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Dritter Verhandlungstag im Töginger Mordprozess

Pfleger über den plötzlichen Tod des Patienten verwundert

Mutter und Tochter sitzen auf der Anklagebank: Sie sollen ihren Vater und Großvater vergiftet haben.
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Der dritte Verhandlungstag im Prozess gegen zwei Tögingerinnen beginnt.

Traunstein/ Töging – Der dritte Verhandlungstag im Prozess gegen zwei Angeklagte aus Töging ist nun auch beendet. Die beiden Frauen sind Mutter und Tochter und sollen ihren 75-jährigen Vater und Großvater vergiftet haben. Es kamen weitere wichtige Zeugenaussagen hinzu. Am Dienstag (4. Oktober) soll es dann wieder weitergehen. innsalzach24.de berichtet auch dann wieder live aus dem Gerichtssaal .

Update, 17.35 Uhr - Pfleger über den plötzlichen Tod des Patienten verwundert

Als nächsten Zeugen ruft Richter Ziegler den Pfleger des Verstorbenen in den Zeugenstand. Der ausgebildete Krankenpfleger sagt aus, er sei sehr verwundert über den Anruf gewesen, dass der Patient so plötzlich verstorben sei. Er habe vor dem Tod keine Verschlechterung des Allgemeinzustandes festgestellt. Er war mit der Grundpflege des Patienten beauftragt, Gespräche wollte der Verstorbene nicht führen.

Auch der Pfleger sagt aus, lautstarke Vorwürfe des Ehemanns der Enkelin des Patienten mitbekommen zu haben. Seinem Eindruck nach kümmerten sich die Angehörigen schlecht um den Verstorbenen. Oft habe sich die Wäsche gestapelt und die vorhandene Kleidung passte dem übergewichtigen Rentner nur schlecht und war ihm meistens zu eng. Der Pfleger hatte den Verstorbenen am 4. August noch gegen elf Uhr vormittags besucht. 

Haushaltshilfe spricht von Zukunftsplänen des Verstorbenen

Die Haushaltshilfe des Verstorbenen sagt als nächste Zeuge aus: Sie war im Verlauf von sechs Monaten vor seinem Tod etwa drei Stunden pro Woche zum Saubermachen in der Wohnung des 75-Jährigen. „Er war immer recht lustig mir gegenüber“, sagt die Hilfe. Der Rentner habe der Zeugin erzählt, dass es Streit „Jung gegen Alt“ gäbe. „Er hat sogar noch Pläne gehabt: Wollte einen Pflaumenbaum pflanzen und ein Grillfest machen“, so die Zeugin. Depressiv und lebensmüde habe sie den 75-Jährigen nicht empfunden.

Freundin der Angeklagten verwickelt sich in Widersprüche

Dann ruft Richter Ziegler eine langjährige Freundin der Angeklagten K. in den Zeugenstand. Die Frührentnerin verwickelt sich während der Befragung durch den Richter in Widersprüche. Sie sagt aus, am fraglichen 4. August Nachmittag zusammen mit den Angeklagten K. und S., sowie deren Kindern und der Lebensgefährtin von K. im Garten der Angeklagten Kaffee getrunken zu haben. Zu diesem Zeitpunkt sei der Vater von K. schon tot gewesen, sagt die Zeugin, was Richter und Anwälte aufhorchen lässt. Staatsanwalt Andrä fragt noch einmal nach, doch die Zeugin behauptet, der Vater der K. sei zu dem Zeitpunkt – dem Nachmittag des 4. August schon verstorben gewesen, und ihre Freundin K. habe geweint. Fokus ihrer Aussage liegt auf den Streitereien zwischen der Angeklagten K. und deren Schwiegersohn. Dieser habe gesagt, dass er „am liebsten den Alten verräumen würde.“

Hausarzt schätzte Eintritt des Todes gegen vier Uhr früh

Als nächster Zeuge sagt der Hausarzt des 75-Jährigen aus. Dieser gibt an, den Verstorbenen seit etwa fünf Jahren nur noch einmal jährlich bei einem Hausbesuch gesehen zu haben. Der Patient sei immer schon recht negativ gegenüber Medikamenten eingestellt gewesen. Bereits mehrere Zeugen haben erwähnt, dass der Verstorbene die Einnahme von Medikamenten verweigert habe. Bei der Leichenschau am Morgen des 5. August sei die Totenstarre schon eingetreten und Totenflecke am Rücken sichtbar gewesen. Der Hausarzt hatte den Todeszeitpunkt auf vier Uhr früh geschätzt.

