Viele kontroverse Vorschläge

Stadtrat will Neuordnung des Traunsteiner Maxplatz: Was sich alles ändern könnte

Maxplatz Traunstein Ampel
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Die Verkehrssituation am Maxplatz in Traunstein wird neu geplant und soll im kommenden Jahr in einen Probebetrieb gehen (Archivfoto).

Traunstein - Der Verkehr am Maxplatz könnte neu geregelt werden und schon im nächsten Frühjahr in eine Testphase gehen. Was nun geplant ist und worüber im Stadtrat Einigkeit und Diskussionsbedarf herrscht:

Ein Zebrastreifen statt der Fußgängerampel, nur noch eine Fahrspur für die Autos statt drei, Verlegung der Taxi-Plätze, Tempo 20 und mehr Abstellmöglichkeiten für Autos durch Schrägparkplätze vor Kirchenverwaltung und Drogeriemarkt Müller - mit diesem Antrag eröffnete die UW-Fraktion am Donnerstag, 10. Dezember eine lange Debatte im Traunsteiner Stadtrat. Einstimmig einigte man sich zumindest darauf, dass die Verwaltung ein Konzept für die Neuordnung des Maxplatzes ausarbeiten soll. Grundlage dafür werden die Vorschläge der UW, ein Testbetrieb ist für Frühjahr oder Frühsommer 2021 angedacht.

Umbau des Maxplatz Thema im Stadtrat Traunstein

„Mit geringen Kosten könnte man einen ersten Schritt hin zur Umgestaltung des Maxplatzes machen“, so UW-Fraktionssprecher Ernst Haider. Die Verwaltung schätzt die Gesamtkosten für die Neuordnung nach dem Vorbild der UW auf rund 15.000 Euro. Vor allem Fußgängern und Radlern solle damit geholfen werden. Offen für eine Neuordnung am Maxplatz zeigte sich nicht nur Oberbürgermeister Christian Hümmer, sondern auch der ganze Stadtrat. Vor allem Tempo 20 und weniger Spuren für die Autos kamen gut an.

Grobe Visualisierung des UW-Antrags zur Umgestaltung des Maxplatz in Traunstein: Die Taxiplätze im Norden sollen einem breiten Radweg weichen und an die Ostseite der Straße verlegt werden. Dort soll für die Geschäfte dann auch eine temporäre Ladezone entstehen. Gegenüber wären Schrägparkplätze geplant. Die Straße - auf der dann Tempo 20 gelten soll - wäre dadurch auf eine oder zwei Spuren verengt. Die Ampel soll durch einen Zebrastreifen ersetzt werden.

Im April 2016 fiel die Ampel am Maxplatz schon einmal für einen Monat aus. „Das hat damals sehr gut geklappt. Alle haben aufeinander aufgepasst“, erinnerte sich Wilfried Schott (Grüne). In Haiders Augen ist sie die „letzte Barriere“ für Fußgänger zwischen Bahnhof und Stadtplatz. Und trotzdem: Der Vorschlag, die Ampel gegen einen Zebrastreifen auszutauschen, erntete die größte Skepsis im Stadtrat. „Ältere und Kinder fühlen sich dadurch verunsichert“, so Simon Steiner (Traunsteiner Liste) stellvertretend für viele andere.

Kritisch wurden auch die Schrägparkplätze auf der Westseite gesehen. Insgesamt zwei zusätzliche könnten dadurch entstehen: „Wir wollen mehr Lebensraum in der Stadt, nicht mehr Stauraum für Autos“, so Thomas Stadler (Grüne). Und für Denis Holl (Die Linke) waren die Schrägparkplätze „eine Katastrophe“, lieber sollten dort mehr Behindertenparkplätze entstehen. Das Ausparken entgegen der Fahrtrichtung wurde ebenfalls von einigen Stadträten mokiert, auch wenn die Situation am Bahnhof oder in der Oberen Hammerstraße vergleichbar ist.

xe

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