Nachgefragt in Traunstein, Rosenheim und Mühldorf

So sind die Kliniken der Region auf eine mögliche zweite Welle vorbereitet

Aufnahme vom versperrten Eingang des Ruhpoldinger Krankenhauses Mitte April. Weil Ärzte und Pfleger positiv auf das Coronavirus getestet wurden war das Klinikum zeitweise geschlossen, die Patienten mussten verlegt werden. 
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Aufnahme vom versperrten Eingang des Ruhpoldinger Krankenhauses Mitte April. Weil Ärzte und Pfleger positiv auf das Coronavirus getestet wurden war das Klinikum zeitweise geschlossen, die Patienten mussten verlegt werden. 

Traunstein/Rosenheim/Mühldorf - Wie bereit sind die lokalen Klinik-Verbände für eine mögliche zweite Corona-Welle? Wir haben nachgefragt.

„Für aller Voraussicht nach nicht ausbleibende weitere kleinere oder größere Pandemiewellen sehen wir den Klinikverbund bestens gerüstet", erklärt Dr. Uwe Gretscher, Vorstandsvorsitzender der Kliniken Südostbayern AG gegenüber chiemgau24.de „Wir haben viele Prozesse und Bereiche unserer klinischen Versorgung angepasst, strukturell haben wir eher kein Problem.“ Trotz weltweit noch immer nicht unbegrenzt zur Verfügung stehender Schutzmaterialien seien die Kliniken Südostbayern- Lager mit entsprechenden Vorräten für mehrere Wochen gefüllt.


Wie gut sind RoMed-Kliniken, Kliniken Südostbayern und Innklinikum Altötting und Mühldorf auf eine mögliche zweite Welle vorbereitet?

Auch in der Region nimmt die Sorge vor einer „zweiten Welle" der Corona-Pandemie zu. Jüngst warnte etwa Mühldorfs Landrat Max Heimerl (CSU) in einer Pressekonferenz, die Bevölkerung müsse jetzt mithelfen, dass es nicht dazu kommt. Die Kliniken der Region haben bereits Anfang des Jahres Erfahrungen mit dem Corona-Virus gemacht. Beispielsweise fiel in Rosenheim zeitweise ein Teil des medizinischen Personals wegen Infektionsverdachts aus, der Betrieb musste teils heruntergefahren werden. In Ruhpolding musste das Klinikum wegen Infektionsfällen bei Ärzen und Pflegern sogar zeitweise komplett geschlossen werden.


Dr. Uwe Gretscher.

Rasch konnte aber auch in der "Ersten Welle" gehandelt und reagiert werden. So schafften es sowohl die RoMed-Kliniken als auch die Kliniken Südostbayern, die Zahl der Beatmungsplätze und Intensivbetten schnell aufzustocken. Das Innklinikum Altötting-Mühldorf beschloss sogar, das Mühldorfer Klinikum komplett auf die Betreuung von Covid-Patienten umzustellen. Doch wie sind die Kliniken nun für den Fall einer "zweiten Welle" vorbereitet? Wir haben bei den RoMed-Kliniken, den Kliniken Südostbayern und dem InnKlinikum Altötting und Mühldorf nachgefragt.

Vorerst keine Pläne für Änderungen der Besuchsregelungen

„Die coronabedingten Schutzmaßnahmen sind etabliert“, berichtet auch Elisabeth Siebeneicher, Pressesprecherin des RoMed-Klinikverbunds. „Dazu zählen unter anderem die Corona-Tests vor Aufnahme für geplante stationäre Aufnahmen oder bei Aufnahme für Notfallpatienten. Derzeit sei bei ihnen nur ein Covid-Patient in Behandlung. Grundsätzlich werden alle Patienten bis zum Vorliegen des Testergebnisses einzelisoliert. Die Belegung mit Patienten ohne Corona-Infektion liegt fast auf dem Niveau der Vorjahre.“

„Das InnKlinikum Mühldorf ist stark mit Patienten ausgelastet, hinsichtlich Corona ist die Lage aber glücklicherweise noch ruhig. Wir behandeln derzeit einen positiv getesteten Covid-19-Patienten und acht Verdachtsfälle mit eher geringem Risiko, dass sich der Verdacht bestätigt“, so Dr. Thomas Parnitzke, Pandemiebeauftragter Arzt des InnKlinikum Mühldorf.

Oberarzt Dr. Thomas Parnitzke, Pandemiebeauftragter Arzt des InnKlinikum Mühldorf.

„Wir haben einen „Re-Entry-Plan“ entwickelt, der dies als mögliche Option vorsieht, je nach Notwendigkeit und Krankheitsaufkommen. Wir werden auf jeden Fall weiterhin versuchen, unsere Kliniken in Altötting, Burghausen und Haag frei von CoVid zu halten", erklärt Parnitzke weiter.

Änderungen bei den Regeln für Besucher will derzeit keiner der drei Klinikverbünde vornehmen.

hs

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