Was läuft alles falsch?

Es brodelt wieder in Haidforst: Genossenschafter protestieren

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Eines der Plakate, das momentan die Ringstraße in Haidforst ziert. 
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Traunstein - Die Genossenschaftsmitglieder wissen sich nur noch mit Protest-Plakaten zu helfen: Lässt man Wohnungen absichtlich den Bach hinunter gehen? Es scheint aber noch mehr schief zu laufen.

Leere Wohnungen, die man Schritt für Schritt verrotten lässt - und wenige Meter weiter wird ein neuer Wohnblock hochgezogen: So stellt sich die Situation in den Augen mancher Genossenschaftsmitglieder in Haidforst dar. "Die Wohnungen verrotten, damit es zum Abriss kommt. Dann kann verdichtet werden und die Stadt kommt ins Boot und errichtet Neubauten", zitiert die Südostbayerische Rundschau ein Mitglied. 

Bereits im Sommer staute sich der Unmut auf

Die Probleme sollten auf den Tisch kommen: Im April wurde bereits eine außerordentliche Mitgliederversammlung im Pfarrheim nach einer Unterschriftensammlung erzwungen. Rund 200 Anteilseigner kamen zusammen, eine überwiegende Mehrheit kritisierte die Arbeit von Aufsichtsrat und Vorstand, fassten eine Neuwahl ins Auge

Eine ordentliche Mitgliederversammlung wurde von der Genossenschaftsspitze im Sommer aber immer wieder verschoben: "Traurig bis bizarr", so ein Genossenschafter gegenüber chiemgau24.de. So trafen sich Genossenschaftsmitglieder im Sommer bei Info-Veranstaltungen auf eigene Faust, gründeten Internet-Foren. Eines der Ziele: Abwahl des Vorstandes rund um Uwe Wieteck.

Ministerin sollte vom Protest nichts mitbekommen

Auch Oberbürgermeister Kegel und MdB Bärbel Kofler suchten hier wohl den Weg des geringsten Widerstandes: Am 12. September schaute Bau-Ministerin Barbara Hendricks in Traunstein vorbei. Ein Ortstermin in Haidforst wurde dann aber kurzerhand abgesagt - den Protest der Genossenschaftsmitglieder sollte sie nicht zu hören bekommen. Der Termin wurde ins Rathaus verlegt. 

Die Genossenschaftsspitze will sich seit Monaten nicht äußern.

Zur aktuellen Situation will sich die Vorstandsseite noch nicht äußern. Nicht das erste Mal: Bereits im Frühjahr und Sommer wollte die Genossenschaft keine offiziellen Stellungnahmen, beispielsweise zur außerordentlichen Mitgliederversammlung, abgeben. 

Die Baugenossenschaft Haidforst kommt so nicht aus den Schlagzeilen heraus. Bereits im Dezember 2015 rückte die Genossenschaft wegen Immobilien-Deals ins Visier der Staatsanwaltschaft. Große Mietshäuser in der "Unteren Stadt" sollen deutlich unter Wert verkauft worden sein - die Ermittlungen wurden später aber wieder eingestellt. Die Baugenossenschaft besitzt insgesamt 466 Wohnungen. Sie ist der größte Vermieter in Traunstein und richtet sich vor allem an sozial schwächere Menschen. 

xe

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