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Giftprozess von Töging am Landgericht Traunstein

„Damit die Hexen nichts kriegen“: Verstorbener wollte Tochter und Enkelin nichts vererben

Zwei Frauen stehen wegen Mordes vor Gericht. Der Prozess am Landgericht Traunstein wird fortgesetzt.
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Die Angeklagte S. ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Traunstein, Töging – Der Prozess gegen eine Mutter (55) und ihre Tochter (30) aus Töging kann nun fortgesetzt werden. Sie sollen ihren Vater und Opa (75) vergiftet haben. Wegen Erkrankung einer Beteiligten mussten inzwischen drei Termine verschoben werden.

Update, 16.30 Uhr - Verstorbener wollte Tochter und Enkel nichts vererben

Am heutigen Verhandlungstag wird noch ein Polizeibeamter aussagen, der wichtige Zeugen in dem Fall vernommen hat. Beispielsweise die beste Freundin des Verstorbenen, welche bereits im Prozess ausgesagt hat. Sie habe bei der Vernehmung durch den Beamten angegeben, den 75-Jährigen ein bis zweimal pro Woche besucht zu haben. Dabei habe der immer wieder gesagt „Ich kann nicht mehr“ oder „Ich mag nicht mehr.“ Damit habe der Rentner die Probleme mit seiner Enkelin und deren Ehemann gemeint. Der 75-Jährige habe oft gesagt: „Da Bua muss her, der muss was tun!“ Hiermit habe er wiederum seinen Enkel gemeint. Der Rentner habe gewusst, dass er noch mindestens zehn Jahre nach Überschreibung des Hauses leben müsse, damit „die Hexen nichts kriegen.“

Wunsch des Vaters nach dem Tod erfüllt

Bei der Vernehmung der Angeklagten K. habe diese angegeben, den Wunsch des Vaters nach dem Tod erfüllt zu haben. Er habe diesen Wunsch ihr gegenüber immer wieder geäußert und gesagt: „Du kannst doch was besorgen.“ Zuerst habe K. das immer wieder abgelehnt, ihm diese aber am 4. August die Medikamente vorbeigebracht mit der Aussage: „Weißt Du was Du tust?“. Am nächsten Tag sei sie am Morgen zum Haus des Vaters, wo ihre Tochter S. Ihr die Tür geöffnet habe. Dann will sie den Toten auf der Couch gefunden haben.

Mit „verdrehten Augen“ am Esstisch

Bei der Vernehmung der Angeklagten S. habe diese angegeben, dass sie am 4. August wahrgenommen habe, dass ihre Mutter nachmittags bei ihrem Opa gewesen sei und zu ihm gesagt habe: „Papa, so geht’s nicht.“ Etwas später habe K. bei ihr geklopft und einen Teller vorbeigebracht, den S. abwaschen sollte. Als sie damit fertig war, habe sie bei dem Opa vorbeigeschaut und ihn am Tisch sitzend „mit verdrehten Augen“ vorgefunden. S. habe dann zu ihrer Mutter gesagt: „Wir müssen den Arzt rufen“, worauf K. sagte, dass sie dem Opa „was ins Essen gegeben“ habe. Daraufhin sei S. wieder ins Obergeschoss zurückgekehrt. Als sie noch einmal nach unten ins Erdgeschoss ging, sah sie ihre Mutter wie diese dem Vater mit einem Lappen an den Mund „tupfte.“

Pflegedienst: Enkelin will Toten aufgefunden haben

Der Vorsitzende Richter verliest daraufhin Berichte der Mobilen Pflege. Bei der Abbestellung des Pflegedienstes am 5. August, habe die Enkelin am Telefon gesagt, dass sie den Rentner tot aufgefunden habe. Auch das letzte Menü des Verstorbenen von „Essen auf Rädern“ am 4. August verliest Richter Ziegler: Es gab Quarkauflauf mit Zimtzucker und Mirabellenkompott. Dann verliest der Richter das toxikologische Gutachten zu dem Suppenlöffel. Die umfangreiche Substanzanalyse ergaben Spuren von Quetiapin und Diazepam. 

