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Drei Stimmen aus dem Landkreis Traunstein

Public-Viewing zur Fußball-WM in Katar? „Haben lange hin- und herüberlegt“

Das Café Festung in Traunstein (Archivbild).
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Das Café Festung in Traunstein (Archivbild). Inhaber Udo Henning hat „lange hin- und herüberlegt“, ob er heuer die umstrittene Fußball-WM in Katar übertragen will - und hat dann eine klare Entscheidung getroffen.

Eine Fußball-WM im November und Dezember und dann auch noch im umstrittenen Katar - passt das mit Public-Viewing zusammen? Wir haben uns beim Hexenkessel in Tacherting und bei Schnitzlbaumer und Café Festung in Traunstein umgehört, wie sie es heuer halten.

Traunstein/Tacherting - Schon am Sonntag (20. November) beginnt die Fußball-Weltmeisterschaft 2022 in Katar. Während sonst so wenige Tage vor dem wichtigsten Fußball-Tournier längst Euphorie herrscht, ist es heuer anders: Negativschlagzeilen über das Gastgeberland und die FIFA bestimmen das Bild, viele Fans denken über einen „Boykott“ der Weltmeisterschaft nach. Und wie halten es die Gastronomen im Landkreis Traunstein? Der Hexenkessel in Tacherting war bei den Weltmeisterschaften der vergangenen Jahre wohl das größte Public-Viewing-Event der Region, auch beim Schnitzlbaumer oder dem Café Festung in Traunstein wurde groß aufgefahren.

Festung Traunstein: „Die Hölle wird wahrscheinlich nicht los sein“

Mir widerstrebt es eigentlich total“, sagt Udo Henning im Gespräch mit chiemgau24.de. Er habe lange hin- und herüberlegt, ob er in seiner „Festung“ in Traunstein das Tournier zeigt, hat sich dann aber doch dafür entschieden. „Schmiergelder, die Arbeitsbedingungen in Katar... es ist eine sehr zweifelhaft Geschichte, aber der ganze Mist ist jetzt schon gelaufen“, so Henning. Ob im Café Festung die WM über die Bildschirme laufe oder nicht, ändere nichts mehr. Jetzt gehe es eher noch darum, auf die negativen Umstände im Gastgeberland hinzuweisen.

Henning plant im großen Rahmen: Zum Eröffnungsspiel zwischen Katar und Ecuador am Sonntag sowie den Deutschlandspielen baut er im Biergarten Schirme auf, verkauft Glühwein und Bosna. Und auch drinnen laufen die Partien. Hennings ehrliche Einschätzung: „Die Hölle wird wahrscheinlich nicht los sein.“ Er vergleicht die WM in Katar, einer autoritär regierten, absoluten Monarchie, mit den Olympischen Spielen in China oder der Fußball-WM 2018 in Russland. „Da war auch schon die Krim besetzt, eigentlich war das auch nichts anderes.“

Hexenkessel Tacherting hofft auf hunderte Fans beim SV Linde

Klar war die Sache dagegen in Tacherting. „Natürlich haben wir in der Vorstandschaft auch diskutiert“, so Hans Schirmer vom Verein „Hexenkessel Event“, „aber letztendlich fiel die Entscheidung einstimmig, dass wir wieder ein Public-Viewing machen.“ Die Zustände in Katar findet auch er bedenklich, aber umstritten sei so vieles - „dann dürfe man auch nichts mehr ‚Made in China‘ kaufen, dann dürfte man gar nichts mehr.“ Und schließlich sei der Verein 2017 gegründet worden, um die Erlöse gemeinnützig zu spenden. Das will man auch bei der WM 2022 fortsetzen. An wen das Geld heuer geht, stehe aber noch nicht fest.

Diesmal geht es für den „Hexenkessel“ aber nicht in die große Kiesgrube, wie bei vergangenen Tournieren, sondern ans Vereinsheim des SV Linde, hinter dem Feuerwehrhaus. Vier bis fünf Hütten mit Verköstigung baut man in Tacherting auf. Übertragen werden nur die Spiele der Deutschen und beginnend auch erst mit dem zweiten Gruppenspiel am Sonntag, 27. November, gegen Spanien. Der Eintritt ist frei. Bei den ersten Partien rechnet Schirmer mit 300 bis 500 Leuten. Im besten Fall - wenn Deutschland ins Finale kommt - könnten es auch 1000 Fans werden.

Schnitzlbaumer Traunstein: „Wollen kein WM-Aushängeschild sein“

In deutlich kleinerem Rahmen plant auch Alexa Bachmann. Während zur Europameisterschaft voriges Jahr auf der Terrasse des Brauerei-Ausschank Schnitzlbaumer noch ein überdimensionaler Bildschirm stand, bleibt es diesmal bei der Übertragung in der „Schalander Bar“ im Eingangsbereich. „Wir werben aber nicht offensiv damit, weil die WM dieses Mal so umstritten ist“, so die Leiterin. Aber nicht nur deshalb: Man will sich im Schalander nicht auf Fußball alleine fokussieren, sondern künftig auch American Football oder Tennis zeigen. Das Konzept der Sportsbar schwebt Bachmann dabei vor.

Fußball läuft dann, wenn es die Gäste wünschen - und auch nur, wenn die „Schalander Bar“ bei der Traunsteiner Brauerei geöffnet hat, nämlich freitags und samstags ab 18 Uhr und sonntags ab 11 Uhr. In der „Fußball-Kategorie“ oder als „WM-Aushängeschild“ will Alexa Bachmann die Bar jedenfalls nicht sehen. Ganz allgemein beteilige sie sich auch nicht groß an den Debatten Für und Wider die WM in Katar. Bachmann aber glaubt: „Am Ende werden‘s dann eh wieder alle schauen.“

xe

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