Podiumsdiskussion in Traunstein

Kommunalwahl: Die Standpunkte der OB-Kandidaten

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Die fünf OB-Kandidaten für Traunstein: (v.l.n.r.) Wolfgang Osenstätter (CSU), Ralph Jörger (Traunsteiner Liste), Burgi Mörtl-Körner (Grüne), Manfred Kösterke (UW) und Christian Kegel (SPD).
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Traunstein - Viele brennende Themen kamen bei der Podiumsdiskussion mit den fünf Oberbürgermeister-Kandidaten für Traunstein auf den Tisch.

Über 300 Leute strömten am Montagabend in das Pfarrheim St. Oswald, um sich die Standpunkte der fünf Oberbürgermeister-Kandidaten zu einigen brennenden Themen in Traunstein anzuhören. Moderiert wurde das ganze von Sebastian Eisenreich. Zu Beginn bekamen die Kommunalpolitiker drei Minuten Zeit, um sich der Öffentlichkeit vorzustellen und ihre politischen Ziele zu erläutern.

Die Diskussionsrunde

Jeder Kandidat bekam anschließend ein Thema zugewiesen, über das er drei Minuten referieren durfte, bevor es dann in die Diskussionsrunde überging. Bei den Punkten "Klosterkirche", "Fahrradfreundliche Stadt Traunstein", "Güterhalle" und "Kindergarten-Gebühren" waren dabei nur marginale Unterschiede in den Standpunkten der fünf Politiker zu erkennen. Alle sprachen sich für eine Renovierung des Kunstraums "Klosterkirche" aus, der allerdings ohne eine Verkleinerung des Schulhofes von statten gehen müsse. "Vorzug haben die Bedürfnisse der Schüler", so Ralph Jörger (Traunsteiner Liste), dem das Thema zugeteilt wurde. Dem schlossen sich die anderen Kandidaten an.

Beim Thema "Fahrradfreundliche Stadt" erläuterte Manfred Kösterke (UW), wie schwierig eine solche Umsetzung in einer 800 Jahre alten Stadt wie Traunstein sei. "In einer so eng gebauten Stadt ist ein Radweg schlichtweg nicht an jeder Straße umsetzbar." Burgi Mörtl-Körner (Grüne) brachte daraufhin den Vorschlag auf den Tisch, einige Straßen nur noch einspurig für Kraftfahrzeuge freizugeben, "so dass die andere Spur von den Radfahrern genutzt werden kann". Christian Kegel (SPD) konzentrierte sich in seiner Argumentation hingegen mehr auf die fehlenden Stellplätze im Stadtbereich: "Vor allen Ämtern der Stadt sollte es Abstellmöglichkeiten für Fahrräder geben."

Wegen des Stadtratsbeschluss im Januar wurde bereits im Vorfeld der Podiumsdiskussion die Bisanz ein wenig aus dem Thema "Kindergarten-Gebühren" in Traunstein genommen, weshalb auch in diesem Punkt große Einigkeit bei den Kandidaten bestand. Nur bei den Lösungsansätzen zur Entlastung der Eltern waren Unterschiede zu erkennen. Wolfgang Osenstätter (CSU) sprach sich beispielsweise für die Stärkung des regionalen Gewerbes aus: "Durch mehr Gewerbesteuer-Einnahmen hätte die Stadt auch mehr Geld zur Verfügung, um so die Gebühren noch weiter nach unten korrigieren zu können."

Auch bei der Diskussion um die Gestaltung eines neuen Jugendtreffs in der ehemaligen "Güterhalle" herrschte im Großen und Ganzen Konsens unter den Oberbürgermeister-Kandidaten. Alle waren sich einig, dass das Gelände grundsätzlich ideal für ein Jugendzentrum geeignet sei. Allerdings müsse man darauf achten, dass es bei der Umsetzung des Projekts nicht zu einer Kostenexplosion komme.

Podiumsdiskussion in Traunstein

Heiß diskutiert wurde hingegen das Thema "Gewerbegebiet im Süden von Traunstein". Mörtl-Körner und Jörger wiesen in ihren Reden auf die Gefahr einer "Zersiedelung der Landschaft, rund um die Stadt" hin. Die drei anderen Kandidaten hingegen sprachen sich ganz klar für die Ausweisung eines solchen Gewerbegebiets aus. Kegel: "Mittelständische Betriebe sind in der Peripherie der Stadt besser aufgehoben, als in der Stadt selbst." Osenstätter betonte in seiner Argumentation, dass es bereits regionale Betriebe gebe, die ihr Interesse an den Flächen des Gewerbegebiets bekundet hätten. Dem schloss sich auch der amtierende Oberbürgermeister an: "Es gibt konkrete Bedürfnisse von Traunsteiner Betrieben nach solchen Räumen."

Fragen aus dem Publikum

Nach der Diskussionsrunde ging es weiter mit den Publikumsfragen. In erster Linie ging es dabei um eine stärkere Bürgerbeteiligung und um eine bessere Transparenz der Kommunalpolitik in Traunstein. Auch hier waren sich die Kandidaten einig, dass in diesen Punkten noch Verbesserungsbedarf bestehe. Florian Kick von der JU warf anschließend noch eine ganz persönliche Frage in die Runde: "Wie sieht es aus mit Public Viewing-Möglichkeiten zur Fußball-WM in Traunstein? Kommt das auf die Tagesordnung im Stadtrat oder muss ich die Spiele alleine auf meinem Kanapee anschauen?" Christian Kegel machte dazu den Vorschlag, eine Leinwand im Traunsteiner Stadion aufzustellen. "Auf dem Stadtplatz könnte es schwierig werden, weil man natürlich auch auf die Anwohner Rücksicht nehmen muss. Aber im Stadion könnte ich mir das gut vorstellen." Dem stimmten die Kandidaten ausnahmslos zu. Osenstätter ergänzte noch: "Wenn die Deutsche Mannschaft im Wettbewerb weit kommt, könnte man vielleicht auch eine Leinwand auf dem Stadtplatz aufstellen, um ein oder zwei Spiele anzuschauen. Da werden die Anwohner bestimmt nichts dagegen haben."

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