Parken, Finanzen, Jugendzentrum...

Stadt stellt Weichen, aber: Viele Fragen rund um Bildungs-Campus

+
Der geplante Bildungscampus westlich des Traunsteiner Bahnhofs: Gelb umrandet die Handwerksakademie und das Institut der Hochschule Rosenheim, blau umrandet das Parkhaus (momentan Güterhalle), rot umrandet das Wohnheim (momentan Pendlerparkplatz).
  • schließen

Traunstein - Der Landkreis drückt aufs Gas und auch die Stadt zieht mit: Der Stadtrat stellt nun die Weichen für die Neuplanung des Areals hinter dem Bahnhof - doch einige Fragen bleiben.

Geplant ist eine Handwerksakademie, ein Institut für Digitalisierung und Innovationsmanagement von der Hochschule Rosenheim, ein Wohnheim und ein Parkhaus auf dem Bahnhofsareal-West in Traunstein - das alles will der Landkreis in den nächsten Jahren umsetzen. Auch die Stadt muss an der Neuplanung mitwirken und wie es aussieht zieht der Stadtrat mit: Der Planungsausschuss stimmte am Dienstag geschlossen dafür, den Bebauungsplan zu ändern und das Areal als "Sondergebiet Bildungscampus" umzuwidmen.

2020 Baubeginn des Wohnheims und erste Seminare

OB Kegel: "Müssen jetzt unsere Hausaufgaben machen."

"Diese Chance müssen wir nutzen und jetzt unsere Hausaufgaben dazu machen. Eine super Idee, wir müssen sofort zugreifen", so Oberbürgermeister Christian Kegel. Um dem Ausschuss in die Thematik einzuführen, kam eigens Landrat Siegfried Walch ins Rathaus: "Wir haben die Zusagen der Bildungseinrichtungen und ein tragbares Konzept." Schon im nächsten Jahr soll mit dem Bau des Wohnheims auf dem Pendlerparkplatz an der Bahnhofsunterführung begonnen werden, 2020/21 sind erste Seminare geplant, 2022 sollen Studiengänge angeboten werden.

Auf Anregung von Christian Hümmer einigte sich der Planungsausschuss auch darauf, dass die Stadt ihr Vorkaufsrecht für die Flächen der Bahn nutzen wird, falls der Landkreis beim momentan laufenden Bieterverfahren nicht zum Zuge kommen sollte. Auch der Stadtrat wird in der kommenden Woche am Donnerstag über den Bildungs-Campus sprechen. Drei zentrale Fragen kamen bei den Stadträten im Traunsteiner Planungsausschuss auf:

Jugendzentrum in Bahnhofsumgebung nun vom Tisch

Könnte man versuchen, Aufenthalts- oder Konzerträume für Jugendliche dort zu etablieren? (Burgi Mörtl-Körner/Grüne)

Walch: Nein, weder für den Campus noch für ein Jugendzentrum würde es Sinn machen, dort unterzukommen. Wir sollten nicht versuchen, alles hineinzubringen. Die Bildungsträger warnten uns dringend davor, dort auch das Jugendzentrum umzusetzen. Außerdem haben sich schon seit voriger Woche wieder neue Bildungseinrichtungen bei uns gemeldet, die ebenfalls Interesse hätten, sich dem Bildungs-Campus anzuschließen.

Wenn als erstes das Wohnheim auf den Pendlerparkplatz kommt, wohin sollen dann die Autos? Der Parkplatz ist ja ständig voll. (Sepp Kaiser/UW)

Lothar Wagner, Abteilungsleiter Verwaltung und Vermögen im Landratsamt: Zum Bildungs-Campus gehört ja auch die große Brachfläche entlang der Bahnstrecke, die wir versuchen, zu kaufen. Wenn der jetzige Pendlerparkplatz mit dem Wohnheim bebaut wird, sollte die Brachfläche ja schon gekauft sein. Dort wäre dann eine gute Ausweichmöglichkeit für die Autos.

Wer ist Bauträger und wie viel kostet der Bildungs-Campus?

Walch: Der Landkreis investiert insgesamt einen dreistelligen Millionenbetrag, die finanziellen Dinge sind geklärt. Wir kaufen die Flächen von der Stadt, vom Bundeseisenbahnvermögen und von den Privatleuten. Für die Handwerksakademie vereinbaren wir mit der Handwerkskammer eine Erbpachtlösung oder sie kaufen sie uns ab. Das Gebäude baut die Handwerkskammer selbst. Das Hochschulgebäude bauen wir und verpachten es an die Hochschule Rosenheim. Das Wohnheim und das Parkhaus werden auch von uns gebaut.

xe

Zurück zur Übersicht: Traunstein

Auch interessant

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser

MEHR AUS DEM RESSORT