Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Schlagabtausch im Traunsteiner Stadtrat

Parkdeck am Karl-Theodor-Platz: „Belebung der Innenstadt“ oder „hohe Folgekosten“?

Entschieden für bzw. gegen ein Parkdeck am Karl-Theodor-Platz in Traunstein: Links Konrad Baur (CSU) und rechts Burgi Mörtl-Körner (Grüne).
+
Entschieden für bzw. gegen ein Parkdeck am Karl-Theodor-Platz in Traunstein: Links Konrad Baur (CSU) und rechts Burgi Mörtl-Körner (Grüne).

Soll am Karl-Theodor-Platz ein großes Parkdeck doppelt so viele Stellplätze ermöglichen? Die Debatte im Traunsteiner Stadtrat ist wieder voll entbrannt - und es gab eine erste Richtungsentscheidung.

Traunstein - Soll der Karl-Theodor-Platz in Traunstein ein großes Parkdeck erhalten? Die Mehrheit des Stadtrates hat am Donnerstag (5. Mai) dazu „Ja“ gesagt. Mit 19 zu sieben Stimmen folgte man dem Antrag von CSU und SPD/Die Linke. Durch das Parkhaus - im Antrag „Mobilitätshaus“ genannt - soll sich die Zahl der Stellplätze auf rund 600 verdoppeln. Die möglichen Kosten sind noch unklar. Die Stadtverwaltung soll nun ein Planungskonzept mit Kostenschätzungen ausarbeiten.

Debatte im Stadtrat Traunstein um Parkdeck am Karl-Theodor-Platz

Dass der Karl-Theodor-Platz mit seinen knapp 300 Parkplätzen saniert werden muss, zweifelte niemand im Stadtrat an. „Schon jetzt wird jährlich im fünfstelligen Bereich nachgeflickt“, so Oberbürgermeister Christian Hümmer (CSU). Eine Generalsanierung im Bestand würde mindestens 1,3 Millionen Euro kosten. Auch er sprach sich für das „Mobilitätshaus“ aus: Die Architektur solle stilbildend sein und zum historischen Ambiente in der Au passen. Hümmer schlug vor, mit den zwei Ebenen dann „vielleicht ein halbes Geschoß in die Tiefe und etwas in die Höhe zu gehen“.

Das Parkdeck sei ein „klares Signal für die Belebung der Innenstadt“, argumentierte CSU-Fraktionschef Konrad Baur. Für alle Fortbewegungsmittel - egal ob auf zwei oder vier Rädern, elektrisch oder benzingetrieben - solle dort Platz sein. Außerdem ließen sich so mehr Grünanteil und neue Verbindungen vom Karl-Theodor-Platz in die Innenstadt umsetzen. Auch in den Augen von Ernst Haider (UW) der richtige Antrag: „Alle anderen Alternativen sind in den letzten Jahren gescheitert und in einem schleichenden Prozess sind es immer weniger Parkplätze in der Innenstadt geworden.“

Parkdeck am Karl-Theodor-Platz? Das sind die Gegenargumente

Ganz anders sahen es Grüne und Traunsteiner Liste. Von ihnen, sowie vom fraktionslosen Wilfried Schott, kamen die Gegenstimmen. Den 250.000 Euro an jährlichen Einnahmen stünden bis zu 20.000 Euro Ausgaben am Karl-Theodor-Platz gegenüber, rechnete Simon Steiner (Traunsteiner Liste) vor: „Er ist eine sehr gute Einnahmequelle.“ 100.000 Euro würden in seinen Augen reichen, um den Karl-Theodor-Platz für die nächsten Jahrzehnte auf Vordermann zu bringen - „alles andere wäre betriebswirtschaftlicher Unsinn.“

Die Stadträte der Grünen brachten allerlei Alternativen ins Spiel: Ein Shuttle-Bus vom Festplatz in die Innenstadt, weniger Dauerparker am Karl-Theodor-Platz, ein Verkehrsleitsystem und eine bessere Beschilderung zur Rathaus-Tiefgarage, die noch zu wenig ausgelastet sei. „Und ich will keinen Fremdkörper auf diesem Platz, der historische Charakter soll dort wirken“, so Patrick Nepper (Grüne). Er stellte auch grundsätzlich in Frage, dass es in Traunstein zu wenig Parkplätze gäbe.

Ist der Festplatz eine ernsthafte Alternative?

OB Hümmer bezog sich auf eine Studie aus dem Jahr 2016: „Es herrscht praktisch Vollauslastung in der ganzen Stadt und der Festplatz ist zu weit weg.“ Einen Shuttle-Bus dorthin habe man in der Vorweihnachtszeit ausprobiert, aber täglich seien nur 15 bis 20 Leute damit gefahren. Susanne Deckert (Initiative Traunstein) sprang Hümmer bei: „Der Festplatz ist zumutbar für Menschen, die in der Stadt arbeiten, aber nicht für kurze Einkäufe oder Arztbesuche.“ Bevor man Innenstadt und Stadtplatz verkehrsberuhigen könne, brauche es zuerst ein Parkhaus, so Deckert.

Burgi Mörtl-Körner mahnte dagegen schon jetzt: „Jedes Parkhaus wird hohe Folgekosten haben. Das sehen wir jetzt an der Tiefgarage am Bahnhof. Ich warne davor: das wird sehr teuer.“ Eine Tiefgarage am Karl-Theodor-Platz scheint derweil kein Thema mehr zu seinNoch 2019 favorisierte der Stadtrat noch eher eine Tiefgarage als ein Parkdeck. Die damalige Kostenschätzung für eine zweigeschoßige Tiefgarage mit 450 Stellplätzen: knapp 13 Millionen Euro. Wohin die finanzielle Reise bei einem Parkdeck gehen könnte, ist derweil noch unklar.

xe