Bluttat vor einem Priener Supermarkt

Staatsanwaltschaft sieht religiösen Fanatismus als Mordmotiv

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Trauer um die erstochene Frau aus Afghanistan
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Prien am Chiemsee/Traunstein - Nach der schrecklichen Bluttat vor dem Lidl-Supermarkt in Prien, bei der die 38-jährige Farimah S. erstochen wurde, hat die Staatsanwaltschaft nun Anklage erhoben.

Am 29. April 2017 attackierte der 29-jährige afghanische Asylbewerber Hamidullah M. seine 38-jährige Landsfrau Farimah S. in Prien vor einem Supermarkt mit einem Küchenmesser. Die Frau wurde dabei vor den Augen ihrer fünf und elf Jahre alten Kinder schwerstverletzt und erlag noch am selben Tag Ihren Verletzungen

Auch mehrere Kunden des Supermarktes mussten die Tat mit ansehen und versuchten noch vergeblich der Frau zu helfen und ihr Leben zu retten. Auch ein geworfener Einkaufswagen und ein zur Abwehr eingesetzter Bauzaun sollen den Angreifer nicht aufgehalten haben. Der Angreifer konnte vor Ort festgenommen werden. Staatsanwaltschaft und Kripo Rosenheim ermittelten wegen eines Tötungsdeliktes.

Anklage wegen Mordes aus niederen Beweggründen

Die Staatsanwaltschaft erhob schließlich Anklage wegen Mordes aus niederen Beweggründen. Laut Anklageschrift soll der Beschuldigte heimtückisch einen Menschen getötet haben. Der Angriff sei für Farimah S. völlig überraschend gekommen. Sie habe der Messerattacke nichts entgegenzusetzen gehabt. Beide Umstände soll der Angeschuldigte nach Auffassung der Staatsanwaltschaft bewusst dazu genutzt haben, die Tat zu begehen.

Mordmotiv besonders verachtenswert

Für die Staatsanwaltschaft sei das Motiv für die Tat besonders verachtenswert und auf tiefster Stufe stehend. Sie geht davon aus, dass der Beweggrund von Hamidullah M. gewesen sei, dass das Opfer zum christlichen Glauben konvertiert sei und den Beschuldigten gefragt habe, ob er auch konvertieren wolle. Dies sei mit seinem Glauben als Muslim nicht vereinbar gewesen.

Bilder vom Tatort am Lidl-Supermarkt

Große Anteilnahme auf der Beerdigung

Die ermordete Farimah S. wurde fünf Tage nach der Tat im Rahmen einer großen Trauerfeier auf dem Priener Friedhof beigesetzt. Rund 200 Trauergäste fanden sich in der Aussegnungshalle in Prien ein. Christen und Muslime müssten gemeinsam ein Zeichen gegen Gewalt setzen, sagte der evangelische Seelsorger Karl-Friedrich Wackerbarth bei der Beerdigung.

Nach Mord in Prien: Große Trauergemeinde bei Beerdigung 

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