Grundeigentümer wollen endlich Pläne umsetzen

Plakataktion rund um Metro und BayWa: "Es geht nix weiter!"

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Insgesamt 20 Plakate haben die Grundstückseigentümer am Freitagmorgen aufgehängt: "Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen."
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Traunstein - Sie wollen im Westen einen neuen Bahnhofsvorplatz schaffen, doch die Verwaltung arbeitet den Grundstückseigentümern zu langsam: "Jetzt müssen wir außerparlamentarisch aktiv werden."

"Unsere Stadtverwaltung plant hier seit 1997", oder "Brachland mitten in Traunstein - wie lange noch?" Mit Plakaten wie diesen Sorgen die Grundstückseigentümer Dietrich Sailer und Herbert Röde seit Freitagvormittag für Aufsehen an der Bahnhofsrückseite. "In den letzten Jahren gab es keinen Fortschritt, es wird nur geredet. Die Stadt soll uns endlich sagen, was sie will, dann können wir loslegen", so Sailer vor Ort gegenüber chiemgau24.de.

Um diese Fläche westlich des Bahnhofs geht es: Es sind rund 20.000 Quadratmeter. Alles, was noch steht, soll abgerissen werden.

Es geht um etwa 20.000 Quadratmeter westlich des Bahnhofs, rund um BayWa, Club Metro und der Brachfläche entlang der Bahngleise. Vorentwürfe und Modelle, wie das Areal bebaut werden könnte, gibt es schon aus dem Jahr 1997 und liegen der Redaktion vor. Zuletzt scheiterte 2016 der Plan, dort ein "Bildungszentrum für alpines Bauen" zu errichten. Und nun?

Was genau geplant ist

Bis 1980 wurde hier Getreide eingelagert. Eine Abbrucherlaubnis hätten die Grundeigentümer, Denkmalschutz besteht nicht.

Die Vorstellungen von Sailer, Röde und eines dritten Grundstückseigentümers sind konkret: Auf dem Grund von BayWa und Metro/Cypress Warehouse sollen insgesamt 100 Wohnungen entstehen, teils sozialer Wohnungsbau. Auf der Brachfläche hin zu den Bahngleisen könnte eine Wohnunterkunft für Berufsschüler, ein Hotel und ein Parkhaus entstehen. "Wir hätten schon einen Hotelbetreiber an der Hand", so Dietrich Sailer.

"Wenn es schnell geht, könnten wir im Herbst mit dem Abbruch beginnen und in zwei Jahren mit den ersten Wohnungen fertig sein", meint Sailer. Doch von der Stadtverwaltung ist er enttäuscht: Eine Arbeitsgruppe, bestehend aus Grundeigentümern, Verwaltung, Planungsbüro und Bahn, traf sich zwar immer wieder, sprach auch schon über Lärmschutzfragen, "aber jetzt brachte ein Münchner Planer auch noch eine weitere Variante ins Spiel, die ganze Fläche mit Wohnungen zu bebauen. So kommen wir nicht weiter".

Bis Februar kommt Thema in den Stadtrat

Bei der BayWa ist man momentan mitten im Umzug hinaus in den Neubau nach Haslach. Die Tankstelle wird aber noch zwei Jahre weiter betrieben.

Den Grundeigentümern schwebt ein neuer Stadtteil vor: "Im Westen könnte ein neuer Bahnhofsvorplatz entstehen, die Stadt hätte dann zwei Gesichter. Die Güterhallenstraße sollten hin zur Bahn verlegt und der Hauptverkehr entlang den Gleisen hinauf zur Wegscheid geleitet werden - dann wäre die Gabelsberger Straße ein ruhiger Bereich mit besonderer Qualität", so Sailer. Die Güterhalle müsste dazu natürlich abgerissen werden.

Wann also gibt die Stadt den Startschuss? "Spätestens im Februar 2018 kommt das Thema Bahnhofsareal-West in den Stadtrat", so Pressesprecherin Carola Westermeier. Dort sollen die Vorstellungen der Arbeitsgruppe präsentiert werden, der Stadtrat muss dann entscheiden, ob ihm die Pläne gefallen oder nicht. Der nächste Schritt wäre dann der Bebauungsplan, auf den die Grundeigentümer so sehnlich warten. "Bis dahin müssen wir eben außerparlamentarisch arbeiten", so Sailer und Röde.

Auf der Brachfläche entlang der Gleise soll eine Herberge, ein Hotel und ein Parkhaus entstehen (Archivfoto).

xe

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