verkehrszeichen Rechts vor Links, was vielen Autofahrern wohl nicht klar ist. Daher wäre ein Hinweisschild "Hier gilt Rechts-vor-Links", dass es in vielen Wohngebieten bereits gibt, wirklich notwendig, da sich oftmals auch nicht an die Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 km/h gehalten wird.

Die Antwort der Stadt Traunstein:  In der Hochfellnstraße und der Zwieselstraße wurde die zulässige Geschwindigkeit im Jahr 1991 – zeitgleich mit dem Einbau von Einengungen – auf 30 km/h reduziert. An den Einmündungen wurde die Regelung „rechts vor links“ angeordnet. Die vorfahrtsregelnden Verkehrszeichen wurden entsprechend entfernt. An den Einmündungen positionierte man die Straßennamensschilder so, dass die jeweilige zuführende Straße noch leichter erkennbar ist. All diese Maßnahmen sollten die Autofahrer davon abhalten, diese Straßen als Abkürzung beziehungsweise Umfahrung der Wegscheid zu nutzen. In jedem Fall erreichte man damit eine Senkung des Geschwindigkeitsniveaus.

Bei der Einführung der neuen Regelung wurde durch Hinweisschilder auf die veränderte Verkehrsführung aufmerksam gemacht. Damit wollte man – so ist es auch vorgeschrieben – während der Gewöhnungsphase (die üblicherweise sechs Monate beträgt) den Verkehrsteilnehmern, welche hier täglich verkehren und unvermutete Veränderungen nicht so leicht wahrnehmen, die neue „rechts vor links“- Regelung verdeutlichen.

Mittlerweile muss aber von Fahrzeuglenkern erwartet werden dürfen, dass die Regelung „rechts vor links“ bekannt ist oder eben entsprechend erkannt wird. Weitere erläuternde Schilder sind weder notwendig noch der Sache dienlich. Dem Prinzip „Kampf dem Schilderwald“ und „Stärkung der Eigenverantwortung“ wäre damit übrigens auch wenig geholfen.

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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