Als letzter Zeuge an diesem Verhandlungstag sagt ein Nachbar des Verstorbenen und der Familie der Enkelin aus. Dieser habe zwei oder drei lautstarke Streitereien im Hause des Verstorbenen gehört, er habe aber immer das Gefühl gehabt, dass nur die Jungen im Haus gestritten hätten.

Der Vorsitzende Richter Volker Ziegler unterbricht die Verhandlung. Diese wird am Dienstag (4. Oktober) um 9 Uhr fortgesetzt.

+++ innsalzach24.de berichtet auch dann wieder live aus dem Gerichtssaal +++

Update, 15.42 Uhr - Lebensgefährtin der Angeklagten K. sagt aus

Der Vorsitzende Richter Volker Ziegler setzt die Verhandlung nach der Mittagspause fort und ruft die Lebensgefährtin der Angeklagten K. in den Zeugenstand. Die 54-Jährige arbeitet im Pflegebereich und wohnt seit etwa 22 Jahren mit der Angeklagten K. zusammen. Der Vater von K. habe ihr in persönlichen Gesprächen schon mehrmals gesagt, dass er nicht mehr leben wolle. Von Nachbarn und dem Verstorbenen habe die Zeugin regelmäßig von Streitigkeiten zwischen der Angeklagten S. und deren Ehemann gehört.

Am 4. August sei ihre Lebensgefährtin um etwa 16.30 Uhr zu Hause in ihrem Garten gesessen, und habe ihr erzählt, dass ihr Vater „wieder richtig am Boden war.“ Etwas später sei noch die Angeklagte S. mit ihren Kindern zu Besuch gekommen. Am 5. August habe ihre Lebensgefährtin ihr erzählt, dass sie dem Vater Medikamente hingestellt habe. Für die Zeugin sei es nicht auszuschließen, dass ihre Lebensgefährtin K. ihrem Vater geholfen haben könnte zu sterben.

Wo waren die Angeklagten am Nachmittag des 4. August wirklich?

Dass der Ehemann der Angeklagten S. ihre Lebensgefährtin bei dem Familientreffen beschuldigte, dass K. ihren Vater ermordet habe, fand die Zeugin unglaubwürdig. Er habe behauptet, dass er die Angeklagte K. am 4. August gegen 19 Uhr im Wohnzimmer des Vaters gesehen habe. Laut der Zeugin sei dies nicht möglich, da die Angeklagten K. und S. zu dem Zeitpunkt bei sich zu Hause im Garten gewesen seien, was sie und eine Bekannte bezeugen könnten. 

Update, 12.38 Uhr - Handgreiflichkeiten zwischen Ehemann der Enkelin und dem Verstorbenen

Nach einer kurzen Pause setzt Staatsanwalt Markus Andrä die Befragung des Zeugen fort. Vor einigen Jahren habe das Jobcenter die Miete für seine Schwester und deren Mann an den Zeugen gezahlt, dann der Schwager selbst. Dieser habe bei diversen Gelegenheiten zu viel getrunken und sich auch gegenüber den Kindern sehr rücksichtslos verhalten. Bei den ersten Beschuldigungen seiner Mutter und Schwester durch den Schwager, habe der Zeuge gleich daran gedacht, dass dieser selbst dem Opa etwas angetan haben könnte. Die Nachbarn hätten davon berichtet, dass es zu Handgreiflichkeiten von seinem Schwager gegenüber dem Großvater gekommen sei.