*** Der Prozess wird am 3. November ab 9 Uhr fortgesetzt, innsalzach24.de berichtet auch dann wieder live aus dem Gerichtssaal. ***

Update, 15 Uhr - Waren Spuren von Medikamenten am Löffel? Ein Spurensachbearbeiter sagt aus

Die Verhandlung wird nach einer Mittagspause fortgesetzt. Als nächster Zeuge sagt ein weiterer Polizeibeamter aus, der als Spurensachbearbeiter in dem Fall tätig war. Im Gerichtssaal ist ein Bildschirm aufgebaut, auf dem Lichtbildaufnahmen vom Haus des Verstorbenen gezeigt werden. Der Beamte sagt aus, dass man in der Küche des Obergeschosses die Verpackung eines Medikamentes gefunden habe. Im Dachgeschoss wurde von der Polizei eine Schreckschusswaffe sowie eine geringe Menge Marihuana gefunden. 

Lappen und Löffel sichergestellt

In der Spüle der Wohnküche im Erdgeschoss wurde von den Beamten ein Lappen sichergestellt. Im Kühlschrank habe man nur einen Teller mit Kuchenresten gefunden. Auf dem Tisch im Wohnzimmer wurde ein Suppenlöffel gefunden, darauf lag eine Brille und daneben Einweghandschuhe. Auf dem Tisch lagen außerdem die Menüpläne von „Essen auf Rädern“. Auf dem Löffel sollen Spuren gesuchter Medikamente gefunden worden sein. Der Beamte zeigt zudem Fotos von der Terrasse der Wohnung aus: Der Blick vom Fenster zeigt die Couch, auf der der Verstorbene aufgefunden wurde. Die Aussage des Ehemanns der Angeklagten S. scheint also plausibel, dass er vom Fenster aus den Sterbenden beobachten konnte.

Fotos der Exhumierung und Obduktion

Anschließend werden vielerlei Medikamentenpackungen gezeigt. Diese Fotos waren Grundlage für die Untersuchungen der Rechtsmedizin. Danach präsentiert der Beamte Aufnahmen von der Exhumierung des Verstorbenen, wobei in unterschiedlichen Tiefen Bodenproben entnommen wurden. Danach folgen Bilder von der Obduktion, wo beispielsweise die Backentaschen des Toten auf mögliche Fasern (Anmerkung der Redaktion: eines Lappens) untersucht wurden. Auch von der Wohnung der Angeklagten K. wurden Fotos angefertigt. Dort waren zahlreiche Medikamente sichergestellt, keines davon war aber laut dem Zeugen „giftig“.

Viele Medikamente sichergestellt

Der Vorsitzende Richter befragt den Zeugen anschließend nach den Ergebnissen der Untersuchungen des Mundraums des Verstorbenen und des Löffels. „Meines Wissens wurden nicht erheblich mehr Fasern im Mund des Toten aufgefunden“, so der Beamte. Es gebe allerdings keine Literatur dazu, wie viel Fasern sich im Normalfall im Mundraum eines Menschen auffinden lassen. Außerdem sei nicht bekannt, ob der Verstorbene noch geatmet habe, als ihm der Lappen vor den Mund gehalten wurde. Auf Anfrage des Verteidigers der Angeklagten S. sagt der Zeuge, dass man kein Diazepam in den durchsuchten Wohnungen gefunden habe. In den Akten stand, dass bei den Durchsuchungen Quetiapin und Tavor gefunden worden war. Am Löffel seien laut Gutachten Quetiapin und Diazepam gefunden worden.

Anmerkung der Redaktion:
Quetiapin ist ein Arzneimittel zur Behandlung psychischer Störungen. Eine Überdosis des Mittels bewirkt Schläfrigkeit, Delirium, Tachykardie und Krampfanfälle.

Tavor ist ein beruhigendes und angstlösendes Mittel, das bei Überdosierung verminderte Atmung, Schläfrigkeit und in schweren Fällen Bewusstlosikeit verursacht.

Diazepam ist ein beruhigendes und angstlösendes Medikemant, das bei Überdosierung Atemstillstand bewirken kann.)

