Verseuchter Boden, Baustopp, Kosten, Salinenpark

Konkret: 4 Fragen zum Problemkind AKG-Turnhalle

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Noch immer ist man mit den Aushub- und Entsorgungsarbeiten beschäftigt. Foto vom 20. Juni. 
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Traunstein - Auch anderthalb Monate nach dem Fund von Schwermetallen im Boden bleibt Vieles ungeklärt: Wie hoch werden die Kosten für die Entsorgung? Wer trägt sie? Wann beginnt der Bau? Und könnten die Verzögerungen den geplanten Salinenpark in der Au gefährden?

Es ist wörtlich momentan die größte Baustelle von Landkreis und Stadt Traunstein: Der Bau der neuen Dreifach-Turnhalle neben dem Annette-Kolb-Gymnasium. Die Kosten gingen ohnehin permanent nach oben, doch seit dem Fund von Ölen und Schwermetallen im Boden wird alles nur noch komplizierter - und die seit Wochen offenen Fragen bleiben im Unklaren

1) Wann wird mit dem Bau begonnen?

Lesen Sie außerdem: Die Zusatzwünsche des TVT für die neue Turnhalle

Nach Angaben der Stadt Traunstein, die sich wiederum auf das Landratsamt bezieht, soll in der zweiten Julihälfte der Grundstein gelegt werden. Fragt man beim Landratsamt selbst nach, fällt die Antwort jedoch vorsichtiger aus: "Der Termin zur Grundsteinlegung wird neu festgelegt, sobald absehbar ist, wann die Aushub- und Entsorgungsarbeiten abgeschlossen werden können."

Eigentlich wollte man im Frühjahr 2016 mit dem Bau beginnen, doch wegen Erweiterungen und Umplanungen wurde der Baubeginn nach und nach hinausgeschoben. Seit dem Fund des verseuchten Bodens Anfang Mai ruht die Baustelle komplett. Nach wie vor ist man mit Aushub- und Entsorgungsarbeiten beschäftigt

Ziel ist es, die Turnhalle bis zum Jahresende 2018 fertigzustellen.

2) Wie teuer wird die Entsorgung des verseuchten Bodens?

Auch in dieser Hinsicht können die Behörden keine neuen Angaben machen. Schon im Mai waren Mehrkosten von gut einer Million Euro fix. Insgesamt rechneten die Behörden damals vorausschauend mit "mindestens 1,7 Millionen Euro" an Mehrkosten. Doch auch diese Unsicherheit bleibt nach wie vor: Dem Landratsamt liegen "derzeit noch keine belastbaren Zahlen vor", wie teuer die Entsorgung im Gesamten wird. 

Laut Vertrag muss die Stadt 55 Prozent der Entsorgungskosten tragen. 

Insgesamt geht es um einen Aushub von rund 14.500 Kubikmetern, der untersucht werden muss. Die Gesamtkosten für den Turnhallenbau liegen bei momentan rund 13 Millionen Euro - die erste Kostenschätzung lag 2014 noch bei gut sieben Millionen Euro.

3) Wer trägt die Kosten für die Entsorgung?

55 Prozent der Kosten, also mindestens 935.000 Euro, für die Entsorgung der verseuchten Erde muss die Stadt Traunstein zahlen - so will es der Rahmenvertrag, obwohl der Landkreis Grundstückseigentümer und Bauherr ist. Der Stadtrat forderte daher im Mai eine juristische Überprüfung, ob die Stadt an den Mehrkosten überhaupt beteiligt werden darf

"Hier werden derzeit im Einvernehmen mit dem Landratsamt Erkundigungen eingeholt", heißt es zum Stand der Verhandlungen von Seiten der Stadt. Der Landkreis scheint in der Frage, wer die Mehrkosten zu tragen hat, dagegen hart zu bleiben: "Es gibt hierzu eine klare vertragliche Regelung."

4) Bedroht die Verzögerung den geplanten Salinenpark?

Im Gegenzug zum Bau der AKG-Turnhalle sollen bekanntlich die Turnhallen in der Au abgerissen werden, an deren Stelle der Salinenpark errichtet wird: Spätestens bis zur 400-Jahr-Feier der Saline im Sommer 2019 muss der Park fertig sein. Geht sich das noch aus?

Die Franz-Eyrich-Halle, erbaut in den 1920er Jahren, wird zuerst abgerissen.

Der geplante Abriss wurde bereits von Ende 2017 ins Frühjahr 2018 verschoben, zumindest was die Franz-Eyrich-Halle im Westen betrifft. An diesem Termin wird nach wie vor festgehalten. Wann die östliche Kurt-Binder-Halle abgerissen wird, ist noch nicht klar: Turnverein und Stadt führen derzeit Verhandlungen, weil dem TVT die Hallenbelegung bis zum Einzug in die neue AKG-Turnhalle vertraglich zugesichert wurde. Demnach kann die Kurt-Binder-Halle also frühestens zum Jahresende 2018 abgerissen werden. 

Das soll im neuen Salinenpark entstehen

"Die Fertigstellung des Salinenparks, zumindest in größeren Teilen, wird in jedem Fall zum Jahr 2019 realisiert. Je nach Zeitpunkt des Abrisses der Kurt-Binder-Halle ist eine vollständige Begrünung auch dieses Areals im Sommer 2019 realistisch", so Oberbürgermeister Kegel. 

Bleibt für Schüler, Turnverein, Förderverein Alt-Traunstein und die Finanzen der Behörden nur zu hoffen, dass der Plan auch aufgeht. 

xe

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