Angeklagte S. soll psychische Probleme haben

Von der psychiatrischen Gutachterin Dr. Susanne Lausch zu seiner Schwester, der Angeklagten S. befragt, sagt der Zeuge aus, dass sie als Kind sehr lebensfroh war, und eher von der Großmutter eingebremst werden musste. Bereits in vorherigen Aussagen wurde erwähnt, dass die Angeklagte S. in der Jugend negative Erfahrungen mit Drogen gemacht hatte. Diese hätten starke negative Auswirkungen auf die geistige Gesundheit der Schwester gehabt und Panik sowie Ängste ausgelöst. Seither sie die Angeklagte S. in sich gekehrt und zurückhaltend. Vor allem in Krisensituationen sei seine Schwester sehr überfordert und unsicher, und wisse nicht, was sie machen soll, bestätigt auch der Zeuge. Gegenüber dem Verteidiger seiner Schwester, dem Anwalt Markus Frank, sagt er, dass sie in speziellen Situationen auch beeinflussbar sein könnte.

„S’Dirndl duad nix“

Dr. Georg Karl, Anwalt der Mutter des Zeugen, übernimmt die Befragung. Er möchte mehr darüber wissen, ob es zwischen dem Großvater und seiner Enkelin, der Angeklagten S. zu Konflikten gekommen sei. Der 33-Jährige sagt dazu: „Ich glaub, dass er ein wenig enttäuscht davon war, dass sie ihm nicht mehr geholfen hat. Er hat schon öfter mal gesagt ‚S’Dirndl duad nix‘ oder ‚Die da oben müssen raus.‘“ Dies habe der Zeuge aber als Floskeln hingenommen. Dass seine Schwester sich nach ihrem Einzug in das Haus des Opas um diesen kümmern würde, war zwar abgemacht, aber keine Vereinbarung im Mietvertrag oder gegen Entgelt.

Verdächtige Kontobewegungen

„Das Pflegegeld kam auf das Konto vom Opa, worüber er auch bis zum Ende selbst verfügen konnte. Allerdings war es immer leergeräumt bis zum Anschlag“, so der Enkel und Alleinerbe des Verstorbenen. Weil es verdächtige Kontobewegungen gegeben habe, hätte der Zeuge mit der Bank des Großvaters vereinbart, dass die Karte eingezogen werde und der Großvater immer selbst bei der Bank abheben sollte. Später habe er dann Geld an seine Schwester für Kleidung und Medikamente des Opas überwiesen.

Update, 11.30 Uhr - „Der Opa ist einen Tag tot und ihr streitet schon ums Erbe“

Laut seiner Mutter soll die Schwester des Zeugen, die Angeklagte S., den Opa am Morgen des 5. August tot aufgefunden haben. Gleich einen Tag nach Abholung der Leiche durch den Bestatter habe es Streit gegeben. Aus heiterem Himmel habe seine Schwester S. das Thema Erbe aufgebracht. Sie habe die Tante angesprochen, ob sie jetzt ihr Geld wolle, denn dann müsse sie ausziehen. Der Zeuge habe dann um Ruhe und Frieden gebeten und gesagt: „Der Opa ist jetzt einen Tag tot und ihr streitet schon ums Erbe“; während seine Tante bereit war jegliches Papier zu unterschreiben, damit endlich Frieden sei. Zu dem Familientreffen nach der Beerdigung im Garten seiner Tante, sagt der 33-Jährige aus, dass der Ehemann seiner Schwester diese bedrängt habe, die Wahrheit über den Tod des Opas zu sagen. Seine Mutter, Angeklagte K., habe seiner Schwester, der Angeklagten S., „einen schuldigen Blick zugeworfen“, der nach der Meinung des Zeugen heissen sollte, dass sie schweigen solle. 

