Fälle häuslicher Gewalt nehmen alarmierend zu

Soroptimist Club Traunstein spendet für Beratungsstelle des Sozialsdiensts katholischer Frauen

Präsidentin des Clubs Hedwig Amann (rechts), Clubschwester Anna Katharina Kubanek (links), Leiterin der Interventionsstelle des Sozialdiensts Katholischer Frauen in Traunstein, Sabine Weiß (mittig)
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Eine Spende von 3000 Euro aus der Weihnachtsspendenaktion des Soroptimist Club Traunstein überreichten die Präsidentin des Clubs Hedwig Amann (rechts) und Clubschwester Anna Katharina Kubanek (links) an die Leiterin der Interventionsstelle des Sozialdiensts Katholischer Frauen in Traunstein, Sabine Weiß.

Seit fast 25 Jahren spendet der Soroptimist Club Traunstein die Einnahmen aus seinem bisher alljährlichen Besonderen Flohmarkt im Herbst für soziale Projekte in der Region.

Traunstein - Da der Flohmarkt im letzten Jahr nicht stattfinden konnte, organisierte der Club eine Weihnachtsspendenaktion unter Mitgliedern und Freunden. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen. Die Präsidentin des Soroptimist Club Traunstein, Hedwig Amann und Anna Katharina Kubanek (links), die durch eine auswärtige Freundin eine besonders hohe Spende erreichen konnte, überreichten nun die Einnahmen in Höhe von 3000 Euro an Sabine Weiß, Traumafachberaterin und Leiterin der Beratungsstelle für Opfer von häuslicher Gewalt  in Traunstein. 

Bereits seit 2015 ist häusliche Gewalt der Arbeitsschwerpunkt der Interventionsstelle des Sozialdienstes katholischer Frauen Südostbayern in Traunstein. In dieser Zeit wurden bisher 300 Opfer von häuslicher Gewalt begleitet und beraten, informierte Sabine Weiß. Das Angebot der Interventionsstelle werde sowohl durch die Polizeiinspektionen der Landkreise Traunstein als auch Berchtesgaden intensiv wahrgenommen. Gewalt in Partnerschaften sei weder eine Frage des Alters noch der sozialen oder Bildungsschicht.

Die Interventionsstelle in Traunstein habe „einen proaktiven Beratungsansatz“, das heißt sie setzt sich mit den Opfern in Verbindung, da – wie Befragungen ergeben haben – die wenigstens Opfer sich von sich aus an eine Beratungsstelle wenden würden. „Die Hemmschwelle ist riesengroß“, sagt Sabine Weiß. So hat die Beratungsstelle eine Vermittlungs- und Vernetzungsfunktion, sie informiert, berät und unterstützt zum Beispiel zum Gewaltschutzgesetz und begleitet zu Gerichten oder entsprechenden Rechtsanwältinnen. 

Die vom Familienministerium im November 2018 veröffentlichten Zahlen zur Gewalt in Partnerschaften seien nach wie vor alarmierend, sagt die Sozialpädagogin – dass der Lockdown in der Pandemie nicht gerade deeskalierend wirkt, ist inzwischen lang kein Geheimnis mehr. Dunkelfeldstudien zufolge erfährt jede vierte Frau im Laufe ihres Lebens Gewalt in der Partnerschaft. „Für viele Betroffene ist es immer noch ein Tabu, den Weg aus der Gewaltspirale zu gehen. Sie brauchen dafür engmaschige und intensive Unterstützung“, so Frau Weiß.

Die Zahlen der von den Polzeiinspektionen übermittelten stiegen kontinuierlich, vor allem auch die Anfragen der Kooperationspartner nach fachlicher Unterstützung hätten in den letzten Jahren enorm zugenommen. All das zeige die Notwendigkeit der Beratungsstelle. Dass es keinen regionalen Notruf gibt erschwere die Arbeit zusätzlich.

Frau Weiß informierte weiter, dass die Thematik bei Gesprächen mit Landrat Siegfried Walch in Traunstein und Landrat Hubert Kern in Berchtesgaden wiederholt erörtert wurden. Beide stünden einer Erweiterung des Angebots für die Schaffung weiterführender Angebote für Opfer von häuslicher Gewalt sehr offen gegenüber. Durch diese Unterstützung sei es auch möglich, dass im Sommer diesen Jahres eine Beratungsstelle für Opfer von häuslicher Gewalt in Traunstein eröffnen werde. Dafür werde auch die Spende des Soroptimist Club Traunstein verwendet.

gi

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