57. Regionalwettbewerb von „Jugend musiziert“

Publikum erwünscht: "Unglaublich, wie beseelt schon kleine Kinder musizieren"

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Aus der Probe beim Regionalwettbewerb von „Jugend musiziert“ im letzten Jahr Lehrer Claus Freudenstein mit Korbinian Brustgi und Ianto Hien.

Traunstein - “Es gibt keine bessere Gelegenheit, so vielen begabten Kindern und Jugendlichen beim Musizieren zuzuhören“, sagt Silke Aichhorn, die im Auftrag des Landratsamtes Traunstein den 57. Regionalwettbewerb von „Jugend musiziert“ organisiert hat. Er findet kommenden Samstag und Sonntag, 8. und 9. Februar, in den Räumen des Annette-Kolb-Gymnasiums, Güterhallenstraße 12, statt.

Beim europaweit größten Musizierwettbewerb unter Schirmherrschaft des Bundespräsidenten nehmen in Traunstein rund 175 Teilnehmer aus fünf Landkreisen teil, aus Altötting, Berchtesgadener Land, Mühldorf am Inn, Traunstein und Rosenheim. Der Traunsteiner Regionalwettbewerb ist einer der größten überhaupt und liegt Landrat Siegfried Walch besonders am Herzen, der deshalb auch wieder die Schirmherrschaft übernommen hat.


In den verschiedenen Schulräumen des Gymnasiums finden die Wettbewerbe in fünf verschiedenen Altersgruppen an beiden Tagen zwischen 9 und 18 Uhr statt. Organisatorin Silke Aichhorn legt großen Wert darauf, dass die Teilnehmer in guter Atmosphäre möglichst ohne Angst und Stress vorspielen können. Jedes Kind bekommt doppelt so viel Einspielzeit für sich, als es danach vorspielt. Immer soll der eigene Musiklehrer dabei sein, der natürlich nicht mitspielen darf und nichts bei der Wertung mitzureden hat. Bei den Solowertungen – insgesamt fünf Gruppen - Klavier (mit rund 60 Teilnehmern die größte Gruppe), Drum-Set, Pop, (Schlagzeug), Gitarre, Gesang und Harfe spielen die kleinen Kinder ab vier Jahren sechs bis zehn Minuten vor, die 13/14jährigen zehn bis 15 Minuten und Teilnehmer ab 15 Jahren 15 bis 20 Minuten. 

Eine dreiköpfige Jury aus Musikern und Musiklehrern, alle Profis, meist aus München und Salzburg, schreibt mit, macht sich Notizen und verteilt Punkte zwischen 7 und 25. Die Abstimmung ist geheim. Die Juroren sitzen dabei unauffällig im Publikum. „Wir zählen nicht die Fehler“, sagt Silke Aichhorn. Bewertet wird die Ausstrahlung, wie ein Kind spielt und ob es Spaß am Musizieren hat. „Es ist unglaublich, wie beseelt manchmal schon kleine Kinder musizieren“, so Aichhorn. Nach dem Vorspielen gibt es immer ein individuelles Beratungsgespräch mit Lehrer, Eltern und Teilnehmer. Neben den Solo-Wertungen finden auch Ensemble-Wertungen statt, nämlich für Streicher, Holz- und Blechbläser.


„Super, dass Du Dich getraut hast“

„Der wirkliche Gewinn des Wettbewerbs ist nicht, den wievielten Platz einer macht, sondern die monatelange Vorbereitung der Stücke auf das Vorspielen“, sagt Aichhorn, die heute als Harfenisten zu den Größten ihres Faches zählt. Auch sie selbst habe als Kind und Jugendliche immer wieder bei „Jugend musiziert“ – Wettbewerben, schließlich auf Landes- und Bundesebene, teilgenommen und dabei enorm profitiert.

Bei der Wertung insgesamt könne man vorher nie wissen, wie viele erste oder zweite Preise es gebe. Das sei auch nicht so wichtig. Wichtig sei lediglich, dass sich einer getraut habe, sich vorbereitet und sein Bestes gegeben habe. „Nicht für alle Kinder und Jugendliche muss so ein Wettbewerb das Richtige sein“, sagt die Harfenistin Es gebe Teilnehmer, die einfach zu viel Angst oder Lampenfieber hätten, was aber nicht unbedingt am Druck der Eltern liegen müsse. Solchen Kindern müsse man einfach Zeit geben und sie nicht zwingen. Kleine Preise und eine Urkunde gibt es bei der Preisverteilung für jeden. Das gute Gefühl, mit gemacht zu haben, sei in jedem Fall das Wichtigste. Der Landeswettbewerb Bayern von „Jugend musiziert“ findet dann vor Ostern von 3. bis 6. April in Regensburg statt und der Bundeswettbewerb in den Pfingstferien von 28. Mai bis 4. Juni in Freiburg im Breisgau.

Wer den musizierenden Nachwuchs kennen lernen möchte, kann die gute Gelegenheit nützen und am Samstag und Sonntag bei den verschiedenen Vorspielen zuhören. Natürlich darf nicht gesprochen, nicht fotografiert und das Vorspiel nicht aufgenommen werden. In der Mensa der Schule, die auch für das leibliche Wohl der Gäste und Teilnehmer sorgt, darf dafür ausgiebig diskutiert werden. Es gibt ein genaues Programm mit Uhrzeiten, Namen und Raumangaben, so dass jeder Besucher auswählen kann, wohin er gehen möchte.

Christiane Giesen

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