Sie sollen unter anderem zwei Gartenhütten angezündet haben

Vandalismus-Serie und Brandstiftung in Altötting: Angeklagte sind geständig

Traunstein/Altötting – 18 Sachbeschädigungen, zwei Brandstiftungen und ein Schaden von rund 80.000 Euro lautet die Bilanz eines damals 25-jährigen Altöttingers und dessen 24-jährigen Bekannten aus Erlangen in der Nacht vom 16. Juli auf 17. Juli 2020 im Altöttinger Stadtgebiet. Am Freitag, 12. März, müssen sich die beiden wieder vor dem Landesgericht Traunstein dafür verantworten. chiemgau24.de berichtet aktuell aus dem Gerichtssaal.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Prozess am Landesgericht Traunstein gegen 24-Jährigen Altöttinger und seinen Bekannten
  • 18 Sachbeschädigungen, zwei Brandstiftungen im Juli 2020
  • Anklageschrift beinhaltet Beleidigungen, Nazi-Symbole, zerstochene Reifen und Brandstiftung
  • Sachschaden von insgesamt rund 80.000 Euro

Update, Donnerstag, 12. März, 12.58 Uhr - Angeklagte sind geständig

Die Fronten am Traunsteiner Landgericht scheinen geklärt: Die beiden Männer im Alter von 24 und 25 Jahren sind geständig. Es geht vor allem um Brandstiftung an zwei Gartenhütten in Altötting. Zentral war am Gericht heute, ob durch den Brand auch Personen zu Schaden gekommen sind.
 
Laut eines Polizisten, der als Zeuge aussagte, hätten aber nahezu alle Anwohner ihre Fenster in der Nacht geschlossen gehabt, sodass kein Rauch in die Wohnungen ziehen konnte. Deshalb geht das Gericht inzwischen nicht mehr von einer schweren Brandstiftung, sondern nur noch von einer „einfachen“ Brandstiftung aus - auf die Strafe könnte sich das erleichternd auswirken.
 
Vorgeworfen wird den Männern außerdem Hausfassaden, Schaufenster und Autos beschädigt oder mit Graffiti beschmiert und Reifen an Fahrzeugen zerstochen zu haben. Der gesamte Sachschaden inklusive der abgebrannten Gartenhütten: etwa 80.000 Euro. Der Prozess wird am Mittwoch, 17. März, um 13 Uhr fortgesetzt.

Update, 17.15 Uhr - Verständigungsvorschlag: Angeklagte versprechen geständige Aussagen

Nach einem rund zweistündigen Rechtsgespräch gibt es ein Verständigungsvorschlag der Kammer. „Im Fall einer geständigen Einlassung wird die Kammer eine Freiheitsstrafe zwischen drei und vier Jahren Haft verhängen“, verkündet die Richterin. Es sei allerdings noch eine weitere Beweisaufnahme, ob die gesetzten Brände eine Gefahr für die Bewohner im Wohngebäude bestanden habe. In diesem Zuge könnte zudem auf ein Großteil der Zeugen, vorwiegend die Geschädigten, verzichtet werden. 

Die Richterin betont nochmal, dass die Verständigung nicht bindend ist, sollte im Verlauf der Verhandlung den Angeklagten weitere gravierende Verstöße vorgeworfen werden. Sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die Angeklagten stimmten diesem Vorschlag zu. Die Verteidiger kündigten bereits Geständnisse ihrer Mandanten an. 

Die Verhandlung ist damit beendet. Am Freitag, 12. März, wird die Verhandlung unter anderem mit den Aussagen der Angeklagten fortgesetzt.

Update, 9. März, 16.30 Uhr - Beleidigungen, Nazi-Symbole, zerstochene Reifen, Brandstiftung

Die Staatsanwältin verliest die Anklageschrift:

Den Angeschuldigten werden eine Menge Taten zur Last gelegt. So sollen die beiden insgesamt 18 Sachbeschädigungen begangen haben. Zwischen dem 16. Juli, 23 Uhr und dem 17. Juli 2020 um 2.30 Uhr hätten die Angeklagten in Altötting zahlreiche Wohn- und Geschäftsgebäude beschädigt, indem sie diese mit einer mitgeführten Spraydose besprühten sowie Fahrzeuge, indem sie diese ebenfalls besprühten, zerkratzten und deren Reifen zerstachen. Dabei hätten sie Beleidigungen wie „Fick Dich“, „Du Hurensohn“ sowie Hakenkreuze und SS-Runen an die Wände und Autos gesprüht. Es entstand ein Schaden von rund 20.000 Euro.

Zudem hätten sie in der Tatnacht eine Werkstatt und eine Gartenhütte mithilfe von Benzin in Brand gesetzt. Bei letzterer griff das Feuer auch auf die benachbarten Gartenhäuser über. Der Schaden beläuft sich hierbei bei rund 45.000 Euro. Durch die Hitzeentwicklung wurden zudem an den benachbarten Wohngebäuden Fenster und Rollläden beschädigt. Insgesamt hätten sie durch ihre Taten einen Gesamtschaden von rund 80.000 Euro verursacht.

Daneben hätte der Altöttinger zwei amtliche Kennzeichen geklaut und am eigenen Auto angebracht. Dabei sei er zusätzlich ohne Führerschein gefahren.

Es folgt ein Rechtsgespräch auf Vorschlag der Verteidigung und der Kammer.

Vorbericht:

Die zwei Angeklagten – ein inzwischen 26-jähriger Mann aus Altötting und dessen Bekannter (25) aus Erlangen - sollen für eine Serie einiger Taten in der Nacht vom 16. Juli auf den 17. Juli vorherigen Jahres verantwortlich sein. Dabei wurden Hausfassaden, Schaufenster und Autos beschädigt oder mit Graffiti beschmiert, Reifen an Fahrzeugen zerstochen und zwei Gartenhütten in Brand gesteckt. Der entstandene Schaden: Rund 80.000 Euro.

Die beiden Männer sitzen seit der Festnahme am 17.Juli in Untersuchungshaft. Getrennt voneinander wurden sie damals in die JVA München-Stadelheim und Mühldorf eingeliefert.

Die Staatsanwaltschaft Traunstein erhob Anklage gegen die beiden jungen Männer unter anderen wegen schwerer Brandstiftung. Das Gericht hat für den Prozess sieben Verhandlungstage angesetzt. Prozessauftakt ist am Dienstag, 9. März, um 13 Uhr. Der letzte Termin ist aktuell am 26. März eingeplant.

chiemgau24.de wird aktuell aus dem Gerichtssaal berichten.

jz

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa

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