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Bluttat in Raubling

Lebensgefährtin niedergestochen: Rentner zu Gefängnisstrafe verurteilt

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Raubling/Traunstein - Am zweiten Weihnachtsfeiertag 2016 hat ein 81-Jähriger seine Lebensgefährtin niedergestochen. Sie verstarb. Er muss nun ins Gefängnis.

Update: 10.10 Uhr: Das Urteil

Der Vorsitzende Richter Erich Fuchs verkündet das Urteil: Der Raublinger ist schuldig der gefährlichen Körperverletzung mit Todesfolge. Er muss für vier Jahre und neun Monate ins Gefängnis.

Im Gesamten erkennt Fuchs keinen Tötungsvorsatz: Der Angeklagte habe im Affekt gehandelt, auch eine beginnende Demenz bei dem Rentner spreche gegen einen Tötungsvorsatz. Außerdem habe er gleich nach der Tat den Notarzt gerufen.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Innerhalb einer Woche können Staatsanwaltschaft und Verteidigung Rechtsmittel gegen das Urteil einlegen.

Vorbericht

“Ich wollte sie niemals töten. Wenn ich alles verloren habe ist es das Schlimmste, dass ich sie verloren habe“, das waren unter Tränen die letzten Worte des Angeklagten am Dienstag bei seinem Prozess am Landgericht Traunstein. Der 81-Jährige hatte die Tat im Laufe der Verhandlung eingeräumt. Er sei wütend geworden, weil seine 75-Jährige Lebensgefährtin seine Schmerzen nicht ernst genommen habe. Im Affekt habe er schließlich in der Nacht zum 26. Dezember 2016 auf sie eingestochen. Die Frau verblutete.

Am ersten Prozesstag hatte der Beschuldigte vor Gericht zunächst eine andere Version dargelegt. Er habe seiner Lebensgefährtin mit dem Messer nur Angst machen wollen, weil diese ihn wegen seiner Magenbeschwerden öfter beschimpfte und diese nicht ernst genommen habe. Es sei dann dazu gekommen, dass das Bett, auf dem der Angeklagte mit einem Messer und seine Lebensgefährtin lagen, zusammengebrochen sei, in dessen Folge er mit dem  Messer auf sie gefallen sei und ihr so die tödlichen Verletzungen zugefügt habe.

Relativ schnell ließ sich der Beschuldigte vom Gericht jedoch überzeugen, doch die Wahrheit zu erzählen, da die Beweislage eine derartige Version nahezu ausschließe. Unter Tränen gestand der 81-Jährige schließlich, seine Frau erstochen zu haben. 

Die Plädoyers

Staatsanwalt Dr. Oliver Mößner sah im Plädoyer seine Anklage für erwiesen an, mit Ausnahme des Tötungsvorsatzes. Er fordert sechs Jahre Haft wegen gefährlicher Körperverletzung mit Todesfolge. Dies sah auch Verteidiger Wolfgang Müller so, mit dem Unterschied, dass der Angeklagte in einem Zustand gehandelt habe, in dem seine Steuerungsfähigkeit auf Grund der körperlichen und psychischen Verfassung des Beschuldigten vermindert gewesen sei. Es sei also von einem minder schweren Fall auszugehen. Er halte eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren auf Bewährung für angemessen.

Das Urteil wird am Donnerstag um 9 Uhr erwartet.

**Wir berichten von vor Ort**

jb/xe

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