Freilichtmuseum nach Traunsteiner Art

Salinenpark Traunstein: Beeindruckende Geschichte der 1. Pipeline der Welt

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Der Traunsteiner Salinenpark mit seinem Wasserrad.

Traunstein - Nichts hat Traunstein bisher so geprägt wie das Salz. Fast 300 Jahre lang wurde in der Traunsteiner Saline das „weiße Gold“ hergestellt. Um das zu ermöglichen, waren Pionierarbeit und Erfindergeist nötig. Im Salinenpark wird die Geschichte der Soleleitung, der 1. Pipeline der Welt, beeindruckend dargestellt.

Der Salinenpark – vielseitig erlebbar

Infotafeln geben eine interessante Auskunft über die Geschichte der einstigen Salinenstadt und erklären die Funktion der 1. Pipeline der Welt. Kurzfilme, die via QR-Codes angeschaut werden können, machen die faszinierende Industriegeschichte Traunsteins virtuell erlebbar.

Kinder sind eingeladen, den Park zu erkunden. Sie können im Wasserbecken des Reiffenstuel-Rades spielen oder auf den Holzdeicheln balancieren. 

Mit seinen bienenfreundlichen Blumenwiesen, Obstbäumen und dem Apothekergarten lädt der Salinenpark zum Entspannen und Verweilen ein. Die historischen Salinenhäuser bilden den schmucken Rahmen.

Der Salinenpark lädt zum Entspannen und Verweilen ein, Kinder finden Platz zum Toben.

Ausstellungsstücke des Freilichtmuseums

Hauptattraktion des Parks sind zwei Pumpensysteme unterschiedlicher Epochen. Die Rekonstruktion der Solehebemaschine mit Wasserrad ist das symbolische Denkmal für die genialen Baumeister Hans und Simon Reiffenstuel. Daneben steht, in einem Glaspavillon aufgebaut, die im Original erhaltende, noch immer funktionsfähige Reichenbach´sche Wassersäulenmaschine aus dem 19. Jahrhundert, die deutlich die technischen Sprünge aufzeigt.

Weitere Ausstellungsstücke sind originale Holzdeicheln der damaligen Soleleitung sowie ein aufgerichteter Ster Holz, der zeigt, wie viel Brennmaterial für die Herstellung von Salz notwendig war.

Zu den Ausstellungsstücken gehören auch originale Holzdeicheln der damaligen Soleleitung.

Einblick in die Traunsteiner Salzgeschichte:

Im Jahr 1613 entdeckte man in Reichenhall eine neue ergiebige Solequelle. Um die flüssige Sole sieden zu können, war eine große Menge Brennholz nötig. Der Holzknappheit der Saline Reichenhall und dem Waldreichtum im Hinterland verdankte es die Stadt Traunstein, dass sie im frühen 17. Jahrhundert zum Salinenstandort wurde.

Für den Transport der Sole von Reichenhall nach Traunstein entwickelten die genialen Baumeister Hans und Simon Reiffenstuel eine 32,5 Kilometer lange Soleleitung aus 8356 handgebohrten Holzrohren, sogenannten Deicheln. Die größte Herausforderung stellte dabei die Überwindung der gewaltigen Höhendifferenz von 346 Metern dar. Die Lösung waren allein durch Wasserkraft angetriebene Pumpstationen. Der Bau dieser Soleleitung gelang in nur zwei Jahren (1617-1619) und war für damalige Verhältnisse ein technisches Wunderwerk. Am 5. August 1619 wurde in Traunstein das erste Mal Salz hergestellt. Vorausgegangen war der Bau der 1. Pipeline der Welt.

Ausstellung Soleleitung – jetzt virtuell entdecken

Die Ausstellung befindet sich in einem der historischen Salinenhäuser - im Erdgeschoss des sogenannten „Ferdinandistocks“ unter 400 Jahre altem Gewölbe. Sie widmet sich der Technik der Soleleitung Bad Reichenhall - Traunstein, der 1. Pipeline der Welt.

Aufgrund der aktuellen Lage kann die Ausstellung nicht für Besucher öffnen. Interessierte können die Ausstellungsstücke nun aber auf eine andere Weise bestaunen: werfen Sie einen virtuellen Blick in die Räume der Ausstellung unter www.traunstein.de.

Stadt Traunstein/fn

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