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Richterin: „Angeklagter wollte Opfer zum Täter machen“

Rosenheimerin vergewaltigt: Landgericht spricht eindeutiges Urteil gegen 30-Jährigen

  • Xaver Eichstädter
    VonXaver Eichstädter
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Rosenheim/Traunstein - Im Prozess um brutale Schläge und die Vergewaltigung einer Rosenheimerin ist am Mittwoch das Urteil gefallen.

Update, 16.15 Uhr - Rosenheimerin vergewaltigt: Landgericht spricht eindeutiges Urteil gegen 30-Jährigen

Das Landgericht Traunstein hat keine Zweifel: Ein 30-Jähriger hat am 8. Februar 2021 eine Rosenheimerin (40) vergewaltigt und tags zuvor auch schon heftig verprügelt. Das Urteil gegen den Mann ist jetzt gefallen. Neun Jahre und sechs Monate muss der Mann ins Gefängnis. Damit liegt das Urteil sehr nahe am Plädoyer der Staatsanwaltschaft, die zehn Jahre Haft forderte. Das Urteil lautet auf Vergewaltigung, Körperverletzung, Freiheitsberaubung, Nötigung und Raub.

Vorsitzende Richterin Jacqueline Aßbichler spricht von einem “Martyrium über lange Zeit”. Denn es waren drei aufeinanderfolgende Tage, an denen der Angeklagte sein Opfer peinigte. Mal mit Schlägen ins Gesicht, dann mit einer Vergewaltigung, am dritten Tag lauerte er ihr vor der Haustür in der Rosenheimer Innenstadt auf. “Der Grund für die Tat ist Eifersucht”, so Aßbichler.

Schlimm sei darüber hinaus, dass der Angeklagte im Prozess versucht habe, das Opfer zum Täter zu machen. „Das ist ihm nicht gelungen.“ Der 30-Jährige behauptete, seine Bekannte habe zuerst zugeschlagen, bevor er ihr Hämatome am ganzen Körper zufügte. Dann habe sie Sex gewollt, den er aber abgelehnt habe. “Die Behauptung, dass die Geschädigte danach mit ihm Schlafen wollte, ist unglaublich”, so die Vorsitzende Richterin: “Sie werden ins Gefängnis gehen und danach direkt abgeschoben.”
Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Update, 14 Uhr - Zehn Jahre oder zehn Monate? Plädoyers im Vergewaltigungs-Prozess weit auseinander

Eine Strafe von zehn Jahren fordert jetzt die Staatsanwaltschaft gegen den 30 Jahre alten Angeklagten. Das Opfer, eine 40-jährige Bekannte des Mannes, habe eine „dreitägige Tortur“ durchmachen müssen: „Er hat wild auf die Geschädigte eingeprügelt, von mindestens zehn Faustschlägen gegen Kopf und Gesicht hat sie berichtet“, so der Staatsanwalt. Am Morgen danach, am 8. Februar, dann die Vergewaltigung – eine besonders schwere sei es gewesen.

„Allen dürfte klar sein, dass die Version des Angeklagten grober Unfug ist“, so der Staatsanwalt. Der Mann behauptete, die 40-Jährige habe zuerst mit den Schlägen begonnen und ihn danach um Sex gebeten, was er aber abgelehnt habe. Und der Angeklagte habe angeblich nur mit der flachen Hand zugeschlagen. Aber beispielsweise die Hämatome in der Augenpartie seien nicht durch Schläge mit der flachen Hand möglich, so der Staatsanwalt. “Und zugunsten des Angeklagten spricht eigentlich überhaupt nichts.”

Verteidiger Raphael Botor sieht dagegen widersprüchliche Angaben in der Aussage der 40-jährigen Rosenheimerin. „Es gibt keine Anzeichen für ein gewaltsames Eindringen meines Mandanten.“ Auch das Handyvideo, das der Angeklagte während der ihm vorgeworfenen Tag aufnahm, beweise das nicht. „Es steht Aussage gegen Aussage“, so der Anwalt. Wegen der übrigbleibenden Delikte fordert er eine Bewährungsstrafe von zehn Monaten.

Nun liegt es am Traunsteiner Landgericht unter Vorsitz von Jacqueline Aßbichler, welche Strafe der 30-Jährige erhält.

Erstmeldung:

Brutale Schläge ins Gesicht einer Bekannten am 7. Februar, eine Vergewaltigung am 8. Februar und tags darauf soll er ihr dann vor der Tür aufgelauert haben. Die Vorwürfe gegen einen 30-Jährigen wiegen schwer. Am Mittwoch (22. September) wird vor dem Landgericht in Traunstein das Urteil gesprochen. Auch die Plädoyers stehen noch aus. Beginn ist um 9 Uhr. Die 42-jährige Geschädigte aus Rosenheim berichtete am ersten Prozesstag davon, wie sie versuchte habe zu überleben.

Vergewaltigung in Rosenheim? Urteil am Landgericht

Der Angeklagte lieferte dagegen eine ganz andere Version: Die Frau habe mit den Schlägen begonnen, er habe sich nur gewehrt. Zum Sex sei es überhaupt nicht gekommen. Der 30-Jährige gab außerdem an, in seiner westafrikanischen Heimat früher als Auftragskiller gearbeitet zu haben. Fotos vor Gericht bewiesen, dass die Frau an vielen Stellen am Körper, vor allem im Gesicht, Hämatome und Schwellungen hatte. Spermaspuren konnten nach einem Abstrich laut dem Gerichtsmediziner bei der Frau nicht gefunden werden, es gäbe lediglich Indizien für Geschlechtsverkehr.

Die Anklage lautet auf besonders schwere Vergewaltigung, Nötigung, Freiheitsberaubung und Raub. rosenheim24.de wird aktuell vom Prozess berichten.

xe

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa

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