Dr. Karl, Rechtsanwalt der Angeklagten K. befragt den Zeugen, ob gefundene Lappen auf DNA-Spuren untersucht worden seien. Der Polizeibeamte verneint. Auch der Löffel sei nicht auf DNA untersucht worden.

Update, 12.10 Uhr - Der Vater habe nur noch sterben wollen

Der Vorsitzende Richter ruft nach einer kurzen Pause einen Kriminalbeamten aus Mühldorf in den Zeugenstand. Am 28. September 2021 habe er sich mit der angeklagten K. im Hof der Kripo-Station Mühldorf unterhalten, während sie eine Zigarette geraucht habe. „Ich kann mich nur erinnern, dass ich K. konkret gefragt habe, ob sie ihren Vater umgebracht hat. Sie (K.) hat geantwortet, dass er es so gewollt hat.“ Unmittelbar nach dem Geschehen habe der Beamte das in der Akte vermerkt. Vorsitzender Richter Ziegler verliest daraufhin den Aktenvermerk. Bei einer weiteren Zigarette habe K. begonnen zu weinen und über das schlechte Verhältnis zu ihrem Schwiegersohn geredet. Dieser sei ein „Tyrann“, der auch ihren Vater schlecht behandelt und beleidigt habe. Der Vater habe „so gelitten“ und habe nur noch sterben wollen.

Essen auf Rädern für zwei Wochen nach dem Tod bestellt

Durch Nachermittlungen sei der Kriminalbeamte zu der Information gekommen, dass der Mobile Pflegedienst den Rentner am 4. August 2021 um 11.33 Uhr besucht habe. Von dem Enkel habe der Beamte Fotos des Verstorbenen im Sarg erhalten, die dieser am 5. August gemacht habe, um den Tod besser verarbeiten zu können. Dem Enkel sei aufgefallen, dass sein Opa ein wenig Schaum im Mund und einen braunen Punkt am Kinn hatte. Beim Aufräumen in der Wohnung des Verstorbenen habe der Enkel die ausgefüllten Menüpläne von Essen auf Rädern für die folgenden zwei Wochen gefunden.

„Um Gottes Willen, was ist das für eine Familie“

Der nächste Zeuge hat auf Antrag der Staatsanwaltschaft den Sohn und die Schwester der angeklagten K. vernommen. Es sei ihm aufgefallen, dass es sich um „komische Familienverhältnisse“ handele. „Da wurden Dinge geschildert, wo man sich wunderte, dass man nicht früher zur Polizei gegangen ist“, so der Zeuge. „Ich habe mir nur gedacht: Um Gottes Willen, was ist das für eine Familie.“ Die Aussagen der Zeugen seien eher zäh geflossen: „Es kam nicht vorgefertigt, sondern Satz für Satz.“ Laut Aussage der beiden Vernommen habe die angeklagte K. zu ihrer Tat gesagt: „Ich konnte nicht mehr. Ich habe schon jahrelang kein eigenes Leben mehr. Ich war nur noch für meine Tochter da.“ Der Zeuge habe außerdem das Gefühl gehabt, dass die Angeklagte K. wegen einer ernsthaften Erkrankung Dinge auf sich nehmen könnte. „Das war mein Bauchgefühl.“ Der Sohn der Angeklagten hatte ausgesagt: „Meine Mutter wollte aber von Anfang an meine Schwester (Anmerkung der Redaktion: die Angeklagte S.) raushalten.“ Auf Nachfrage des Verteidigers der angeklagten S. sagt der Zeuge aus: „Ich kann bis heute nicht ausschließen, dass vielleicht eine das auf sich nimmt, damit die andere den Vorteil hat. Aber das ist ein rein subjektiver Eindruck.“

K. wollte dem Opa das Sterben leichter machen

Der Vorsitzende Richter verliest sodann das Vernehmungsprotokoll des Sohnes der angeklagten K. Dem zufolge soll seine Schwester, Angeklagte S., angegeben haben, dass die gemeinsame Mutter K. Dem Opa Morphin und Tabor in sein Essen gegeben habe. Außerdem soll K. dem Sterbenden ein Tuch an Nase und Mund gehalten. Dies soll die angeklagte K. auch ihrem Sohn gegenüber noch einmal erwähnt haben und gab an, es dem Sterbenden damit „leichter machen“ wollte. 

