Prof. Dr. Gerald Mann zu Gast bei Jungen Union

Bargeldlos! - sind wir bald unser Bargeld los?

Traunstein - Am 22. Mai lud die Junge Union in Kooperation mit der Hanns-Seidel-Stiftung den Münchener Professor Dr. Gerald Mann zum Kurzseminar ins Hofbräuhaus Traunstein ein. Thema war die Debatte um die Abschaffung des Bargeldes.

Unter dem Arbeitstitel "Kein Bargeld mehr - keine Freiheit mehr?" diskutierten die Veranstaltungsteilnehmer über die möglichen Vor- und Nachteile eines Bargeldverbots. Als Referent konnte Gerald Mann, Professor für Volkswirtschaftslehre an der FOM Hochschule für Ökonomie & Management, München, und Koautor des Buches "Bargeldverbot", aus erster Hand durch die komplexe Thematik führen.

Sind wir bald unser Bargeld los?

Mann erläuterte zunächst Gründe für und gegen die Abschaffung des Bargeldes. Ein Bargeldverbot könne vor allem illegale Aktivitäten wie Terrorismus, organisierte Kriminalität, Steuerhinterziehung und Schwarzarbeit eindämmen. Außerdem würde das Durchsetzen von Negativzinsen für Zentralbanken erleichtert werden, die so versuchten, den Konsum anzukurbeln. Nachteile seien vor allem der Verlust an Freiheit und Anonymität beim Bargeldverkehr, was vor allem in autokratischen Systemen gefährlich sei. Mann betonte zudem die steigende Abhängigkeit von Technik. Die Gesellschaft würde so noch anfälliger für technisches Versagen, wie Stromausfälle, und Cyberkriminalität.

Im Anschluss an den Vortrag von Prof. Mann wurde kontrovers über die Konsequenzen eines Bargeldverbots diskutiert. Die rege Diskussionsteilnahme und der große Gesprächsbedarf hat gezeigt, dass die Junge Union mit der Auswahl des Themas einen Nerv getroffen hat: "Der Eingriff in das private Eigentum der Bürger wäre in einem bargeldlosen System sehr einfach. Sind wir schon im Jahre 1984", stellte ein Teilnehmer zur Debatte. Die kritische Anspielung auf George Orwells weltbekannten Roman über einen totalitären Staat war dabei bewusst gewählt.

CSU-Stadträtin und JU-Ortsvorsitzende Isabelle Thaler, die den Abend moderierte, zeigte sich sehr zufrieden mit der Veranstaltung: "Das Seminar hat einmal mehr gezeigt, wie sehr sich junge Menschen für wirtschaftliche Entwicklungen in der Region und in Europa interessieren und mit welcher Sachlichkeit sie einem solch emotionalen Thema begegnen. Von Politikverdrossenheit keine Spur."

Presseinformation Junge Union in der Stadt Traunstein

Rubriklistenbild: © dpa

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