Großvater soll Enkelin das Leben zur Hölle gemacht haben

Am nächsten Tag habe die Familie dann näheres über die Vergiftung des Opas mit Medikamenten erfahren. „Die Mutter soll dem Großvater auch mit einem orangenen Lappen die Luft genommen haben. Meine Schwester hat dann noch gesagt: ‚Als ihr gekommen seid, ist der Lappen sogar noch auf dem Tisch gelegen. Ich hab ihn dann in die Ecke geworfen.“ Auf die eindringliche Frage seiner Tante, warum seine Mutter das getan habe, soll diese laut dem Zeugen geantwortet haben, dass der Opa ihrer Tochter S. das Leben zur Hölle gemacht habe. Laut den Erzählungen seiner Schwester entstand für den Zeugen der Eindruck, dass sie den Notarzt rufen wollte, aber die Mutter sagte, es sei schon zu spät.

Zu seinen polizeilichen Vernehmungen befragt, sagt der Sohn der Angeklagten K. er sei in einem Schockzustand gewesen und bitte um Nachsicht, wenn seine Erinnerungen verschwommen seien. In der Vernehmung hat der Zeuge von Diazepam und Morphin im sauren Lügnerl des Opas gesprochen haben. Der Zeuge hatte in der Vernehmung gesagt, dass laut seiner Mutter ihr Vater sie um Hilfe gebeten habe, weil er nicht mehr wollte. Der Zeuge ergänzt, dass seine Mutter gesagt habe: „Mei Bua, was hat sich der Opa alles anschauen müssen.“ Sie habe dem Opa ein Fläschchen Diazepam auf den Tisch gestellt, welches er laut der Mutter selbst ausgetrunken habe. „Einmal hat er mich während der Arbeit angerufen, weil er nichts zum Essen bekomme, und die im Obergeschoß sich die ganze Zeit streiten würden“, so der Zeuge. Er will seinen Großvater gebeten haben, sich mit seiner Schwester und deren Mann „zusammenzuraufen.“

Update, 10.17 Uhr - Großvater soll Töchter übergangen haben

Der Vorsitzende Richter Volker Ziegler setzt die Verhandlung im Prozess gegen die Angeklagten K. und S. fort. Als Zeuge sagt gleich zu Beginn des dritten Prozesstages der Sohn der Angeklagten K. aus. Der 33-Jährige soll dem Richter zuerst über seine Kindheit und die familiären Umstände erzählen. Er sagt, seine drei Jahre jüngere Schwester, Angeklagte S., habe es nicht so einfach gehabt wie er und habe auch Züchtigungen seitens der Oma einstecken müssen. Er sei als Enkel ein „Omabub“ gewesen, während seine Schwester S. eher mit dem Großvater zusammen war. Der verstorbene Großvater habe dennoch sehr großes Vertrauen in ihn gehabt und ihm als Enkel alles ermöglicht, auch sein Studium.

Als die Großmutter an Krebs erkrankte, sei S., die Schwester des Zeugen, zur Mutter gekommen, weil es für die Oma zu schwierig wurde. Der 33-Jährige selbst wollte weiter bei den Großeltern bleiben. Das Verhältnis zwischen seiner Mutter und dem Großvater sei sehr angespannt gewesen. Vor allem wenn es um Geldsachen ging, sei es verbal von beiden Seiten oft unter die Gürtellinie gegangen, so der Zeuge. Der Großvater habe sogar einmal zu ihm gesagt: „Deine Mama ist nicht mehr wert, als der Dreck unter deinen Fingernägeln.“ Die Tante des Zeugen und Schwester der Angeklagten K. sei sehr selten zu Besuch gekommen, weil es vor langer Zeit einen großen Streit gegeben habe. In seinem Testament wurde der Enkel von seinem Großvater als Alleinerbe bestimmt. Später schenkte der Opa sein Haus dem Zeugen noch, damit wegen Pflichtanteilen das Haus nicht verkauft werden müsse. 