Auch die zweite Vernehmung verliest Richter Ziegler. Hier sagte die Schwester der angeklagten K. und Tante der angeklagten S. aus. Der Schwiegersohn ihrer Schwester K. habe sie um ein Gespräch gebeten, bei dem er ihr offenbarte, dass K. den gemeinsamen Vater getötet habe. Bei einem darauf folgendem Familientreffen sei es zu einem heftigen Streit zwischen K. und deren Schwiegersohn gekommen. Ihre Nichte, Angeklagte S., habe gesagt „Mama hat den Opa umgebracht. Sie hat ihm Medikamente ins Essen getan.“ Auch von dem Tuch habe S. Ihr erzählt. Die angeklagte K. selbst habe geäußert, dass der Verstorbene nicht mehr leben habe wollen. Er habe ein Fläschchen Diazepam genommen und es ausgetrunken, worauf die Angeklagte S. zu K. gesagt habe „Mama, bitte!“

Update, 10.46 Uhr - Bekannte des Verstorbenen über dessen Zustand „wirklich erschrocken“

Endlich kann der Prozess gegen zwei Frauen aus Töging fortgesetzt werden. Insgesamt drei Verhandlungstermine im Oktober mussten wegen der Erkrankung einer Prozessbeteiligten entfallen. Das Urteil im Prozess gegen die zwei Frauen aus Töging wird demnach vermutlich nicht Mitte November fallen können. Ursprünglich war der letzte Termin am 15. November angesetzt. Der Vorsitzende Richter Ziegler ruft die erste Zeugin in den Gerichtssaal.

Es handelt sich dabei um eine Polizeibeamtin, die Ende September 2021 die angeklagte K. (55) mit einem Kollegen festnahm. Beim Transport der Beschuldigten nach Mühldorf habe die Angeklagte im Auto nachdenklich gewirkt und gesagt: „Warum hat er nicht warten können.“ Die Polizeibeamtin gibt an K. gefragt zu haben, wen sie mit „er“ meine. Die 55-Jährige habe dann angegeben, sie spreche von ihrem Sohn. K. frage sich, warum der sie bei der Polizei gemeldet habe, denn sie habe sich ohnehin selbst stellen wollen. Im Vernehmungszimmer soll die Beschuldigte keine weiteren Angaben gemacht haben.

75-Jähriger war lebenslustig aber auch Grantler

Als nächste Zeugin wird eine 58-jährige Tögingerin in den Saal gerufen. Die Gesundheitspflegerin war mehr als 15 Jahre Nachbarin des verstorbenen K. und kannte ihn gut. „Er war ein sehr kräftiger Mann, er hat gern gegessen, getrunken und gefeiert und war lebenslustig“, so die Zeugin. In den letzten Jahren habe K. deutlich abgebaut. „Er war schwerhörig, hatte Probleme mit dem Gehen, aber dement war er meiner Meinung nach nicht.“ Wegen der Wohnverhältnisse sei die Zeugin „wirklich erschrocken“. Sie habe sich gefragt, wie man so hausen könne. Es habe nach Urin und Kot gerochen. Und der Pflegezustand des Rentners sei sehr schlecht gewesen. Die Kleidung ungewaschen, der Hygienezustand schlecht.

„Er wollte nicht, dass die allein im Haus sind“

Das Jahr vor seinem Tod sei ein schlechtes Jahr für den 75-Jährigen gewesen. „Ich war sein Kummerkasten. Aber im Haus war ich kein gern gesehener Gast.“ Die Enkelin und ihr Mann hätten den Kontakt des Rentners mit Menschen, bei denen sich der Rentner ausreden hätte können, nicht gewünscht. Die lautstarken Streitereien aus dem Obergeschoss seien nicht überhörbar gewesen. Auch der 75-Jährige habe berichtet, von seiner Enkelin und ihrem Mann geschubst worden zu sein. Außerdem habe er immer Angst gehabt, dass er beklaut würde und Gegenstände zu Geld gemacht würden. „Er wollte nicht, dass die allein im Haus sind. Ich kenne aber nur die Aussagen von ihm“, so die Zeugin. 

