Prozess um vorsätzliche Brandstiftung in Happinger Wohnhaus

"Kein Geständnis!" - trotz möglicher Haftentlassung

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Traunstein/Rosenheim - Zwei Frauen stehen seit Mitte Juni erneut vor Gericht, sie sollen vor knapp zwei Jahren im Rosenheimer Stadtteil Happing ein Feuer gelegt haben. Am Donnerstag hätte der Prozess mit einer Einigung abgeschlossen werden können, doch es kam anders:

Am Donnerstag ging es vor Gericht darum, eine Einigung zu finden, um die beiden Frauen schnellstmöglich aus der 2016 verhängten Untersuchungshaft entlassen zu können. Die Kammer mit Vorsitzendem Richter Dr. Klaus Weidmann, Staatsanwalt Dr. Oliver Mößner sowie die Verteidiger Dr. Hermann Borchert und Dr. Adam Ahmed aus München hatten bereits Zustimmung signalisiert, als beide Frauen Donnerstagmittag einen Rückzieher machten, berichtet das Oberbayerische Volksblatt (OVB).

Der Kompromissvorschlag des Gerichts hätte eine Freiheitsstrafe zwischen 30 und 39 Monaten für die 54-jährige Tochter, für ihre 76-jährige Mutter zwischen 27 und 33 Monaten vorgesehen. Unter Anrechnung der Untersuchungshaft hätten die Strafreste laut OVB wahrscheinlich zur Bewährung ausgesetzt, die Haftbefehle sofort aufgehoben werden können - einzige Bedingung: eine Geständnis. Doch Mutter und Tochter weigerten sich, ein solches abzulegen. "Kein Geständnis, nichts.", habe die ältere der Frauen ohne weitere Ausführungen geäußert. Die Tochter habe sich ihrer Aussage angeschlossen. Der Prozess soll am 9. Juli fortgesetzt werden.

Revision wegen ungesetzlicher Ermittlungsmethoden

Im Juli 2016 brach in einem Wohnhaus im Stadtteil Happing ein Feuer aus, es kam auch zu einer Verpuffung. Zwei Frauen wurden leicht verletzt von der Feuerwehr gerettet - die beiden sollen das Feuer gelegt haben. Vor dem Landgericht Traunstein wurde Anfang 2017 ein Prozess gegen beide Frauen geführt. Die Angeklagten wurden damals jeweils der vorsätzlichen Brandstiftung schuldig gesprochen. Die Tochter bekam 4,5 Jahre und die Mutter 4 Jahre Haft

Der Bundesgerichtshof (BGH) hob das Urteil wieder auf unter dem Vorwurf, das Urteil am Landgericht Traunstein sei auf fragwürdige und ungesetzliche Ermittlungsmethoden der Kriminalpolizei Rosenheim gestützt worden. Eine Polizistin soll damals das Gespräch einer der Frauen mit einem Arzt belauscht haben. Nachdem die Angeschuldigte mehrere Tabletten Antidepressiva geschluckt hatte, soll sie dem Arzt gesagt haben dass sie im Erdgeschoss „Benzin ausgeschüttet und das ausgeschüttete Benzin angezündet“ habe. Seit Mitte Juni wird der Fall erneut vor Gericht verhandelt.

Den ausführlichen Bericht lesen Sie auf ovb-heimatzeitungen.de oder in Ihrer gedruckten OVB-Heimatzeitung.

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