Verstorbener hatte falsche Vorstellung vom Wert seines Hauses

Man könne an dem Großvater kritisieren, dass er seine Töchter übergangen habe und sie nicht in seine Entscheidungen einbezogen habe. „Das hat er nicht auf die feine Art gemacht“, so der Zeuge. In Rage hatte der Opa immer wieder wieder gesagt, dass seine Töchter nichts kriegen würden. „Ich glaube der Opa hatte eine völlig falsche Vorstellung davon, was das Haus wert war. Ich weiß nicht, ob ihm das bewusst war“, so der Zeuge. Es ginge letzten Endes um einen niedrigen sechsstelligen Betrag. Als der Großvater immer schwerfälliger wurde, habe die Familie zusammen beschlossen, dass es besser wäre, wenn die Schwester des Zeugen und deren Familie in den ersten Stock und der Opa ins Erdgeschoss des Hauses ziehen würde. Einige Zeit später habe die Schwester dann die Pflege des Großvater übernommen, ins Altersheim wollte er laut dem Zeugen nicht. Am Ende sei der Pflegedienst täglich und die Haushaltshilfe einmal pro Woche gekommen.

Der Großvater habe laut dem Zeugen kein Sättigungsgefühl mehr gehabt und wollte immer Essen, was auch zu einigen Diskussionen geführt habe. Schon vor 20 Jahren habe der Großvater mal dahingesagt: ‚Für was soll ich noch leben.‘ „Aber dass er nicht mehr leben wollte, kann ich mir nicht vorstellen“, so der Zeuge. Am 5. August habe der 33-Jährige die Todesnachricht von seiner Mutter erhalten. Sie habe dabei geweint. Als der 33-Jährige im Haus des Großvaters ankam, lag der Opa auf seinem Rücken zugedeckt auf der Couch. Weil die Mutter die Feuerbestattung mit dem Bestattungsinstitut bereits ausgemacht hatte, wollte der Zeuge die Sache gleich richtigstellen: Sein Großvater ihm immer gesagt, dass er neben seiner Frau im Grab liegen wolle.

Vorbericht

Schon Monate vor seinem Ableben soll der verstorbene 75-Jährige zusehends verwahrlost sein. Seine Wohnung sei in „katastrophalem Zustand“ gewesen, und bei den Nachbarn habe der Töginger immer wieder um Geld für Hundefutter und Essen für sich selbst gebeten. Eine Freundin des Verstorbenen, die ihn über 40 Jahre gekannt haben soll, und selbst über 30 Jahre als Krankenschwester gearbeitet hat, sagte im Prozess aus, dass der Leichnam des 75-Jährigen „unnatürlich“ ausgesehen habe. Die ehemalige Krankenpflegerin hat beruflich viele Tote gesehen und sagt: „Sein Gesichtsausdruck war unnatürlich.“

Zwei Töchter hatte der Verstorbene, wobei eine davon mit ihrer Familie weiter weg wohnt und so selten zu Besuch kam. „Ich war nie gerne in dem Haus“ sagte sie aus. Mit seiner Enkelin, der Angeklagten S., und deren Ehemann, welche im Obergeschoss seines Hauses in Töging wohnten, soll es große Probleme gegeben haben. Ständiger Zwist herrschte auch zwischen dem 75-Jährigen und seiner 55-jährigen Tochter, der Angeklagten K. Wortwörtlich soll er gesagt haben:„die da Oben müssen raus“, und „die Mistmatzen sollen nichts kriegen.“ Außerdem soll der Ehemann seiner Enkelin den alten Mann verbal und körperlich attackiert haben.

Die Aussagen der Angeklagten, sowie die Zeugenaussagen widersprechen sich in vielen Punkten. Während die Hauptbeschuldigte im Prozess, Angeklagte K., zugibt Beihilfe zum Suizid geleistet zu haben, sagt deren Tochter etwas anderes. Angeklagte S. sagt aus, sie habe nur gesehen wie der Großvater schwer atmend auf der Couch saß. Am nächsten Tag habe sie ihn tot auf der Couch vorgefunden. Vor Zeugen soll sie aber gestanden haben, dass ihre Mutter dem Großvater ein vergiftetes „Saures Lüngerl“ serviert habe. Anschließend soll ihre Mutter dem Großvater noch „die Luft genommen haben.“

Es bleibt spannend, was die Rechtsmedzin nach Obduktion des Leichnams vorbringen wird.

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