Girokonto des Rentners soll von Enkelin leergeräumt worden sein

Die Nachbarin gibt an, dass der Rentner noch vor Corona geklagt habe, dass ihm sein Girokonto leergeräumt worden sei. „Er war kein einfacher Mensch. Ein bayerischer Grantler. Er hat leider immer über seine Tochter und seine Enkelin geschimpft. Nur wenn er mit seinem Enkel reden konnte, sei der Rentner immer schnell „runtergekommen“ und habe sich schnell wieder beruhigt. „Im Jahr 2021 sei K. oft sehr verzweifelt gewesen, weil ihn die Jüngeren so geärgert haben. Die Zeugin gibt an, dass der Rentner nur zwei Tage vor seinem Tod noch bei ihr zu Besuch gewesen sei. „Er war extrem gut beieinander körperlich. Er ist zu uns gelaufen und hatte eine eher euphorische Stimmung“, so die Zeugin. Seit der mobile Pflegedienst gekommen sei, habe sich sein Zustand verbessert. 

Rentner wollte Nachbarin in der Todeswoche noch besuchen

Auf Nachfrage des Vorsitzenden Richters gibt die Zeugin an, dass der Mann immer wieder Hundefutter gebraucht habe, weil er keines hatte. „Er hat noch davon geredet, gerne reisen zu wollen – in seine Heimat nach Österreich. Auch von Andalusien hat er geredet. Er hat auch gesagt, dass wir uns diese Woche noch einmal sehen würden.“ Auf Nachfrage des Verteidigers von K. sagt die Gesundheitspflegerin aus, dass der Rentner schon 2018/19 davon geredet habe, die Enkelin und ihren Mann aus dem Haus haben zu wollen. „Es war immer das Thema, dass er beklaut wird und er sie raushaben möchte.“

Vorbericht:

Am Landgericht Traunstein kann die Verhandlung wegen Mordes nun fortgesetzt werden. Bereits drei Termine mussten wegen andauernder Erkrankung einer Beteiligten abgesagt werden. Zwei Frauen sitzen bei dem Prozess auf der Anklagebank: Die 55-jährige K. und ihre 30-jährige Tochter S. Gemeinsam sollen sie heimtückisch die Vergiftung des Vaters und Großvaters geplant und durchgeführt haben. Dabei soll K. ihrem Vater einen Medikamentencocktail in sein „Saures Lüngerl“ gemischt haben. S. wird Mittäterschaft vorgeworfen. Sie soll kurz nach dem Tod des Opas schon über Pflichtanteile an der Erbschaft geredet haben.

Opa habe nicht mehr leben wollen

Das Konto des 75-Jährigen soll bis auf Anschlag leergeräumt gewesen sein, im Schrank hatte er aber kaum noch Kleidung. Bei Nachbarn musste er angeblich um Essen und Futter für seinen Hund betteln. Der verstorbene K. (75) aus Töging soll außerdem über Lärm und Streit im Obergeschoss gejammert haben. Dort wohnte seine Enklin S. mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern. Der Ehemann soll regelmäßig ausgeflippt sein, Dinge durch die Gegend geworfen und seine Frau grün und blau geschlagen haben: Keine besonders friedliche Umgebung für Kinder. K. sagte aus, ihr Vater habe es nicht mehr ausgehalten und nicht mehr leben wollen.

Hausverbot vom Schwiegersohn

K. soll Hausverbot von ihrem Schwiegersohn auferlegt bekommen haben. Dennoch kam sie etwa zwei bis drei Mal pro Woche vorbei, um mit dem Hund ihres Vaters spazieren zu gehen. Zu ihrer Tochter S., die seit der Jugend an einer Angststörung leidet, habe sie eine starke Beziehung gepflegt und auch die Enkel über alles geliebt. Währenddessen wuchs ihr Sohn (33) bei seinen Großeltern auf. Er lebt inzwischen nicht mehr in Töging ist aber Alleinerbe des verstorbenen Opas. K. soll sich allerdings nie für das Erbe interessiert haben, doch ihre Tochter vielleicht?

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