Aus dem Stadtrat

Gewerbegebiet: Eidechsen durchqueren Pläne

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Wegen Zauneidechsen im Gebiet der Kiesgrube musste die Fläche nun vorerst aus den Planungen herausgenommen werden.
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Traunstein - Die Pläne für das Gewerbegebiet im Traunsteiner Süden schreiten weiter voran. Wäre da nicht eine Eidechsen-Familie, die das Projekt ins Stocken bringen könnte.

Anfang des Jahres wurden, im Bereich der Kiesgruben insgesamt fünf Zauneidechsen entdeckt. Da die Haupt-Aktivitätszeit der Tiere allerdings von März bis Mai ist, fordern nun die Behörden eine ergänzende Prüfung während dieses Zeitraums. Zudem müsste für die Eidechsen noch eine Ausgleichsfläche gefunden werden, sollte man sie umsiedeln. Den neuen Lebensraum für die Tiere zu entwickeln könnte zwischen drei und fünf Jahre dauern. Daher könne man die Planung in ihrer beabsichtigten Form derzeit nicht weiterführen, erklärte die Stadtverwaltung.

Um aber nicht weitere drei bis fünf Jahre warten zu müssen, hat sich der Eigentümer des nördlichen Grundstücks nun überlegt, dass Bebauungsplan-Verfahren zu trennen. Die Zauneidechsen-Problematik beschränkt sich nämlich ausschließlich auf das Gebiet der Kiesgrube.

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Die Planungsgruppe "Strasser + Partner" hat sich dazu bereits einen alternativen Bebauungsplan überlegt, der bis zur Kiesgrube führt. Die Erschließung des Gebiets soll demnach mit einer Wendeplatte ausschließlich über die Südspange erfolgen. "Dies würde auch dem immer geforderten Anbindegebot noch besser Rechnung tragen und zumindest eine kurzfristige Ansiedlung der Betriebe sicherstellen", so die Ansicht der Stadtverwaltung.

Bei Dr. Christian Hümmer (CSU) sorgt die Eidechsen-Problematik nur für Kopfschütteln: "Das ist am Rande der Lächerlichkeit. Es geht um eine Eidechsen-Familie. Und die sorgt jetzt dafür, dass jahrelange Entwicklungen blockiert werden." Es komme jetzt vor allem auf die untere Naturschutzbehörde an: "Hier muss mit mehr Augenmaß agiert werden. Vielleicht gibt es noch ein wenig Spielraum in den Bestimmungen."

Bei der anschließenden Abstimmung entschied sich der Stadtrat mit 19:5-Stimmen dafür, den Planbereich für das Gewerbegebiet auf den nördlichen Teil des Geländes - bis zu den Kiesgruben - zu beschränken. Sofern die naturschutzrechtlichen Bedenken ausgeräumt werden können, sollen auch die Planungen für die südlichen Teilflächen weitergehen. Zudem entschied sich das Gremium mehrheitlich dafür, einen Erschließungsvertrag für das nördliche Gebiet abzuschließen.

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