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Ab Sommer sollen in Traunstein Bürger auf Streife gehen

Sicherheitswacht: Sechs geeignete Bewerber gibt es bereits

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Oberbürgermeister Kegel (links) am Mittwoch bei einer Pressekonferenz mit Robert Kopp vom Polizeipräsidium Oberbayern Süd.

Traunstein - Geht es nach Polizei und Stadtrat sollen ab Sommer Bürger den Beamten unter die Arme greifen. Am heutigen Mittwoch fiel der Startschuss.

Sie dürfen Platzverweise erteilen, renitente Personen festhalten oder Ausweise verlangen: Dass in Traunstein eine Sicherheitswacht die Polizisten ergänzt, wurde vom Stadtrat bereits im Oktober beschlossen, am heutigen Mittwoch wurde in einer Pressekonferenz im Rathaus der aktuelle Stand vorgestellt.

Das nötige Personal und der Zeitplan

Für eine Sicherheitswacht in Traunstein brauche man mindestens acht Freiwillige: "Wir haben bisher zehn Bewerbungen bekommen, sechs davon wären geeignet", so Rainer Wolf von der Polizeiinspektion Traunstein. Noch bis Ende März will die Traunsteiner Polizei passende Bewerber suchen. Im April will man dann über die genaue Zusammensetzung entscheiden, im Mai werden die Sicherheitswachtler ausgebildet und ab Juni sollen sie im Einsatz sein. Die Einführung einer Sicherheitswacht scheiterte in Traunstein schon einmal vor vier Jahren. Es konnte schlicht nicht genügend passendes Personal gefunden werden. 

Aufgabe der Sicherheitswacht soll es sein, bei Vandalismus, Belästigungen oder Verschmutzungen einzuschreiten - "Ordnungsstörungen", wie es Robert Kopp vom Polizeipräsidium Oberbayern Süd nannte. "Wir spüren, dass die Menschen mehr verunsichert sind", so Kopp und nennt Köln, Terror und Amokläufe als Stichworte: "Die Leute sind mit Dingen konfrontiert, die sie so zuvor nicht kannten." 

Die möglichen Einsatzgebiete in Traunstein

Bei den Sicherheitswachten spricht Robert Kopp von einem Erfolgsmodell und "gelebter Zivilcourage": Auch in Burghausen, Rosenheim oder Burgkirchen gibt es sie schon, in Freilassing soll die bestehende Sicherheitswacht weiter aufgestockt werden. Auch in Laufen und Waging versucht die Polizei derzeit, Sicherheitswachten auf die Beine zu stellen. Der Dienst soll die Polizei nicht ersetzen, sondern ergänzen - auch das Tätigkeitsfeld der Polizei werde durch die Sicherheitswachten nicht verändert. 

Überwacht werden soll ausschließlich der öffentliche Raum. Rainer Wolf von der örtlichen Polizeiinspektion nannte konkrete Beispiele für Traunstein: Grillplätze an der Traun, Bahnhof, Parks, Innenstadt oder Skaterplatz sind solche Orte, an denen die Sicherheitswachtler vorbeischauen sollten - und natürlich auch bei größeren Veranstaltungen wie Frühlingsfest, Faschingszug, Christkindlmarkt oder Blattl- und Lindl-Sonntag.

Voraussetzungen und Einsatzbedingungen

Die Sicherheitswacht steht in der Regel mit einem Funkgerät in Verbindung mit der Polizei, ist paarweise unterwegs und auch mit Pfefferspray ausgerüstet. Die Sicherheitswacht ist einheitlich uniformiert, gesucht werden Frauen und Männer zwischen 18 und 62 Jahren. Die deutsche Staatsangehörigkeit ist gewünscht, aber keine Pflichtvoraussetzung. Selbstverständlich wird auch das Führungszeugnis überprüft. 

Nach der erforderlichen Personalauswahl bildet die Polizei die Ehrenamtlichen in etwa 40 Stunden in Traunstein aus. Auch ein Selbstverteidigungskurs gehört dazu. Ein Richtwert für die Einsatzzeit sind zehn bis 15 Stunden im Monat. Entlohnt werden die ehrenamtlichen Bürger mit acht Euro pro Stunde von der Polizei. Robert Kopp versichert: "Uns sind keine Fälle bekannt, wo schon jemals einer von der Sicherheitswacht bedroht oder verletzt worden wäre."

xe

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