Stadt als Mitveranstalter beim Faschingszug?

"Seid nicht ungerecht gegen die Kammerer!"

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Blau-Weiß-Kammer beim Traunsteiner Faschingszug 2016.
  • schließen

Traunstein - Es geht nur um geringe Kosten und auch bei den bisherigen Faschingszügen war die Stadt Mitveranstalter: Für den nächsten Zug in Kammer wurde der Fall jetzt trotzdem neu aufgerollt.

Dass die Stadt Mitveranstalter größerer Veranstaltungen ist, ist nichts neues: Ob Georgiritt, Weinfest, Chiemgauer Kulturtage oder eben auch die Faschingszüge in der Vergangenheit. Eine Selbstverständlichkeit auch für den Faschingszug 2017 in Kammer? Nicht ganz. In der Stadtratssitzung am Donnerstag wurde breit darüber diskutiert.

Finanzielle Risiken für die Stadt wegen der Haftung?

"Ich habe nichts gegen Blau-Weiß-Kammer, aber die Stadt sollte nicht Mitveranstalter sein. Wir sollten nur Hilfe zur Selbsthilfe leisten, aber das ganze kann juristische Konsequenzen haben", so Wilfried Schott. Als Mitveranstalter hätte die Stadt neben Fragen der Sicherheit und Ordnung auch Verpflichtungen bei haftungs- und finanzrechtlichen Fragen. Bei einem nicht näher definierten "Worst Case" könnte die Stadt durch Regressforderungen in eine finanzielle Schieflage kommen

Als Mitveranstalter würde die Stadt unter anderem auch die Gebühren für Plakatdruck oder GEMA übernehmen und sich um Öffentlichkeitsarbeit, Straßenreinigung, Müllentsorgung oder Schneeräumen kümmern. Außerdem müsste die Stadt eine Einzelhaftpflichtversicherung abschließen, die Kosten liegen wohl im zweistelligen Eurobereich. Schott war nicht der einzige, der Bedenken hatte: "Wenn wir hier zustimmen, müsste die Stadt auch bei vielen anderen Sachen dann als Mitveranstalter auftreten", so Thomas Stadler. 

"Da muss der Gleichheitsgrundsatz gelten"

Oder ist es genau umgekehrt, dass "Blau-Weiß Kammer" jetzt benachteiligt würde? "Bei den Faschingszügen der Veitsgroma waren wir auch Mitveranstalter, das würden die Kammerer jetzt nicht verstehen", so Oberbürgermeister Kegel - und auch sein Stellvertreter Zillner sprang ihm bei: "Da muss der Gleichheitsgrundsatz gelten. Und 2018 machen ja aller Voraussicht nach die Veitsgroma wieder einen Faschingszug. Wie würden wir dann argumentieren?"

"Seids nicht ungerecht gegen die Kammerer", richtete sich auch Traudl Wiesholler-Niederlöhner an ihre Stadtratskollegen - und sie folgten ihr: Mit 15:5 Stimmen sprach man sich dafür aus, als Mitveranstalter des kommenden Faschingszugs zu fungieren.

Auch bei Rosentagen wird Stadt Mitveranstalter sein

Mit einer ganz ähnlichen Fragestellung waren die Stadträte beim nächsten Thema konfrontiert: Soll die Stadt auch Mitveranstalter der Traunsteiner Rosentage werden? Hauptveranstalter ist hier die "Traunstein erleben GmbH". Die Argumente waren oft die gleichen. Auch in diesem Fall fallen finanzielle Aspekte nicht ins Gewicht. Mit 15:5 Stimmen votierte der Stadtrat dafür, auch bei den "Rosentagen" Mitveranstalter zu sein. 

xe

Zurück zur Übersicht: Traunstein

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser